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Mainz-Sportvorstand Schröder : „Der Eintracht können wir ganz ehrlich gratulieren“

Der Mainzer Sortvorstand Rouven Schröder ist ein Lautsprecher der Liga: „Mir geht es bei meinem Verhalten um Respekt dem anderen gegenüber.“ Bild: Imago

Rouven Schröder ist der Verantwortliche für die sportliche Entwicklung von Mainz 05: Der Sportvorstand spricht im Interview über seine Zusammenarbeit mit Trainer Sandro Schwarz und das spezielle Verhältnis zu Gegner Eintracht Frankfurt.

          Sie sind ein bodenständiger Sportvorstand, lenken die sportlichen Geschicke von Mainz 05 in einer bemerkenswerten Ruhe, Transfers werden meist erst öffentlich, wenn Sie es bekanntgeben. Hat ein solcher Manager Visionen?

          Selbstverständlich. Es ist ja immer die Frage, ob man eine Vision nach außen tragen muss. Danach lechzen natürlich die Medien, um es einem im Misserfolgsfall um die Ohren zu hauen. Wir haben bei Mainz 05 aber natürlich eine Vision, wie wir die Mannschaft und den Verein weiter entwickeln wollen. Und die macht sich nicht fest an einem Ergebnis oder beispielsweise einem Ziel wie häufiger Europapokalqualifikation. Viel wichtiger ist uns ohnehin das, was wir immer propagieren: Wir wollen emotionalen, attraktiven Fußball spielen und dabei nah am Fan und dem Umfeld sein. Wir wollen Spieler entwickeln, die andernorts gefragt sind. Wenn wir das beherzigen, sind wir auch erfolgreich. Und erfolgreich heißt bei uns weiterhin: möglichst früh den Klassenverbleib klarmachen und weiter angreifen.

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          Dann waren Sie in diesem Jahr erfolgreich wie seit drei Jahren nicht mehr. Die leisen Töne sorgen aber dafür, dass Mainz 05 weniger wahrgenommen wird. Nehmen Sie das in Kauf?

          Die öffentliche Wahrnehmung in der Bundesliga wird von einer Handvoll Klubs dominiert, allen voran dem FC Bayern. Alle anderen Klubs können nur sporadisch auf sich aufmerksam machen, das ist Mainz 05 im Laufe der Jahre immer wieder gelungen. Das System werden wir nicht kurzfristig umstürzen können, aber wir können  unser Profil schärfen und nachhaltig Wirkung erzeugen. Wir wollen unsere sportliche Vision leben, so dass sie dann auf dem Platz erkannt wird. Wenn das etwas länger dauert, dann ist das so. Es muss sich aber keiner Gedanken machen, dass wir nicht ständig an jedem kleinsten Rädchen drehen, um voran zu kommen. Das sind bei uns derzeit auch Verbesserungen der Infrastruktur, wir haben neue Trainingsplätze und gestalten die Arbeitsbereiche neu oder auch die Kabinen. Auch das gehört zum Thema Entwicklung.

          Fans begeistern sich aber nicht für Infrastrukturmaßnahmen. Der Zuschauerschnitt und die stagnierende Zahl lassen das Raum für Zweifel. Wie lange kann es dauern, dass die Arbeit am Klub bei den Fans wahrgenommen wird?

          Die Arbeit wird wahrgenommen, denn der Verein nimmt die Fans mit auf diesem Weg, beispielsweise in der Diskussion um das Leitbild des Vereins. Es geht voran bei Mainz 05, es entwickelt sich was. Das spüren wir durch Rückkopplungen zu unseren Fans und das wird man auch bald in Zahlen sehen. Davon bin ich überzeugt. Wir haben viel angeschoben, sportlich gut gearbeitet. Das wird sich auszahlen.

          In Mainz muss um jeden Fan gekämpft werden. Beim kommenden Gegner Eintracht Frankfurt läuft gerade alles wie am Schnürchen: Die Zuschauer rennen der Eintracht die Bude ein, die Mitgliederzahl hat sich vervielfacht, der Klub ist in aller Munde: Blickt Mainz 05 neidisch vom Rhein an den Main?

          Überhaupt nicht. Der Eintracht können wir ganz ehrlich zu ihrer Leistung gratulieren. Wer die Klubs miteinander vergleichen will, muss die Standorte hinsichtlich Einwohnerzahlen, Wirtschaftskraft oder Bundesliga-Tradition betrachten. Da liegt die Eintracht weit vorne und muss zwingend eine andere Wucht erzeugen als Mainz 05.

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