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Mainz 05 : Der Ballbesitz als Fehlerquelle

  • -Aktualisiert am

Andreas Ivanschitz soll Schwung ins Spiel der Mainzer bringen Bild: DDP

Mainz 05 punktet verlässlich. Doch es fehlt die überzeugende Leistung – vor allem in der Offensive. Mit Bochum kommt nun der Lieblingsgegner.

          Es ist sicher nicht verkehrt, den VfL Bochum als Lieblingsgegner von Mainz05 zu bezeichnen. Dementsprechend gruselig stellt sich die gemeinsame Historie in der Fußball-Bundesliga aus dem Blickwinkel des Ruhrpott-Klubs dar: fünf Spiele – fünf Niederlagen. Die letzte datiert aus der Hinrunde dieser Saison, einen Tag nach dem 2:3 im Bochumer Stadion wurde Trainer Marcel Koller entlassen. So gravierend waren die Nachwirkungen der anderen Partien nicht, allerdings verlor der VfL zu Hause schon einmal 2:6 gegen Mainz – so geschehen im April 2005. Sogar Linksverteidiger Benjamin Weigelt und der offensive Kurzzeit-Hoffnungsträger Conor Casey trafen damals. Die verbleibenden Mainzer Siege waren weniger spektakulär: 2:1 und 1:0 in der Saison 2006/2007, 1:0 in der Hinrunde der Spielzeit 2004/2005.

          Mit dem Heimspiel an diesem Samstag (15.30 Uhr) gegen Bochum stehen für Mainz 05 also gleich zwei Serien zur Disposition: Zum einen die makellose Bundesliga-Bilanz gegen die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich, zum anderen der Nimbus, in dieser Saison im Bruchwegstadion ungeschlagen zu sein.

          Die Form fehlt

          Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel hat vor dem 23. Spieltag die rhetorische Variante der Vorwärtsverteidigung eingeschlagen und – unaufgefordert – eingeräumt, dass „uns ein bisschen die Form fehlt“. Eine „gewisse Sicherheit und Leichtigkeit“ gehe seiner Mannschaft derzeit ab. Zuletzt zu beobachten beim 1:1 in Berlin, zuvor beim glücklichen 1:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach, bei Bayern München (0:3) ist Mainz 05 ohnehin überfordert gewesen. Der 1:0-Heimerfolg gegen Hannover ging indes mehr als Willens- und Abwehrschulung durch. Die Ergebnisse stimmen, wirklich überzeugende Offensivleistungen gab es in diesem Jahr aber kaum. „Das ist nicht von der Hand zu weisen“, sagt Tuchel. „Wir punkten, es fällt uns aber schwer, den eigenen Ballbesitz durchzubringen.“ Woran es nun liegt, dass der Aufsteiger im Gegensatz zur Hinrunde überzeugt, aber nicht begeistert? Tuchel weiß es nicht, lässt das Fragezeichen stehen. „Eine solche Phase ist normal im Laufe einer Saison. Aber die Form wird wiederkommen.“

          Doch es dürfte im Bruchwegstadion auch gegen Bochum keinen „Hurra-Fußball“ (Tuchel) geben. Eher schon ein zähes Ringen wie gegen Hannover und Gladbach – womöglich wieder mit Florian Heller in der Startelf. Für kreative Belebung im Mittelfeld könnte nach abgesessener Gelbsperre und ausgeheiltem grippalen Infekt Andreas Ivanschitz sorgen. Jan imák hat weiterhin Trainingsrückstand und wird zunächst auf der Bank sitzen. „Wir müssen gut ins Gegenpressing kommen, um den Gegner auch mal ungeordnet zu erwischen“, sagt der Mainzer Cheftrainer. Ganz und gar geordnet hat der VfL Bochum zuletzt fleißig gepunktet, sich mit drei Siegen und drei Unentschieden von der Abstiegszone ein gutes Stück entfernt.

          Mainz ein Muster an Konstanz

          Mainz 05 ist ohnehin ein Muster an Konstanz: Platz acht nach dem ersten Spieltag, nie schlechter als Rang elf und auch jetzt mit 31 Punkten wieder Achter. Angesichts dieser äußerst stabilen Gesamtlage wäre es gegen den VfL Bochum ein denkbarer Anspruch, mal wieder ein schönes Fußballspiel zu bieten. „Neues Spiel, neuer Gegner“, sagt Tuchel.

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