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2:1 gegen Mainz : Harits Außenrist beschert Schalke den Sieg

  • -Aktualisiert am

Schalker Mann des Tages: Amine Harit erzielt kurz vor Schluss den Siegtreffer. Bild: AP

Es roch nach einem Unentschieden. Dann aber glänzt Amine Harit kurz vor Schluss mit einer Einzelleistung. Mainz 05 verlässt Schalke entsprechend unglücklich.

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          Für David Wagner dürfte es eine gute Nachricht gewesen sein. Die Bundesligatabelle wies den FC Schalke 04 nach dem knappen, aber verdienten 2:1-Erfolg in letzter Minute gegen den FSV Mainz 05 nicht als Tabellenführer, sondern lediglich als Zweiten aus. Schließlich ist der Trainer des Ruhrgebietsklubs seit einiger Zeit darum bemüht, zu hohe Erwartungen an sein Team zu dämpfen. Und deshalb dürfte er froh gewesen sein, dass er die Symbolik, die von der Spitzenposition der Liga ausgeht, nicht weiter moderieren zu müssen. Der dritte Sieg in Folge dürfte ohnehin im überaus schnell zu begeisternden Umfeld des Klubs für eine lange nicht gekannte Glückseligkeit sorgen.

          Es war den Schalkern in der Anfangsphase deutlich anzusehen, dass sie durch die jüngsten Erfolgserlebnisse in der Bundesliga (3:0 gegen Hertha BSC und 5:1 beim SC Paderborn) mit einem deutlich gestiegenen Selbstbewusstsein ausgestattet waren. Die Mannschaft von David Wagner versuchte die Partie nicht nur mit ihrem besonders beliebten Stilmittel der außerordentlichen körperlichen Wucht zu bestimmen, sondern sie ließen neben einer deutlich verbesserten Raumaufteilung auch spielerische Elemente in ihre Bemühungen einfließen. Ein Vorgehensweise, die die Zuschauer in der Schalker Arena in der gesamten vorherigen Saison so gut wie nie zu sehen bekamen.

          Bundesliga

          Die Mainzer benötigten rund 15 Minuten, um sich auf die beherzte Spielweise der Königsblauen einzustellen. In der Folge gelang es der Mannschaft von Trainer Sandro Schwarz, selbst offensive Akzente zu setzen. Allerdings entwickelten sie, wie auch die Schalker, keine Torgefahr. Dennoch: Auch bei den Rheinhessen hatte der erste Saisonsieg in der Vorwoche gegen Hertha BSC (2:1) für neuen Optimismus gesorgt.

          Medizinischer Notfall

          Es entwickelte sich ein offenes Spiel, dessen Bedeutung allerdings nach 25 Minuten in den Hintergrund trat. Ein medizinischer Notfall auf der Südtribüne der Arena sorgte für plötzliche Stille im Stadion. Beide Fangruppen und auch die übrigen der rund 58.600 Zuschauer stellten aus Solidarität mit dem Betroffenen die Unterstützung ein, es herrschte Ruhe im Stadion.

          Beide Teams mussten sich erst einmal mit der ungewöhnlichen Atmosphäre arrangieren, die Partie ging zunächst ohne weitere Szenen unmittelbar vor einem der beiden Tore fort. Es waren die Schalker, die nun etwas besser zurecht kamen. Nach 35 Minuten setzte sich Amine Harit auf der linken Seite gegen zwei Gegenspieler beherzt durch, passte geschickt auf den in den Mainzer Strafraum gestarteten Suat Serdar, der aus acht Metern zum 1:0 verwandelte. Nach dem kollektiven Torjubel verstummten die Fangesänge spontan wieder. Erst fünf Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit, als der Betroffene in ein Gelsenkirchener Krankenhaus gebracht wurde, begannen beide Fanlager wieder ihre Gesänge. Angreifer Guido Burgstaller hätte um ein Haar kurz vor dem Pausenpfiff noch das Tor des Monats erzielt, mit seinem Fallrückzieher verfehlte er das Mainzer Tor aber knapp.

          Jokertor: Karim Onisiwo trifft unmittelbar nach seiner Einwechslung.

          Die Mainzer erhöhten in der zweiten Hälfte das Tempo und hatten auch mehr Mut gefasst. Allerdings hatten sie es zunächst sehr schwer gegen die äußerst kompakt agierenden Schalker, die in ihrer Konzentration zunächst nicht nachließen und sich als widerstandsfähig in den vielen Zweikämpfen zeigten. Je länger die Partie dauerte, desto mehr ließen die Kräfte der Schalker nach. Fehlpässe und viele Missverständnisse wechselten sich nach gut einer Stunde sich ab – und die Rheinhessen setzten zielstrebig nach. Nach 74 Minuten gelang Karim Onisiwo per Drehschuss dann auch folgerichtig der Ausgleichstreffer. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht und hatten nach dem 1:1 auch gute Möglichkeiten, sie aber nicht genutzt“, sagte Onisiwo.

          Die Schalker entdeckten danach nochmal ihren Kampfgeist und versuchten mit der letzten Kraft, die Partie für sich zu entscheiden. Harit war in dieser Phase der entscheidende Spieler auf dem Feld. Fünf Minuten vor dem Ende hatte er den Siegtreffer nach einem Doppelpass bereits auf dem Fuß, scheiterte aber aus der Distanz. Nur vier Minuten später schlenzte er die Kugel per sehenswertem Außenrist-Schuss unhaltbar in die lange Ecke des Mainzer Tors – und versetzte das gesamte Stadion in pure Begeisterung. „Ich habe konzentriert gearbeitet im Sommer“, sagte Harit. „Beim Tor hatte ich natürlich auch ein kleines bisschen Glück.“

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