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FSV Mainz 05 : Gerichtsurteil hilft Onisiwo

Karim Onisiwo will seine fußballerischen Künste fortan in Mainz zeigen. Bild: Picture-Alliance

Karim Onisiwo gilt als Shootingstar in Österreichs Bundesliga. Nun wechselt der Offensivspieler zu Mainz 05. In seiner Heimat sorgte er zuvor mit einer gerichtlichen Auseinandersetzung für Schlagzeilen.

          Im andalusischen Marbella lernt Karim Onisiwo in den Trainingslagertagen bis zum kommenden Montag seine neuen Mitspieler von Mainz 05 kennen. Dort will sich der Shootingstar der österreichischen Bundesligasaison bei seinem neuen Trainer Martin Schmidt empfehlen und seine Tauglichkeit für die deutsche Erstklassigkeit nachweisen.

          Dann will der 23 Jahre alte Österreicher auf den Spuren von Bayern-Star David Alaba wandeln, mit dem er seit Kindertagen immer wieder die Wege gekreuzt hat. Die Väter der beiden 1992 geborenen Fußballspieler stammen aus Nigeria und waren in Wien befreundet, später spielten die Söhne einige Jahre bei Austria.

          In seiner Heimat sorgt Onisiwo derzeit für andere Schlagzeilen: Denn dem Wechsel des Spielers ging eine gerichtliche Auseinandersetzung voraus. Er hatte darum gekämpft, dass eine automatische Verlängerung eines auslaufenden Vertrags durch seinen Klub SV Mattersburg rechtswidrig gewesen sei. Das Arbeits- und Sozialgericht Wien erklärte diesen Vertrag rückwirkend zum 30. Juni 2015 für nichtig. „Nach österreichischem Recht ist das Ersturteil sofort vollstreckbar und hat Rechtskraft. Deshalb konnte Karim den bis 2019 laufenden Vertrag in Mainz unterschreiben“, sagt sein Berater Günter Starzinger.

          Mainz 05 wird die Unterlagen bei der Deutschen Fußball Liga einreichen, die nach eigener Aussage anschließend gemäß der Fifa-Regularien beim Österreichischen Fußballverband die internationale Freigabe beantragen wird. „Wir waren bei der Rechtsstreitigkeit außen vor“, sagte 05-Manager Christian Heidel am Mittwoch. „Und wir mussten sofort handeln, da der Spieler sonst zu einem anderen Klub gegangen wäre.“

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          Auch ein Einspruch des SV Mattersburg hätte nach Ansicht von Rudolf Novotny von der österreichischen Spielergewerkschaft keine aufschiebende Wirkung. „Ich erwarte für den Spieler keine Probleme mehr auch im Fall einer Berufungsverhandlung“, sagt Novotny.

          Das erstinstanzliche Urteil sei so fundiert ausgearbeitet, dass es die Rechtslage von Spielern in vergleichbaren Situationen deutlich verbessere. Onisiwo-Berater Starzinger sieht zudem kaum Erfolgsaussichten für die Gegenseite, da das Gericht den Vertrag nicht allein wegen der Sittenwidrigkeit im Umgang mit der Verlängerungsoption als ungültig bewertet habe. Vielmehr sei die Zusatzvereinbarung zur Vertragsverlängerung von einer nicht unterschriftsberechtigten Person aus dem Klub unterzeichnet worden, was dem Gericht zur Annullierung ausgereicht habe.

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