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Darmstadt 98 kann planen : Lilien wähnen sich „in der oberen Geldhälfte“

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Können die neue Saison beruhigt angehen: Lilien-Trainer Grammozis und Präsident Fritsch (rechts) Bild: Imago

Durch den Sieg beim Aufstiegskandidaten 1. FC Köln hat Darmstadt 98 den Klassenerhalt sicher. Das Management hat schon die neue Saison im Kopf. Zwei Größen spielen dabei eine besondere Rolle.

          Das 2:1 der Darmstädter in Köln, der „Husarenstreich“, von dem „Lilien“-Präsident Rüdiger Fritsch hinterher mit großer Freude sprach, kostete FC-Trainer Markus Anfang den Job. Die Rechnung der Südhessen, bei denen die Reihen mit Cheftrainer Dimitrios Grammozis an der Spitze geschlossen sind, hingegen ging früher als gedacht voll auf: Drei Spieltage vor Rundenende steht fest, dass der SVD auch im kommenden Spieljahr ein Zweitliga-Klub sein wird. Das Darmstädter „Drehbuch“ des 31. Spieltags passte perfekt zu den Vorstellungen von Fritsch und seinen „Lilien“. Alle zusammen kosteten den Erfolg in vollen Zügen aus. Und die frühe Planungssicherheit in eigener Sache kommt den Südhessen ebenfalls sehr entgegen.

          „Vom Grundsatz her werden wir in der kommenden Saison vergleichbare Möglichkeiten haben wie in dieser Spielzeit“, sagte Fritsch der Rhein-Main-Zeitung. Im aktuellen Spieljahr betrug der Personalkostenetat rund 14 Millionen Euro. Die exakte Zahl für die Runde 2019/2020 wird dann feststehen, wenn klar ist, welchen Rang der SVD in der Fernsehgeldtabelle einnimmt. Ein Aufstieg des Hamburger SV in die Bundesliga würde sich in dieser Hinsicht wirtschaftlich positiv für die Darmstädter auswirken. Das Gleiche gilt für den Fall, dass der VfB Stuttgart weiter in der Bundesliga spielt.

          „Ordentliches Geld wert“

          Auch das eigene Abschneiden in der zweiten Liga – der SVD könnte am Ende einen einstelligen Tabellenplatz belegen – wird die finanziellen Möglichkeiten des Klubs beeinflussen. „Jeder Tabellenplatz ist auf jeden Fall ordentliches Geld wert“, sagte Frisch. „Und ob wir eine Million mehr oder weniger haben, ist ein Riesenunterschied. Es können 12 oder 16 Millionen Euro sein – in dieser Bandbreite ist alles möglich“, sagte Fritsch im Hinblick auf den zukünftigen Personalkostenetat. Von ihrer Wirtschaftskraft her wären die „Lilien“ damit „in der oberen Geldhälfte, zwischen Platz sieben und neun“ angesiedelt.

          Beim Kader werde es zu „punktuellen Verstärkungen“ kommen, kündigte der Präsident an. „Es wird keinen großen Umbruch geben. Wir haben annähernd alle Spieler unter Vertrag.“ Spannend bleibt die Frage, ob es den „Lilien“ gelingen wird, die Verträge mit Torhüter Daniel Heuer Fernandes und Offensivspieler Marvin Mehlem vorzeitig über die Saison 2019/2020 hinaus zu verlängern. „Wir werden beide nicht wegschicken“, sagte Fritsch.

          „Kontinuität und Stabilität“ im Vordergrund

          Nach den „Märchenjahren“ mit den großen Erfolgen befänden sich die Darmstädter nun „in einer Umbruchphase auf allen Ebenen. Wir ziehen bekanntermaßen die Infrastruktur nach. Der Stadionumbau und der Bau des neuen Funktionsgebäudes, aber auch die weitere Verbesserung der internen Strukturen, insbesondere mit der Installierung einen Sportlichen Leiters nebst Erweiterung und Professionalisierung des Scoutingteams“ seien „Meilensteine und Riesenschritte“ für den SV 98, sagte Fritsch.

          „Kontinuität und Stabilität“ stünden für den Verein im Vordergrund. Auch für die kommende Saison werde Darmstadt „keine wilden Ziele“ ausrufen. „Wir sind gut beraten, nicht die Klappe aufzureißen“, sagt Fritsch. „Wir müssen Geduld haben und uns Schritt für Schritt entwickeln.“ Nach seiner Einschätzung wird die Umbruchphase „ein, zwei Jahre“ dauern.

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