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Ausblick auf neue Saison : Die Eintracht braucht mehr Substanz und mehr Rotation

  • -Aktualisiert am

Fingerzeig: Eintracht-Trainer Adi Hütter und Sportdirektor Bruno Hübner (rechts) müssen rasch am neuen Kader basteln Bild: dpa

Der Entschluss von Trainer Adi Hütter, immer den gleichen Spielern zu vertrauen und ihnen kaum eine Chance auf Entlastung zu gewähren, hat sich als der falsche erwiesen. Daraus muss Eintracht Frankfurt lernen.

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          Danke, Mainz! Kein Protagonist der Eintracht vergaß nach dem letzten Saisonspiel, den Nachbarn nett zu grüßen. Eine Woche nachdem die Rheinhessen den Hessen die Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League durch einen 0:2-Auswärtssieg in Frankfurt vermasselt hatten, öffneten sie ihnen durch ein 4:2 über Hoffenheim wieder die Hintertür.

          Die Eintracht war auf der Zielgeraden der Saison auf fremde Hilfe angewiesen, sie konnte sich, völlig entkräftet, nur noch stolpernd fortbewegen. Der heroische Kampf in London gegen Chelsea hatte die letzten Kräfte geraubt. Dank der Mainzer fiel es den Frankfurtern leicht, sich nach dem 1:5-Abschuss zum Abschluss in München an die Höhepunkte dieser Saison zu erinnern und das stumpfe Ende schnell zu vergessen.

          Pulverdampf des Geschehens

          Und der Stolz auf das Geleistete ist auch legitim. Die erfolgreiche Europa-Reise der Eintracht geht in die Klubgeschichte ein, wer als Zuschauer an ihr teilnahm, wird seinen Nachkommen davon berichten. Die Mannschaft hat mehr geleistet, als ihr jeder zugetraut hätte. Doch das entbindet die Verantwortlichen nicht davon, die Lehren aus den letzten Wochen zu ziehen, in denen sich die Teilnahme an der Champions League und die direkte Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League verflüchtigten. Zugegeben: Die Beurteilung fällt im Nachhinein leichter als im Pulverdampf des Geschehens: Aber der Entschluss von Trainer Adi Hütter, immer den gleichen Spielern zu vertrauen und ihnen kaum eine Chance auf Entlastung zu gewähren, hat sich als der falsche erwiesen.

          Die Eintracht kennt das schon, das Austrudeln auf der Zielgeraden. Auch in den beiden vergangenen Spielzeiten unter Trainer Niko Kovac war der Mannschaft das Benzin ausgegangen, sogar noch deutlich früher. Die Teilnahme am Pokalfinale 2017 und der Pokalsieg 2018 übertünchen das in der Erinnerung. Und es ist ja auch nichts anderes als logisch, dass ein Team, das über seine Verhältnisse spielt und über seine Grenzen kämpft und rennt, irgendwann von der Realität eingeholt wird. Am Ende setzt sich fast immer die Klasse durch.

          Über eine Ochsentour

          Darin besteht nun die Aufgabe der Eintracht-Verantwortlichen: dem Kader weitere spielerische Substanz hinzuzufügen, über das Physische und die Mentalität hinaus. Das wäre als Mitglied der Königsklasse oder wenigstens als sicherer Starter in der Gruppenphase der Europa League leichter gefallen als jetzt. Die finanziellen Ressourcen für eine weitere sportliche Leistungssteigerung müssen nun über eine Ochsentour von sechs Qualifikationsspielen erworben werden.

          Gelänge der Kraftakt, der die Sommerferien verkürzt, stünden allerdings bis zur Winterpause elf englische Wochen auf dem Spielplan der Eintracht, was auch erst mal wieder verkraftet werden muss. Die Eintracht braucht für ihren weiteren Höhenflug einen langen Atem. Niemand kann davon ausgehen, dass sich die Flugkurve so spektakulär fortsetzt wie in dieser Saison. Platz sieben in der Bundesliga zu wiederholen wäre schon eine außerordentliche Leistung.

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