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Wiesbadener Reitturnier : Weil es so schön ist

  • -Aktualisiert am

Nach der Dressurprüfung: Florine Kienbaum auf ihrem Pferd „Doktor Schiwago“ in Wiesbaden Bild: Marcus Kaufhold

Das Reitturnier Wiesbaden konnte sich auch dieses Jahr sehen lassen. Es bleiben immer noch genug starke Springreiter, die nicht gleich über mehrere Top-Pferde verfügen, so dass sie sich jedes Wochenende mit der Weltklasse messen könnten.

          Schade, dass Daniel Deußer nicht beim Pfingstturnier am Start war, der aktuell berühmteste Wiesbadener Reiter, der allerdings längst zu einem internationalen Typen geworden ist. Er lebt und arbeitet in Belgien und war an Pfingsten anderweitig engagiert: In Cannes wurde er bei der siebten Etappe der Global Champions Tour Dritter. Eine Woche zuvor hatte er die sechste Etappe in Hamburg gewonnen. In der Gesamtwertung liegt er in Führung. Das zeigt beispielhaft: Die Musik spielt dort, wo das große Geld winkt. So haben es Klassiker wie Wiesbaden schwer, ein glanzvolles Starterfeld zusammenzubringen. Zumal die deutschen Meisterschaften nächstes Wochenende im Sauerland eine zusätzliche Konkurrenz sind.

          Isabell Werth etwa, die große Meisterin in der Dressur, startete in Wiesbaden nicht mit ihren Spitzenpferden. Sie raste mit dem Auto zwischen Wiesbaden und ihrem Zuhause in Rheinberg hin und her, um ihre vierbeinigen Stars auf die bevorstehenden Aufgaben vorzubereiten. Die deutsche Meisterschaft ist Sichtung für die Europameisterschaft im August. Das Ganze sei ein Geben und Nehmen, sagte sie, Wiesbaden habe es verdient, dass sie diesen Aufwand treibe.

          Mehrere Top-Pferde

          Aber Wiesbaden konnte sich auch dieses Jahr sehen lassen. Es bleiben immer noch genug starke Springreiter, die nicht gleich über mehrere Top-Pferde verfügen, so dass sie sich jedes Wochenende mit der Weltklasse messen könnten. Es gibt auch starke Reiter, die gar nicht in der Global Champions Tour startberechtigt sind mangels Top-Plazierung in der Weltrangliste oder eines finanzkräftigen Sponsors. Und wer die Möglichkeit hat, kommt gerne zum Pfingstturnier, auch weil es so schön ist. Auch die Tatsache, dass Wiesbaden erstmals nicht zu Paul Schockemöhles Serie Riders Tour gehörte – das Pfingstturnier war seit dem Gründungstag vor 18 Jahren dabei –, hat die Anziehungskraft der Veranstaltung nicht beeinträchtigen können.

          Insgesamt kamen 62.000 Zuschauer. In finanzieller Hinsicht hat das Turnier sogar einen Sprung Richtung Sicherheit gemacht: Die Verbindung mit dem Uhrenhersteller Longines, der sich jährlich mit einer sechsstelligen Summe engagiert, soll längerfristig halten. Am Turnier-Freitag hat zwar ein drohendes Unwetter für Stress gesorgt. Aber es ziehen sich keine Wolken über dem Turnierklassiker zusammen, der dieses Jahr bereits zum 83. Mal stattgefunden hat. Zumal eines Jahr für Jahr gilt: Der eigentliche Star der Show ist ohnehin der Biebricher Schlosspark.

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