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Kommentar : Mainz 05 auf der Suche nach Führung

  • -Aktualisiert am

Im Umgang sympathisch, auf dem Platz hart: Neu-Mainzer Nigel de Jong Bild: dpa

Das Signal der Verpflichtung von Nigel de Jong ist unmissverständlich: Der Niederländer soll Härte ins Spiel bringen. Zu brav soll Mainz nicht mehr auftreten.

          Das Signal der Verpflichtung von Nigel de Jong ist unmissverständlich: Mainz 05 will sich am Saisonende nicht nachsagen lassen, aufgrund mangelhafter Mentalität und Führungsstärke den Verbleib in der Fußball-Bundesliga gefährdet zu haben. Den ehemaligen niederländischen Nationalspieler, mittlerweile 33 Jahre alt, verpflichtet ein Klub nicht, um die Spielkultur voranzubringen oder gar perspektivisch ein Team aufzubauen. Sportvorstand Rouven Schröder hat de Jong für lediglich fünf Monate bis zum Saisonende als Sicherheit gegen Nachlässigkeiten im Abstiegskampf verpflichtet.

          De Jong, seit seinem aus dem Kickboxen entlehnten Tritt gegen den Spanier Xabi Alonso im WM-Finale von 2010 als Fußballspieler weltweit berühmt und berüchtigt, soll im Zweifel Härte ins Spiel bringen, wenn es die sportliche Situation zu gebieten scheint. Zu brav sollen die Rheinhessen nicht mehr auftreten.

          Im Umgang sympathisch

          Natürlich darf der Niederländer, der 2010 übrigens lediglich Gelb sah für sein Endspielfoul im Duell gegen den späteren Weltmeister Spanien, als Fußballer nicht reduziert werden auf den Ruf als Rauhbein. Der im Umgang sympathische de Jong hat auch jahrelang ohne vergleichbar großes Aufsehen in den besten Ligen der Welt bei Klubs wie dem HSV, Manchester City oder AC Mailand gespielt und sich nach einer kurzzeitigen Suspendierung vom niederländischen Nationalteam wegen zu rüder Spielweise auch besser in den Griff bekommen. Aber de Jong ist eben schon angesichts seines Alters von 33 Jahren definitiv nicht Teil einer perspektivischen Zukunftsplanung. Stattdessen muss Mainz 05 abermals ein halbes Jahr auf Sicht fahren, um den Verbleib in der Erstklassigkeit zu retten. Langfristige Planung ist im Klub, wie in der Bundesliga bei mindestens der Hälfte der von sportlichen Krisen gehetzten Klubs, derzeit nur am Rande ein Thema.

          Umso wichtiger scheint es, dass die Mitglieder in zwei Wochen bei der Wahl des neuen Vorsitzenden die richtigen Weichen für die Zukunft stellen. Wie auf dem Platz mit de Jong ist auch hier eine starke Führung gesucht: Auch in der Vereinspolitik geht es darum, dass der oder die neue Vorsitzende kurzfristig und schnell Dinge anpackt, die in den vergangenen Monaten der Führungskrise liegengeblieben sind. Es geht darum, den Verein als Gemeinschaft wieder auf den eigentlichen Zweck des Bundesligafußballs einzuschwören. Für Experimente hat der Klub keine Zeit mehr.

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