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Ironman Wiesbaden : Tod beim Triathlon

  • -Aktualisiert am

„Das ist absolut tragisch”: Sieger Michael Raelert Bild: dpa

Der Ironman in Wiesbaden wurde von einem Unglück überschattet. Ein 55 Jahre alter Teilnehmer aus Niedernhausen starb vermutlich an Kreislaufversagen. Sieger Andreas Raelert zeigte sich betroffen: „Das ist absolut tragisch.“

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          Stille. Die Anwesenden blickten starr geradeaus, nachdem Veranstalter Kai Walter am Sonntagnachmittag die Pressekonferenz des 4. Ironman-70.3-Triathlon in Wiesbaden mit leisen Worten eröffnet hatte. Er berichtete davon, dass am Morgen beim Schwimmen ein lebloser Sportler von Rettungsschwimmern aus dem Schiersteiner Hafen geborgen worden sei. Es handelte sich, wie am Abend die Wasserschutzpolizei in Mainz-Kastel mitteilte, um einen 55 Jahre alten Athleten. Mehrmals hätten die Ärzte versucht, ihn wiederzubeleben. Erst an Land, dann in der Klinik. Vergeblich. Der Mann, der aus dem nahe gelegenen Ort Niedernhausen stammte, starb vermutlich an Kreislaufversagen. „Leider konnten sie ihn nicht retten. Wir und die Rettungskräfte haben alles getan. Ich spreche der Familie mein tiefstes Beileid aus. Wir haben einen Sportler verloren, das überschattet unsere Veranstaltung“, sagte Walter. Stille.

          Es dauerte, ehe Moderator Andreas Richter das Wort ergriff und die von Zurückhaltung geprägte Konferenz anschob. Die anwesenden erstplazierten Sportler kommentierten ihre Leistungen mit gebührender Sachlichkeit. Trotz nasskalten Wetters hatten sie vor knapp 40.000 Zuschauer ein schnelles Rennen geliefert. Bei den Männern gewann Weltmeister Michael Raelert den Europameistertitel mit einem neuen Streckenrekord. In 4:03:48 Stunden war der Weltmeister 1,9 Kilometer geschwommen, 90 Kilometer Rad gefahren und 21,1 Kilometer gelaufen. Insgesamt entspricht dies umgerechnet 70,3 Meilen - daher auch das Kürzel 70.3. Zwei Minuten und acht Sekunden hinter dem Rostocker folgte Vorjahressieger Sebastian Kienle aus Karlsruhe. Dritter wurde der Schwede Björn Andersson mit 5:21 Minuten Rückstand. Bei den Frauen verteidigte die Niederländerin Yvonne van Vlerken ihren Vorjahressieg in 4:41:52 Stunden vor der Amerikanerin Desiree Ficker (4:42:15) und Kristin Möller aus Erlangen (4:43:10).

          Raelert: „Ich musste zweimal absteigen“

          Die größte Herausforderung des Rennens erwartete die rund 3300 Sportler, darunter 43 Profis aus elf Nationen, im Taunus. Auf der ohnehin anspruchsvollen Radstrecke mit 1500 Höhenmetern kämpften sie mit heftigen Regenfällen und dichtem Nebel. „Ich musste zweimal absteigen, um meine Gesundheit nicht zu gefährden“, berichtete Sieger Michael Raelert später. Weniger Glück hatte Nicole Leder, die Darmstädterin musste aufgrund eines Sturzes frühzeitig aufgeben. Angetrieben vom starken Andersson, brachte die Spitze des Feldes die Strecke trotz der widrigen Bedingungen rasant hinter sich. Beim Wechsel zum abschließenden Halbmarathon hatte sich Andersson einen Drei-Minuten-Vorsprung herausgefahren. Doch beim Laufen baute er mächtig ab. Da zudem der zu den Favoriten zählende Tscheche Filip Ospaly beim Radfahren gestürzt und ausgeschieden war, entwickelte sich ein Zweikampf zwischen Kienle und Raelert. Der Vorjahressieger aus Karlsruhe forcierte das Tempo. Doch näher als auf 30 Sekunden kam er nicht heran an den Führenden, der ihn zum Ende des Rennen endgültig abschüttelte.

          Über den Sieg mochte sich Raelert, der nun die Titelverteidigung bei der 70.3-Weltmeisterschaft in Clearwater/Florida im kommenden November anstrebt, angesichts des verunglückten Sportlers nicht freuen. Nachdenklich wirkte er, als er leise sagte: „Das ist absolut tragisch. Dass das bei so einem tollen Event passiert. Es wurde alles erdenklich Mögliche getan, doch es hat nicht gereicht. Das macht mich betroffen.“

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