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Im Gespräch: Manager Heidel und Hübner : „Für Frankfurt weniger Derby als für Mainz“

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Zwei Manager mit guten Beziehungen: Christian Heidel und Bruno Hübner begegnen sich am Dienstagabend in der Frankfurter Arena Bild: Bildkombo, Wonge Bergmann

Am Dienstagabend (20 Uhr) stehen sich Eintracht Frankfurt und Mainz 05 zum Nachbarschaftsduell gegenüber. Im Interview sprechen die Manager Christian Heidel und Bruno Hübner über Freundschaft, Konkurrenz und Derby-Charakter.

          Sechzehnmal haben sich die Wege von Eintracht Frankfurt und Mainz 05 in erster und zweiter Liga bis heute gekreuzt: Das häufigste Ergebnis war ein Unentschieden. Zehnmal fanden die Rivalen nach neunzig Minuten keinen Sieger. Nur zweimal gingen Begegnungen aus Sicht der Frankfurter verloren. Ihre letzte Niederlage, am 30. April 2011, fiel in eine denkwürdige Phase – zwei Wochen nach dem 0:3 am Bruchweg stieg die Eintracht ab. Viermal hatte der Klub aus der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt das Nachsehen. An diesem Dienstag (20 Uhr/ live im F.A.Z.-Liveticker) steht ein Nachbarschaftsduell auf Augenhöhe auf dem Programm zwischen dem Vierten und Neunten der Tabelle.

          Herr Heidel, Sie und Bruno Hübner sind sehr nah voneinander aufgewachsen. Sie links des Rheins, Hübner im rechtsrheinischen, zu Hessen zählenden Mainzer Vorort Kastel. Haben Sie ihn in der Jugend wahrgenommen?

          Heidel: Aktiv gab es da keine Berührungspunkte.

          Sie sind nur zwei Jahre auseinander. Gab es in der Jugend ein Spiel zwischen Ihrem Jugendklub Fontana Finthen und Hübners Kastel 06?

          Heidel: Ich habe gar nicht in der Jugend gespielt, sondern erst bei Fontana Finthen beei den Aktiven in der damaligen fünften Liga angefangen. Da war Bruno schon viel weiter und besser. Ich habe ihn dann wohl erst wahrgenommen, als er für den 1. FC Kaiserslautern gespielt hat.

          Waren Sie dann ein wenig Fan von einem Mainzer, der es Anfang der 80er Jahre in die Bundesliga geschafft hat, oder waren Sie sauer, dass er nicht bei Mainz 05 spielte, wo sie damals als Fan zu jedem Oberligaspiel gegangen waren?

          Heidel: Ich muss ehrlich gestehen, dass ich damals ganz selten nur nach Kaiserslautern gefahren bin, sondern viel öfter zur Eintracht, wenn ich Bundesliga sehen wollte. Frankfurt war einfach von der Anfahrt her besser erreichbar. Und ich konnte gegenüber Bruno damals als Fan gar keinen Argwohn haben, dass er nicht für Mainz 05 gespielt hat. Uns gab es ja quasi gar nicht, wir haben da unten im Amateurbereich rumgegurkt.

          Hübner: Ich muss mal einhaken. Wir hätten uns fußballerisch schon auch noch begegnen können, weil ich nach meiner Verletzung bis runter in die A-Klasse gegangen bin bei meinem Wechsel nach Wehen. Somit wäre es natürlich möglich gewesen. Aber wir haben uns tatsächlich erst als Manager kennengelernt. Er war da für mich so was wie der große Ratgeber. Er hat mir in Wehen viel geholfen mit Tipps oder auch mit dem ein oder anderen Spieler, der uns weitergeholfen hat. Umgekehrt war das nicht ganz so viel. Aber vier oder fünf Spieler haben wir auch Mainz 05 zugeliefert.

          Heidel (lacht): Das kannst Du ja jetzt mit dem ein oder anderen Frankfurter Spieler noch nachholen!

          „Man kann sich Mainz 05 sicher nicht ohne Heidel vorstellen. Die Eintracht ohne Hübner geht aber ganz sicher“

          War Mainz 05 für Sie ein Vorbild in der Wehener Zeit?

          Hübner: Natürlich verfolgst Du diese Entwicklung auf der anderen Rheinseite. Das war phantastisch, wie Mainz 05 das gemacht hat. Das war schon ein Vorbild für uns in Wehen. Es gab auch so viele Themen, bei denen wir uns gekreuzt haben. Christian hat mir beim Stadionthema hier in Wiesbaden sehr geholfen. Wir hatten ja sogar mal kurz erwogen, gemeinsam ein Stadion für Wehen und Mainz in Kastel zu bauen.

          Gab es für Sie eigentlich nie die Überlegung, zumindest in der Jugend von Kastel 06 zu Mainz 05 zu wechseln?

          Hübner: Sicher gab es diese Überlegungen. Aber ich war relativ bodenständig und blieb Kastel eben treu. Kaiserslautern war eine sportliche Entscheidung.

          Stichwort Bodenständigkeit: Heidel ist seit 20 Jahren Manager in Mainz. Sie waren ähnlich lange in Wehen. Können Sie sich eine ähnlich lange Zeit in Frankfurt vorstellen?

          Hübner: Man kann sich Mainz 05 sicher nicht ohne Heidel vorstellen. Die Eintracht ohne Hübner geht aber sicher. Ich habe jetzt anderthalb Jahre meinen Job gemacht und vielleicht auch das ein oder andere bewegt. Die Aufgabe macht mir auch Spaß, und ich kann mir natürlich eine längerfristige Zusammenarbeit vorstellen. Aber die tiefe Verbundenheit zur Eintracht muss ich mir sicher erst erarbeiten. Das Standing eines Heidel kann man nicht einfach so übernehmen, das muss man sich erarbeiten.

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