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Handball in Großwallstadt : Mit jungen Talenten zurück an die Spitze

So soll es einmal aussehen: das neue Handball-Leistungszentrum in Großwallstadt Bild: RMZ

Ein Leistungszentrum mit Internat und medizinischer Abteilung soll dem TV Großwallstadt den Weg zurück an die Spitze des deutschen Handballs ebnen. Rund zwölf Millionen Euro umfasst das Investitionsvolumen des Projekts, das dort verwirklicht wird.

          Ein Leistungszentrum mit Internat und medizinischer Abteilung soll dem TV Großwallstadt den Weg zurück an die Spitze des deutschen Handballs ebnen. Rund zwölf Millionen Euro umfasst das Investitionsvolumen des Projekts, das seit in der Gemeinde Großwallstadt (Landkreis Miltenberg) verwirklicht wird und beispiellos im süddeutschen Raum sein soll. Zum symbolischen ersten Spatenstich kamen Vertreter von Politik, Wirtschaft und Sport aus der Region und aus der Landeshauptstadt München.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Bis zum Frühjahr 2009 entsteht in der Nähe der jetzigen Geschäftsstelle des TVG auf mehr als 10.000 Quadratmetern ein fünfgeschossiges Bauwerk. Es soll zwei Sporthallen, ein medizinisches Zentrum, Büro- und Konferenzräume und eine Gaststätte beherbergen. Das erste Obergeschoss wird an ein IT-Unternehmen vermietet. Auch die Geschäftsstelle des Vereins soll einziehen. Das wichtigste Element ist ein Internat für 30 Jugendliche. Hier sollen junge Talente den Sport und ihre schulische Ausbildung miteinander verbinden können. Mit zwei Gymnasien und einer Realschule aus dem Kreis ist zu diesem Zweck eine Zusammenarbeit vereinbart worden.

          Gut 1,1 Millionen Euro vom Freistaat

          Hauptinvestor ist der Unternehmer Gerd Schüßler. Er ist gleichzeitig Vorsitzender des Aufsichtsrates der TV Großwallstadt Handball AG und hat für die Verwirklichung des Projektes eigens eine Gesellschaft gegründet. Mit 1,125 Millionen Euro unterstützt der Freistaat Bayern das Vorhaben. Von einer „unüblichen“ Art der Förderung sprach der Vertreter des Kultusministeriums, Martin Grillenberger. Als Gegenleistung für den Baukostenzuschuss werden dem Bayerischen Handball-Verband die Hallen und Räume zur Verfügung gestellt, damit er dort seine Kader sichten und Schulungen vornehmen kann.

          Dessen Präsident Gerd Tschochohei wird von allen Seiten gelobt. Denn der Bayerische Handball-Verband unterstützt das Vorhaben im nordwestlichen Zipfel des Freistaats, obwohl die Mannschaften des TVG in den Ligen des hessischen Landesverbandes spielen. Tschochohei selbst hob hervor, dass der TVG der einzige bayerische Bundesligist und nach wie vor im Leistungssport verankert sei. Allerdings wollte er auch nicht darüber hinwegsehen, „dass es nach oben noch Luft gibt“. Der Verein belegt derzeit den zehnten Tabellenplatz der ersten Liga. Es gebe einen offensichtlichen Zusammenhang zwischen dem Etat eines Vereins und dessen Tabellenplatz, sagte Schüßler. Weil die finanziellen Möglichkeiten des TVG und seiner Sponsoren begrenzt seien, werde man nun mit Hilfe des Leistungszentrums versuchen, an die Spitze des deutschen Handballs zurückzukehren.

          Politik sichert Unterstützung zu

          Die Unterstützung der Region auf diesem Weg sicherten ihm Landrat Roland Schwing und der Bürgermeister von Großwallstadt, Reinhold Köhler (CSU), zu. Die Gemeinde stellt für das neue Leistungszentrum die benötigte Parkplatzfläche kostenlos zur Verfügung. Der Landkreis gibt einen Baukostenzuschuss von 50.000 Euro. Schwing wies darauf hin, dass kein anderer Landkreis in Deutschland im Handball eine so hohe Leistungsdichte vorzuweisen habe.

          Schwing sagte außerdem, das künftige Leistungszentrum in Großwallstadt müsse langfristig über die bayerischen Landesgrenzen hinaus Ausstrahlungskraft entfalten und sich auch für die angrenzenden Regionen in Hessen und Baden-Württemberg als interessante Adresse für den Handballsport etablieren.

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