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Fußball : Mainz gewinnt das Rennen um Weigelt Fischer macht die Finanznot Sorgen

raw. FRANKFURT. Spätestens jetzt dürfte den Verantwortlichen der Frankfurter Eintracht der Unterschied zwischen Erster und Zweiter Fußball-Bundesliga bewußt geworden sein. Denn nicht die Eintracht, sondern der aufgestiegene Nachbar vom FSV Mainz 05 hat das Rennen um Benjamin Weigelt gewonnen.

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          raw. FRANKFURT. Spätestens jetzt dürfte den Verantwortlichen der Frankfurter Eintracht der Unterschied zwischen Erster und Zweiter Fußball-Bundesliga bewußt geworden sein. Denn nicht die Eintracht, sondern der aufgestiegene Nachbar vom FSV Mainz 05 hat das Rennen um Benjamin Weigelt gewonnen. Am Pfingstsonntag wurde der Transfer des 21 Jahren alten Abwehrspielers von Zweitliga-Aufsteiger Rot-Weiß Essen an den Bruchweg vertraglich geregelt. Der Linksverteidiger erhält einen Dreijahresvertrag bis zum 30. Juni 2007. Über die Ablösesumme wurde Stillschweigen vereinbart, sie soll 100 000 Euro betragen. Ebenfalls für drei Jahre unterschrieb Verteidiger Nikolce Noveski vom FC Erzgebirge Aue, und auch Conor Casey vom Karlsruher SC, Schütze des 1:0 gegen Aachen, geht für drei Jahre zu den Mainzern.

          Der als großes Talent geltende Weigelt hatte in Essen noch einen Vertrag bis Juni 2005. Neben der Ablöse vereinbarten beide Vereine, daß die Essener an einem möglichen Weiterverkauf in den kommenden Jahren finanziell partizipieren. "Wir haben Weigelt in der Winterpause die Zusage gegeben, in die Bundesliga zu wechseln, wenn die Ablöse stimmt. Mit Mainz haben wir eine vernünftige Einigung erzielt", bestätigte das Essener Aufsichtsratsmitglied Markus Buchberger den Transfer. Bis zuletzt hatte sich auch die Eintracht Hoffnungen gemacht, den begabten Weigelt an sich zu binden. Doch als binnen 24 Stunden der Abstieg der Frankfurter und der Aufstieg der Mainzer am vorletzten Maiwochenende feststand, änderte sich die Ausgangslage zugunsten der Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp.

          Daß die Eintracht trotz dieses Rückschlags weiterhin emsig nach Verstärkungen Ausschau hält, versteht sich nahezu von selbst. Gerade in der Defensive des Bundesliga-Absteigers klemmt es, stehen doch mit Jens Keller, Jurica Puljiz, Andree Wiedener, Chris und Nachwuchsspieler Marco Ruß bislang lediglich fünf Verteidiger unter Vertrag. Heribert Bruchhagen, der Vorstandsvorsitzende, sucht also nicht nur einen Nachfolger für Trainer Willi Reimann, sondern auch und vor allem weitere Defensivkräfte. Hilfe erhält er dabei vom neuen Spielerbeobachter Bernd Hölzenbein, der aktuell bei der "U21"-Europameisterschaft in Deutschland mögliche Verstärkungen sichtet.

          Unterdessen hat Präsident Peter Fischer in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung abermals auf die finanziellen Nöte des Muttervereins Eintracht hingewiesen. "Ich habe unheimlich hohen Druck, den Verpflichtungen nachzukommen. Ich muß jetzt überlegen, ob wir zu unserer Finanzierung nicht Aktien der Fußball AG verkaufen. Es gibt einen Markt und Anfragen", sagte Fischer. Im Jahr 2000 hatte die ausgegliederte Fußball AG noch über 4 Millionen Euro an den Verein mit 14 Abteilungen und 6200 Mitgliedern gezahlt. Nach dem Abstieg reduziert sich die schon in den vergangenen Jahren geschrumpfte Transferleistung auf 1,6 Millionen Euro. "Das ist die Verwaltung von Mißständen. Es droht außer ganz wenigen, ganz feinen Investitionen in die Leichtathletik, die mir im olympischen Jahr sehr am Herzen liegt, und die Hockey-Bundesliga der Kahlschlag. Da gibt es keine Spielräume mehr", erklärte Fischer.

          Obwohl die Frankfurter für die Entlassung von Reimann tief in die Tasche greifen müssen, verteidigte Aufsichtsratsmitglied Fischer den Rauswurf. "Die Trennung war die einzig richtige Entscheidung. Reimann hat für den Klub und das Umfeld eine hohe Belastung dargestellt, wegen seiner sozialen und emotionalen Inkompetenz", sagte Fischer.

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