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Fußball : Die Eintracht und Mainz kämpfen um Benjamin Weigelt

Die Handys sind ausgeschaltet, die Spieler in alle Himmelsrichtungen ausgeflogen. Urlaubsstimmung bei der Frankfurter Eintracht. Doch Vorstandschef Heribert Bruchhagen ist ausgelastet. Er hält nach neuen Spielern und einem neuen Trainer Ausschau.

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          Die Handys sind ausgeschaltet, die Spieler in alle Himmelsrichtungen ausgeflogen. Urlaubsstimmung bei der Frankfurter Eintracht. Die abgestiegenen Profis sind froh, daß der Ball ruht und sie erst wieder am 2.Juli in Frankfurt zur ersten Übungseinheit sein müssen. Ob Kapitän Alexander Schur dabei ist, auch Spielmacher Ervin Skela, ist nicht bekannt. Beide haben die Vertragsangebote, die ihnen Vorstandschef Heribert Bruchhagen unterbreitet hat, bis zum Tag ihrer Abreise nicht unterzeichnet. Und auch am Tag nach der Entlassung von Trainer Willi Reimann ist keine neue Dynamik in die beiden Personalangelegenheiten gekommen.

          Auch Heribert Bruchhagen ist in Deckung gegangen, für Vertreter der Presse nicht zu erreichen. Der Mann, kein Zweifel, kann sich über Arbeit in diesen Tagen nicht beklagen. Und wieder einmal muß der Manager zweigleisig fahren. Diesmal gilt es, nicht nur neue Spieler an die Eintracht zu binden. Diesmal muß Fußballinsider Bruchhagen auch nach einem neuen Trainer Ausschau halten, was noch viel wichtiger ist, als neue Profis für die Zweitligamannschaft zu gewinnen. Was den Stand der Gespräche angeht, hält sich Bruchhagen bedeckt und an bestehenden Grundsätzen fest: "Wenn es etwas zu vermelden gibt, melden wir es. Ansonsten gibt es von mir keine Wasserstandsmeldungen. Das würde nur mögliche Transfers gefährden." Also: Es bleibt bei den bekannten Spekulationen, nach denen unter anderen Ralf Rangnick ein möglicher Kandidat für die Reimann-Nachfolge wäre. Für Jürgen Neppe übrigens, den ehemaligen, im vergangenen Sommer heftig mit Reimann aneinandergeratenen ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden, keine schlechte Wahl. "Wir brauchen einen teamfähigen Trainer mit Fußballverstand, der Spieler aus der eigenen Jugend integriert. Nachdem Jürgen Klopp mit Mainz aufgestiegen ist, ist Rangnick mein Wunschkandidat, weil er in Ulm, Stuttgart und Hannover gute Arbeit geleistet hat."

          Ob Rangnick tatsächlich der beste Mann ist, um den zwingend notwendigen Verjüngungsprozeß an entscheidender Stelle voranzutreiben? Eintracht-Vorstand Bruchhagen will nichts überstürzen, sich Zeit lassen "und von niemandem unter Druck setzen lassen", wie er am Donnerstag sagte. Gut möglich also, daß sich auch die "üblichen Verdächtigen", also die arbeitslosen Fußball-Lehrer Friedhelm Funkel, Jürgen Röber und sogar der mit Osnabrück aus der zweiten Liga abgestiegene Frank Pagelsdorf sowie der ehemalige Lübecker Coach Dieter Hecking im Kreis der Kandidaten befinden. Der ehemalige Eintracht-Profi Rudi Bommer, der vielleicht zu seinem alten Klub gepaßt hätte, hatte sich bekanntlich zu Wochenbeginn anders entschieden und den Wechsel von Burghausen nach 1860 München bekanntgegeben.

          So oder so - es klemmt bei der Eintracht. In der Defensive beispielsweise ist Vorstand Bruchhagen als Manager besonders gefordert. Auf rechts ist Uwe Bindewald in den Ruhestand geschickt worden, was der designierte Regionalliga-Aufsteiger SV Darmstadt 98 zu einer Verpflichtung nutzen möchte. Auch Sven Günther hat kein neues Vertragsangebot erhalten, und auf links stehen die letzten Gespräche mit Henning Bürger noch aus. Auch dort stehen die Zeichen auf Abschied.

          Und da gibt es dann auch noch den internen Transferwettbewerb mit Bundesliga-Aufsteiger Mainz 05. Die Rheinhessen haben gleichfalls großes Interesse, Benjamin Weigelt an sich zu binden. Der 22 Jahre alte Abwehrspieler von Zweitliga-Aufsteiger Rot-Weiß Essen, eigentlich mit der Eintracht schon so gut wie einig, steht bei den Mainzern nicht minder hoch im Kurs. Klopp will den Linksverteidiger Weigelt, Bruchhagen auch - eine Entscheidung pro oder contra erste Liga steht unmittelbar bevor.

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