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FSV Mainz 05 : Schulterschluß mit den Fans

Versprochen ist versprochen. Auf der Gegentribüne des Mainzer Bruchwegstadions hing ein Transparent „Hundert Prozent Einsatz des Teams“, auf der Südtribüne, wo die Stimmungsmacher stehen, das Gegenstück „Hundert Prozent Einsatz der Fans.“

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          Versprochen ist versprochen. Auf der Gegentribüne des Mainzer Bruchwegstadions hing ein Transparent "Hundert Prozent Einsatz des Teams", auf der Südtribüne, wo die Stimmungsmacher stehen, das Gegenstück "Hundert Prozent Einsatz der Fans." Der Mainzer Trainer Jürgen Klopp hatte vor der Zweitligapartie des FSV gegen Burghausen die Unterstützung der Zuschauer im Aufstiegskampf eingefordert - und eine Leistung der Mannschaft angekündigt, der man ihre großes Ziel jederzeit ansehen würde. Um es kurz zu machen: Es klappte anfangs nicht, Burghausen war zunächst besser, doch dann, in der 23.Minute stellte Schiedsrichter Anklam, der äußerst inflationär mit Gelben Karten hantierte, den Mainzer Dennis Weiland vom Platz. Das war das Signal für Mainz - für Fans wie Spieler. In Unterzahl, mit der leidenschaftlichen Unterstützung von 12300 Zuschauern und einem Tor von Niclas Weiland in der 48.Minute gewannen die Mainzer 1:0. Am Ende eines intensiven, leidenschaftlich geführten Fußballspiels, das mit fortschreitender Spielzeit immer mehr Züge eines Existenzkampfes trug, standen nur noch neun Mainzer auf dem Feld, nachdem der Schiedsrichter in der 87.Minute auch noch Robert Nikolic mit der Gelb-Roten Kartenkombination vom Feld geschickt hatte. Fünf Minuten waren von diesem Augenblick an noch zu spielen, und "da legten die Zuschauer noch einmal eine Schippe drauf", wie Klopp sagte. Wütende, ohrenbetäubende Pfeifkonzerte, wenn Burghausen den Ball hatte, frenetischer Jubel, wenn die Mainzer ihn auch nur nach vorne schlugen. Wacker-Trainer Rudi Bommer, ein alter Bekannter in der Rhein-Main-Region, sprach nach Abpfiff dieser harten, immer am Rande des Regelwerkes geführten Begegnung von "einem gigantischen Publikum", mit dem vieles möglich sei.

          Michael Eder

          Sportredakteur.

          Als der Kampf beendet war, die Burghausener geschlagen in den Kabinengang schlurften, feierten die Mainzer den knappen Sieg, der sie im Aufstiegsrennen hält, noch minutenlang draußen auf dem Rasen. "Der Schulterschluß mit dem Publikum hat funktioniert", sagte der sichtlich mitgenommene FSV-Präsident Harald Strutz. "Das kann aber nur der Anfang sein von dem, was noch kommen muß." Noch neun Partien haben die Mainzer zu bestreiten, fünfmal davon können sie zu Hause antreten. Da sollten sich - theoretisch - die drei Punkte aufholen lassen, die nach wie vor zwischen den Rheinhessen und Rot-Weiß Oberhausen und dem dritten Tabellenplatz liegen. Und wie wichtig der Aufstieg im dritten Anlauf für die Mainzer nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich ist, verdeutlichte Präsident Strutz am Sonntag noch einmal: "Wir wollen nicht nur aufsteigen, wir müssen aufsteigen."

          Der Druck also ist gewaltig, und das war nach fünf Unentschieden in Folge gegen Burghausen deutlich zu spüren. "Jeder wußte, was auf dem Spiel stand", sagte Niclas Weiland. Um so wichtiger sei das Erfolgserlebnis in Unterzahl gewesen. "Moralisch zählt so ein Sieg vierfach oder fünffach." Daß allen "ein Stein vom Herzen gefallen" sei, wie Trainer Klopp bemerkte, konnte auch Tamas Bodog bestätigen, der Fixpunkt einer starken Mainzer Verteidigung, die auch in Unterzahl kaum eine Torchance zuließ. "Wir waren nervöser als sonst", berichtete der Ungar, "denn wir wußten, daß wir unbedingt einen Sieg brauchten." Das Letzte hätten er und seine Kollegen aus ihren Körpern herausgeholt, "und es war ein tolles Gefühl, als es geschafft war" - für Torhüter Dimo Wache war es "Balsam auf die Seele." Nun kommen am Montag nächster Woche die punktgleichen Bielefelder zum Verfolgerduell ins Bruchwegstadion. Der nächste große Kampf für die Mainzer Mannschaft - und für ihre Zuschauer.

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