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Kommentar : Frankfurter Wohlfühlklima

  • -Aktualisiert am

Rich Chernomaz: Baumeister des Aufschwungs bei den Frankfurter Eishockey-Löwen Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Einmal nach Frankfurt – und schnell wieder weg? Zumindest im Profisport gab es zuletzt einen anderen Trend. Personelle Konstanz auf dem Trainerposten wie bei der Eintracht und den Lions ist keine Erfolgsgarantie, aber ein gutes Zeichen.

          Einmal nach Frankfurt – und schnell wieder weg. Das mag in manchen Branchen, in denen die Stadt als beruflicher Durchlauferhitzer dient, üblich sein. Im Profisport aber gab es zuletzt einen anderen Trend. Friedhelm Funkel hat gerade erst seinen Trainervertrag bei Eintracht Frankfurt um ein Jahr verlängert. Es wird sein fünftes am Main sein. Rich Chernomaz, der Kollege von den Frankfurt Lions, ist schon seit fünf Jahren da und hat kurz nach Funkel sogar bis 2010 unterschrieben.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das lässt auf ein allgemeines Wohlfühlklima schließen, vor allem aber auf zwei gut geführte Vereine. Wenn es um den Trainerposten geht, ist der stete Wechsel nämlich verdächtig und Konstanz in den meisten Fällen ein Qualitätsmerkmal. Vereine tun gut daran, einem Trainer, den sie einmal als gut beurteilt und eingestellt haben, ausreichend Zeit zu geben und bei Gegenwind nicht gleich einzuknicken. Geduld zahlt sich meistens aus. Die Eintracht hat sich unter Funkel stabilisiert und stetig verbessert. Die Lions sind mit Chernomaz an der Bande zu einer ausgezeichneten Adresse in der Deutschen Eishockey Liga geworden. Ein paar verlorene Spiele ändern an der guten Bilanz nichts, denn wichtiger sind die langfristige Entwicklung einer Mannschaft und die grundsätzliche Qualität eines Trainers. Die Liste der lohnenswerten Langzeitverbindungen lässt sich leicht fortsetzen.

          Auch dem FSV Mainz 05 hat es in den vergangenen Jahren nicht geschadet, Jürgen Klopp als Trainer zu vertrauen. Er durfte sogar aus der Bundesliga absteigen, ohne von den Mainzern in Frage gestellt zu werden. Ein Luxus im aufgeregten und oft genug aktionistischen Profifußball. Inzwischen ist ein Wiederaufstieg in Reichweite.

          Personelle Konstanz auf dem Trainerposten ist zwar keine Erfolgsgarantie, zumindest aber ein gutes Zeichen. Wer sich an dieser wichtigen Stelle gerne für den schnellen Wechsel entscheidet, verliert oft den Überblick: Führt nun der Misserfolg zum häufigen Wechsel oder der häufige Wechsel zum Misserfolg? In diesem Dilemma stecken gerade Vereine wie Kickers Offenbach oder die Frankfurt Skyliners, die unter verschiedenen Trainern nicht so recht auf die Beine kommen. 2004 waren die Skyliners noch deutscher Basketballmeister. Seit einiger Zeit aber stehen sie für einen wankelmütigen Großverein, dem gleich mehrere neue Trainer nicht entscheidend weitergeholfen haben. Und auch bei den Kickers steht der Nachweis noch aus, dass es Jörn Andersen auf der Trainerbank wesentlich besser macht als sein Vorgänger Wolfgang Frank.

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