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Heißer Herbst : Frankfurter Eintracht sucht die richtige Mischung

  • -Aktualisiert am

Nachdenklich: Eintracht-Profis nach der Niederlage in Dortmund Bild: dpa

Im Kader der Frankfurter Eintracht stehen fünf Torleute; aber sie stößt in der Defensive früh in der Saison an Grenzen, weil es an verlässlichen Alternativen für die Außenpositionen fehlt.

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          Schönzureden gibt es nichts. Fünf Pflichtpartien sind absolviert. Vier gingen verloren. In der Bundesliga stehen nach dem dritten Spieltag drei Punkte auf dem Konto: Zu einer Mannschaft, vor der die Konkurrenz zittern müsste, ist die Frankfurter Eintracht noch nicht zusammengewachsen. Sie befindet sich weiterhin auf der Suche nach einer personellen Mischung, die so funktioniert, dass auch individuelle Fehler kompensiert werden können, bevor sie, wie ebenfalls gegen Dortmund, folgenschwer zu Buche schlagen.

          Gegen den BVB zahlte N’dicka Lehrgeld. Der Youngster mühte sich nach Kräften, machte vieles ordentlich, aber längst nicht alles fehlerfrei. Daraus resultierte das erste Gegentor. Dass der Teenager, dessen Potential eigentlich behutsam geweckt werden sollte, im Schnelldurchgang Verantwortung übernehmen muss, ist der Verletzungsmisere und der Sperre des Kollegen Willems geschuldet. Aber auch Versäumnisse auf dem Transfermarkt machen die Suche nach mehr Balance in der Verteidigung ausgesprochen kompliziert.

          Alternativen für die Außenpositionen

          Im Kader der Eintracht stehen fünf Torleute; aber sie stößt in der Defensive früh in der Saison an Grenzen, weil es an verlässlichen Alternativen für die Außenpositionen fehlt. Zeit, um die Improvisationskunst im Training zu verfeinern, bleibt Chefcoach Hütter durch die Verpflichtungen in der Europa League kaum. Der Österreicher ist seit zwölf Wochen in Frankfurt im Einsatz – nicht eine davon verlief dabei so, wie er es sich gewünscht hatte, um den Umbruch mit ruhiger Hand zu gestalten.

          Gemessen an den aktuellen Unzulänglichkeiten und dem Ungemach, was kommen kann, wenn sich der Trend während der sechs Partien in den nächsten 21 Tagen nicht umkehren lässt, macht sich Hütter auffallend besonnen ans Werk. Die Nervosität, die ihm anfangs im ungewohnten Umfeld anzumerken war, ist beharrlichem Eifer gewichen. Dazu trägt die Erkenntnis bei, dass er und die Mannschaft eine Arbeitsgrundlage gefunden haben, auf der sie aufbauen wollen.

          Hochkarätig nachgelegt

          Viel fehlte zum Teilerfolg in Dortmund nicht, wenn Aufwand und Ertrag in einem anderen Verhältnis gestanden hätten. Auch gegen den BVB war erkennbar, dass zwar längst nicht alles gut, aber eben auch besser ist, als es die blanken Resultate zum Start in die Runde auf den ersten Blick ausdrücken: Die Eintracht-Profis liefen mehr als ihre Gegenspieler (120 Kilometer), gewannen die Mehrzahl der Zweikämpfe (55 Prozent), und bis in die zweite Hälfte hinein waren es die Innenverteidiger des BVB, die die meisten Ballkontakte besaßen – was für ein funktionierendes Frankfurter Pressing spricht.

          Gegen Konkurrenten, die nicht das gleiche Kaliber wie der BVB vorweisen, der mit Witsel und Alcacer nach der Pause hochkarätig nachlegte, besteht für Hütter und seine Leute die Hoffnung, sich besser aus der Affäre ziehen zu können. Das ist dann auch zwingend nötig, um in diesem heißen Herbst nicht weiter unter Druck zu geraten – und macht die Aufgabe nicht unbedingt leichter.

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