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Frankfurter Skyliners : Korrektur statt Kater

„Wir hatten am Montag einen Kater”, sagt Cheftrainer Gordon Herbert Bild: Wonge Bergmann

Sind die Skyliners nach der ernüchternden Vorstellung, die sie beim 58:75 in der Stadthalle von Bremerhaven gegeben haben, überhaupt noch in der Lage, die Geschicke zu ihren Gunsten zu wenden? Leise Zweifel sind angebracht.

          Schaffen die Skyliners das? Können die Frankfurter Basketballprofis die Auftaktniederlage vom vergangenen Montag beim ersten Halbfinalspiel wieder wettmachen? 0:1 liegen sie im Rennen mit den Eisbären Bremerhaven um den Einzug ins Finale zurück und stehen an diesem Donnerstag im zweiten Spiel dieser „Best of five“-Serie unter Zugzwang (Ballsporthalle, 18 Uhr/ live auf Sport1). Verlieren sie auch dieses Spiel, hätte Bremerhaven an diesem Samstag beim dritten Spiel in eigener Halle die Chance auf den Finaleinzug.

          Doch so weit ist es noch nicht. Die Frage ist nur: Sind die Skyliners nach der ernüchternden Vorstellung, die sie beim 58:75 in der Stadthalle von Bremerhaven gegeben haben, überhaupt noch in der Lage, die Geschicke zu ihren Gunsten zu wenden? Leise Zweifel sind angebracht. Die Gefahr eines weiteren Scheiterns ist vorhanden. Kamil Novak, der Sportdirektor der Skylines, umreißt die psychologischen Aspekte, die eine solche Situation prägen: „Irgendwann brichst du ein, und dann ist es unheimlich schwer, wieder herauszukommen.“

          Verkatert vom Sieg gegen Alba

          Novak würde so etwas aber nicht sagen, wenn er nicht überzeugt wäre, dass die Skyliners vor eigenem Publikum zurückfinden zu jener Leistung, welche die Mannschaft im Viertelfinale gegen den großen Favoriten Alba Berlin gezeigt hatte. Der große Unterschied zu diesen Spielen war die mannschaftliche Geschlossenheit, mit der sie auftraten. In Bremerhaven war davon nicht viel zu sehen. Einzelleistungen statt Teamgeist prägten dort die Szene, in der sich lediglich zwei Spieler einigermaßen erfolgreich präsentierten: Jimmy McKinney und Greg Jenkins. „Wir hatten am Montag einen Kater“, sagt Cheftrainer Gordon Herbert und präzisiert: „Keinen Alkoholkater, sondern einen von unserem Sieg gegen Alba.“

          Der Siegesrausch ist nach der Niederlage gegen Bremerhaven mit einem Schlag verflogen – und das Erwachen war schmerzhaft. Sportdirektor Novak erhofft sich heilsame Wirkungen von der unerwartet deutlichen Frankfurter Schlappe in Bremerhaven. „Vielleicht war es gut, dass wir nicht nur mit drei oder vier Punkten Unterschied verloren haben. Vielleicht ist das eine gute Lehre für uns.“

          Umfangreiche Fehleranalyse

          Was den Skyliners bleibt, ist das Wissen, dass sie deutlich besser spielen können, als sie dies in der Stadthalle von Bremerhaven gezeigt haben. Zumindest darf man erwarten, dass die Mannschaft von Headcoach Herbert in der Lage sein wird, mit dem Tempo-Basketball der überhaupt nicht behäbigen Eisbären mitzuhalten. Ob das dann für einen Sieg reicht, bleibt abzuwarten. Denn auch in fremder Halle sind die Bremerhavener Profis stark, wie das letzte Viertelfinalspiel gegen die BG Göttingen am Freitag gezeigt hatte. Zehn Punkte lagen die Norddeutschen zwei Minute vor Spielende hinten – und drehten die Partie in letzter Sekunde noch zu ihren Gunsten. Derartiges ist eigentlich auch eine Tugend der Skyliners, aber es wirkt fast so, als habe Bremerhaven den Hessen alle Vorzüge weggeschnappt und wende sie gegen Frankfurt an: die mannschaftliche Geschlossenheit, den Enthusiasmus, die Treffsicherheit bei Distanzwürfen, die variable und effektive Abwehr.

          Die Skyliners haben lange Zeit mit der Fehleranalyse zugebracht. Videositzungen und umfangreiche Besprechungen sollten Schwachstellen aufzeigen, um sie bis zu dieser zweiten Partie gegen Bremerhaven zu beheben. Auch die lange Busfahrt nach Norddeutschland hatten die Hessen kurz beleuchtet. Aber das Argument war schnell entkräftet. „Bremerhaven ist am Freitag nach dem Spiel in Göttingen auch mit dem Bus nach Hause gefahren, während wir uns ausruhen konnten“, sagte Novak. „Wenn man diesen Maßstab anlegt, hätten wir mit 20 Punkten Unterschied gewinnen müssen.“ Noch steht nicht ganz fest, wie die Frankfurter an diesem Samstag nach Bremerhaven kommen, wenn das dritte Spiel ausgetragen wird. Sicher ist derzeit nur eines: Aus der Jagd auf die Eisbären ist eine Aufholjagd geworden.

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