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Frankfurt Skyliners : Pascal Rollers letztes Jahr als Profi?

Kopf der Mannschaft – Skyliners-Kapitän Pascal Roller. Bild: Wonge Bergmann

Der Kapitän der Skyliners versuchtschon seit den Play-offs der vergangenen Saisondie Schmerzen in seinem Knie zu besiegen – bislang ohne Erfolg.

          Der Tag nach dem Spiel brachte für Pascal Roller zunächst einen Routinegang. Montagvormittag, Frankfurt Bockenheim, Besuch bei Teamarzt Dr. Wolfgang Raussen. 83:75 hatte der Basketball-Bundesligaklub am Sonntagabend mit seinem Kapitän gegen den BBC Bayreuth gewonnen. Es war der neunte Heimsieg in dieser Saison, deren Hinrunde die Skyliners damit als zu Hause ungeschlagenes Team abschließen werden. Auch dem 34 Jahre alten Aufbauspieler war die Zufriedenheit über den Lauf der sportlichen Dinge anzumerken. Dennoch bedrückt den Basketballprofi derzeit etwas, was mit dem Gang zum Orthopäden zusammenhängt. „Ich habe seit den Play-offs der vergangenen Saison Knieschmerzen“, sagt Roller. Im Juni hatten die Skyliners den Baskets Bamberg im Finale der Basketball-Bundesliga einen heißen Kampf geliefert und sich dem späteren Meister erst im fünften und letzten Spiel der Play-off-Serie geschlagen gegeben. Schon zuvor hatte sich Roller gequält. Und Besserung ist, so wie es scheint, auch jetzt nicht in Sicht: „Eigentlich hatte ich gedacht, diese Geschichte über den Sommer durch entsprechende Regeneration auskurieren zu können“, erzählt Roller. „Das war aber leider nicht der Fall.“ Vor allem zum Beginn dieser Spielzeit habe ihn die Verletzung „vor sehr heftige Probleme gestellt. Ich leide im äußeren Kniescheibenbereich unter sehr starken Zugschmerzen. Das ist eine mechanische Reaktion, die sich auch durch physiotherapeutische Maßnahmen nicht richtig in den Griff bekommen lässt.“ Seitdem leidet Roller: „Ich habe seit der Play-off-Runde keinen Tag gehabt, an dem ich schmerzfrei war.“

          Im Spiel gegen Bayreuth stand Roller rund 17 Minuten auf dem Feld, steuerte acht Punkte zum Sieg über die Oberfranken bei. Nur einen von vier Wurfversuchen aus der Distanz konnte der Aufbauspieler dabei im Korb des Gegners unterbringen. Dass das Knie mit für die Trefferquote verantwortlich sein könnte, will Roller nicht ohne weiteres hinnehmen. „Ich weigere mich ein Stück weit, das als Erklärung zu akzeptieren. So lange man spielt, muss man sich auch an seinen Leistungen messen lassen“, sagt er, räumt aber ein: „Aber es ist sicherlich auch etwas, was einen gewissen Einfluss auf meine Bewegungsabläufe hat.“

          „In Bonn zu spielen, ist immer schwierig“

          Die Bundesligasaison ist noch lang, und der Frankfurter Kapitän wird sich wohl auf weitere Schmerzen einstellen müssen. Momentan sei das weiter kein Problem, sagt Roller. Aber mittelfristig könnte das Knie dann doch eine wichtige Entscheidung in der Karriereplanung des einstigen Nationalspielers nachhaltig beeinflussen. Mit dem Ende dieser Spielzeit läuft Rollers Sechsjahresvertrag mit den Skyliners aus. Und der Gedanke an ein Ende der leistungssportlichen Laufbahn ist durch die Verletzung noch präsenter geworden, als er es für den Vater zweier Kinder ohnehin schon war. „Ich würde zum jetzigen Zeitpunkt sagen, dass es höchstwahrscheinlich mein letztes Jahr ist, das ich spiele“, sagt Roller. „Wenn ich heute eine Entscheidung treffen müsste unter den jetzigen Bedingungen, würde ich sagen: Es ist mein letztes Jahr – sicherlich auch bedingt durch meine Knieverletzung.“

          Auch wenn bei den Skyliners der Amerikaner DaShaun Wood die Rolle des Starters auf der Spielmacherposition eingenommen hat und Roller als sogenannter „Bankspieler“ versucht, Akzente zu setzen, spielt der mit 1,80 Meter relativ klein gewachsene Point Guard doch immer noch eine große Rolle im Gefüge der Mannschaft. „Pascal gibt uns wertvolle Minuten von der Bank“, sagt Skyliners-Sportdirektor Kamil Novak. Über einen möglichen Ausfall des Aufbauspielers will Novak „lieber erst gar nicht nachdenken.“ Roller ist, auch wenn er bei den Skyliners ins zweite Glied zurückgetreten ist und ganz andere Aufgaben wahrnimmt als in der vergangenen Saison, neben dem Amerikaner Aubrey Reese immer noch ein Frankfurter Erfolgsfaktor. Dass mit ihm auch als Scorer stets zu rechnen ist, hat er erst kürzlich im Heimspiel gegen Trier bewiesen. Da war Roller beim deutlichen 72:55-Sieg mit 17 Punkten bester Schütze der Skyliners. „Der Gegner kann sich bei Pascal nie sicher sein und muss ihn immer verteidigen“, sagt Novak. Mit dem wohl bevorstehenden Karriereende des Kapitäns würde auch eine Ära bei den Frankfurt Skyliners enden. Kein anderer Profi hat den Klub so geprägt wie Roller. Aber noch ist es nicht so weit. Der Spielmacher kämpft weiter gegen seine Schmerzen an. Sollte er den Kampf gewinnen, sagt er, sei eine weitere Spielzeit durchaus „eine Option“.

          An diesem Mittwoch treten die Frankfurter bei den Baskets in Bonn an (20 Uhr). Und selbstverständlich wird auch Roller die Reise ins Rheinland mit antreten. „In Bonn zu spielen, ist immer schwierig“, sagt der Frankfurter Kapitän, für den die Mannschaft von Trainer Michael Koch zu den gefährlichen, schwer auszurechnenden Gegnern zählt. Knieschmerzen hin, Gedanken ans Karriereende her – im Gespräch über den bevorstehenden Gegner ist Roller Basketballprofi ganz ohne Abstriche: „Wir werden versuchen müssen, Bonn defensiv zu stoppen.“

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