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Frankfurt Skyliners : Denker und Lenker

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Selten so allein: DaShaun Wood ist ein Glücksfall für die Skyliners – und eine Gefahr für jeden Gegner. Bild: Wonge Bergmann

Seine Verpflichtung war ein Wagnis – doch der Mut zum Risiko macht sich bezahlt: DaShaun Wood soll die Skyliners auch im Spitzenspiel gegen Bamberg zum Sieg führen.

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          Als Wolfgang Heyder gefragt wird, wer der bessere Spielmacher sei, muss der Bamberger Basketballmanager lachen. Keiner wäre überrascht, wenn er sich auf John Goldsberry, den starken Point Guard der Franken, festlegen würde. Doch Heyder sagt ganz diplomatisch: „John und DaShaun Wood haben beide ihre Qualitäten.“ Das drückt die hohe Wertschätzung aus, die der Skyliners-Profi Wood in der Bundesliga genießt. Jener Spieler, über dessen Verpflichtung offenbar auch die Bamberger vor dieser Saison nachgedacht haben. Aber das Risiko war ihnen zu groß. Denn Wood fiel zuvor fast ein Jahr aus – wegen Problemen mit seinem rechten Knie. Jetzt ist der Ligarivale Frankfurt Skyliners für seine mutige Investition belohnt worden: mit im Schnitt 17,7 Punkten ist der 25 Jahre alte Wood der Bundesliga-Topscorer. Von seiner Zwangspause spricht heute niemand mehr.

          An diesem Samstag (17 Uhr), wenn der Rangzweite Frankfurt den souveränen Tabellenführer Bamberg zum Spitzenspiel empfängt, werden Wood und Goldsberry auf hohem Niveau zum dritten Mal ihre Kräfte messen. Erfolgreich als Denker und Lenker seines Teams war bisher nur der Bamberger Aufbauspieler; sowohl im Champions-Cup als auch im Hinspiel in Bamberg blieben die Skyliners chancenlos. Das wurmt besonders Wood. Er gehört zu den wenigen Spielern in Frankfurt, die offen von der Meisterschaft sprechen – und dessen Selbstbewusstsein dementsprechend genauso groß wie das der Bamberger ist. Wie wichtig sein Widersacher Goldsberry für den Titelverteidiger ist, zeigte die Begegnung vor Wochen beim Tabellenletzten Düsseldorf. Der 28 Jahre alte Amerikaner fehlte dem Meister wegen einer Sperre – und prompt blamierten sich die Bamberger. Es war die einzige Niederlage der Mannschaft von Trainer Chris Fleming in den zurückliegenden 21 Spielen. Anders als Wood, der zudem der zweitbeste Vorlagengeber der Liga ist, ragt Goldsberry aber nicht in den Statistiken heraus. Der in Ohio geborene Spieler taucht nicht einmal in der Liste der besten 50 Werfer auf. Trotzdem gilt er als Führungsperson als perfekte Besetzung. Nicht nur, weil Goldsberry das hochveranlagte und sehr ausgeglichen besetzte Bamberger Ensemble auf dem Feld gekonnt in Szene zu setzen weiß. Der Teamplayer ist mit seiner Härte außerdem ein hervorragender Verteidiger. Und wenn er zum Wurf ansetzt, sind die Erfolgsaussichten gut: Seine Quote aus dem Feld beträgt rund 48 Prozent. Alles in allem macht das Goldsberry zur „idealen Spielerpersönlichkeit“ in Bamberg, wie es Heyder ausdrückt.

          Die Skyliners müssen den Ausfall von Roger Powell verkraften

          Wood, der viel öfter den Abschluss sucht als sein Bamberger Gegenpart, ist auch deswegen ein anderer Spielertyp. Für die Skyliners ist er mindestens genauso wichtig. Ohne ihren schnellen Point Guard, der mehrere Gegenspieler bindet, würden die Frankfurter vermutlich nicht auf einem vorderen Platz stehen. Aber Wood erhält als Regisseur nicht die Unterstützung, die Goldsberry in Bamberg bekommt. Dort bilden er und Anton Gavel (10,6 Punkte im Schnitt) wohl das stärkste Bundesliga-Gespann auf ihrer Position. „John und Anton machen viel Druck. Sie spielen sehr physisch“, sagt Skyliners-Sportdirektor Kamil Novak und fordert deshalb Jimmy McKinney, Quantez Robertson und Pascal Roller auf, Wood an diesem Samstag zu assistieren: „DaShaun braucht Hilfe.“ Aber gerade Roller ist von seinem Leistungsvermögen weit entfernt. In der verloren gegangenen Finalserie in der Vorsaison gegen Bamberg war das noch anders, als der frühere Nationalspieler mit seiner Präsenz an seine guten Zeiten erinnerte.

          Unterdessen müssen die Skyliners den Ausfall von Roger Powell verkraften. Der Power Forward ist am Mittwoch operiert worden, weil er sich im Training bei einem Zusammenprall mit einem Mitspieler einen zweifachen Jochbeinbruch zuzog. Wie lange der Amerikaner nun ausfällt, soll sich an diesem Samstag bei einer Nachuntersuchung herausstellen; schlimmstenfalls droht laut Trainer Gordon Herbert eine Abwesenheit von zwei bis drei Monaten. Den Vertrag mit Powell, der dem Klub schon wegen eines Kreuzbandanrisses mehrere Wochen nicht zur Verfügung gestanden hatte, können die Frankfurter allerdings Ende Februar kündigen. Womöglich werden sie sich also auf die Suche nach Ersatz begeben. Ein Kandidat könnte Jermaine Bucknor sein, der schon zweimal bei dem Klub ausgeholfen hat. „Bamberg spielt im Moment auf einem Level, das ich so in Deutschland lange nicht gesehen habe“, sagt Herbert. „Da tut es natürlich weh, mit Powell einen starken Rebounder und Scorer zu verlieren.“

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