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Frankfurt Skyliners : Auf Schatzsuche

Den Sieg im Blick: Pascal Roller von den Frankfurt Skyliners Bild: Wonge Bergmann

Die Frankfurt Skyliners greifen vor dem Top-Four-Turnier in Bamberg zu ungewöhnlichen Methoden und wollen den zweiten Pokalsieg nach 2000.

          Wo geht’s lang? Die Frankfurt Skyliners haben sich in den zurückliegenden Tagen diesem Thema aus mehreren Richtungen genähert. In einem Trainingslager, das die hessischen Basketballprofis am Dienstag kurzentschlossen bezogen, suchten sie den besten Weg, der sie am Sonntag idealerweise zum Pokalsieg führen soll. Dazu müssen die Skyliners beim Top-Four-Turnier in der Bamberger Arena zunächst einmal die Braunschweig Phantoms im Halbfinale besiegen (Samstag, 16.45 Uhr). Erst dann könnten sie den steilen und schmalen Pfad in Richtung Endspiel beschreiten, in dem sie dann am Sonntag (16.45 Uhr / beide Spiele live auf Sport1) auf den Sieger zwischen dem Titelverteidiger aus Bamberg und den Artland Dragons aus Quakenbrück treffen würden.

          Kamil Novak, der Sportdirektor der Skyliners, rechnet in aller Vorsicht den Baskets aus Oberfranken vor 6800 überwiegend oberfränkischen Fans eine „leichte Favoritenrolle“ zu. Wobei man selbst bei kritischer Einschätzung der Bamberger Chancen das Adjektiv „leicht“ durchaus auch weglassen könnte. Der Heimvorteil, in dessen Genuss die Baskets kommen, dürfte erheblich sein. So sehr, dass der einstige Nationalspieler Ademola Okulaja jüngst Kritik am Austragungsmodus übte und forderte, das Turnier künftig an einem neutralen Ort auszutragen.

          Schwächen bei Timing und Abstimmung

          Doch auch der Meister aus der Universitätsstadt an der Regnitz muss sich vor seinen enthusiastischen Fans zunächst einmal für das große Spiel am Sonntag qualifizieren. Sollte dies misslingen, müsste der große Favorit sich im Halbfinale der unterlegenen Teams am Sonntag (13 Uhr) um Platz drei des Pokalturniers bemühen. Cheftrainer Gordon Herbert war am vergangenen Samstag, als die Skyliners in Weißenfels 70:58 gewannen, trotz des von den Ziffern her deutlichen Sieges nicht uneingeschränkt einverstanden mit der gebotenen Leistung seiner Profis. Vor allem aus diesem Grund entschloss sich der Kanadier, mit der Mannschaft vor dem so wichtigen Auftritt in Bamberg ein Trainingslager zu beziehen.

          Sportliche Detailfragen sollten in einem Sporthotel in Rotenburg an der Fulda geklärt werden. „Es ging um Systeme in Angriff und Verteidigung, um das Feintuning“, erklärt Novak. Gerade in Fragen des Timings und der Abstimmung seien zuletzt Schwächen aufgetaucht. Und um dagegen etwas zu unternehmen, packten die Hessen die Koffer.

          Drei Stunden als Schatzsucher im Wald unterwegs

          In Rotenburg rückten die Korbjäger um den Topscorer der Liga, DaShaun Wood, noch einmal zusammen – nicht nur sportlich, sondern auch in anderer Hinsicht. Am Mittwoch machten sich die Profis mit GPS-Geräten ausgerüstet auf den Weg in den Wald und übten sich in der Schatzsuche. Drei Stunden, erzählt Novak, sei man in Kleingruppen und in flottem Tempo durch den Forst geeilt, um die imaginären Schätze zu bergen.

          Nun darf man gespannt sein, ob den Skyliners auch die Jagd nach dem zweitgrößten Schatz dieser Basketballsaison gelingt: dem Pokal. Die Voraussetzungen scheinen gut zu sein, denn bis auf Fabian Franke, der sich im Abstiegsspiel mit der Pro-B-Zweitligamannschaft der Skyliners eine Knöchelverletzung zugezogen hat, sind alle Frankfurter wohlauf. Derartiges Wohlbefinden sind die Hessen offenbar nicht mehr gewohnt, denn Gunnar Wöbke, Manger und Gesellschafter des Klubs, sagte, er finde es überraschend, dass alle Spieler gesund seien.

          Erfolg ist Ehrensache

          Am Donnerstagnachmittag fanden sich die Frankfurter noch einmal zu einer sportlichen Übungsstunde in der großzügigen Sporthalle des Hotelkomplexes ein und schüttelten ihre von der Schatzsuche verursachte Müdigkeit aktiv aus den Knochen. Am Freitag machten sie sich auf in Richtung Bamberg, wo sie um 16 Uhr ein Training in der Arena eingeplant haben. Genau einen Tag und eine dreiviertel Stunde später beginnt dort der erste große Auftritt, mit dem der Weg zum ersten großen Erfolg in dieser Saison geebnet werden soll. Um den möglichen Gegner im Finale, sollten es die Skyliners denn erreichen, kümmere man sich noch nicht. „So etwas geht gar nicht“, sagt Novak. So geht die Schatzsuche am Samstag auf dem Bamberger Parkett weiter. Diesmal ohne GPS-Hilfe, dafür aber mit dem „Feintuning“ aus Nordhessen.

          Zum letzten Mal haben die Frankfurter den Pokal im Jahr 2000 gewonnen. Ein Triumph im Treffen der besten vier wäre vor allem dem Prestige des Klubs förderlich. Finanziell hätte er nur geringe Auswirkungen, da alle teilnehmenden Teams je 15 000 Euro erhalten und der Sieger nicht weiter entlohnt wird. So gesehen ist auch bei dieser Schatzsuche der Erfolg eine Ehrensache.

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