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Basketball-Bundesliga : Skyliners zurück im Spiel

Auf Augenhöhe mit Bremerhaven: Aubrey Reese von den Skyliners Bild: dpa

Bis zur letzten Sekunde bleibt Bremerhaven im zweiten Halbfinalspiel der Basketball-Bundesliga gefährlich. Doch Frankfurt setzt sich 84:83 durch und gleicht zum 1:1 aus.

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          Spannender geht es kaum - die Ziffern, die von der digitalen Anzeigetafel unter dem Dach der Frankfurter Ballsporthalle flimmerten, signalisierten es: 84:83 hatten die Frankfurt Skyliners gerade die zweite Partie im Halbfinale der Basketball-Bundesliga gegen die Bremerhavener Eisbären gewonnen und damit auf 1:1 in der Serie „Best of five“ ausgeglichen. „Wir sind wieder zurück im Rennen“, sagte freudestrahlend der Amerikaner Seth Doliboa, der zehn Punkte zum Sieg beigesteuert hatte.

          An diesem Samstag treten die Profis von Cheftrainer Gordon Herbert nun in der Bremerhavener Stadthalle zum dritten Spiel an (18.10 Uhr). Dort haben die Hessen die Möglichkeit, den Norddeutschen mit einem Sieg den Heimvorteil abzujagen, um dann im vierten Spiel in eigener Halle ins Finale einzuziehen. Diese Partie wird am Dienstag (18 Uhr) in der Ballsporthalle ausgetragen. „Wir haben einen ordentlichen Schritt nach oben gemacht“, sagte Pascal Roller mit dem Blick auf die teilweise misslungene Vorstellung am Pfingstmontag. „Jetzt müssen wir nur einmal auswärts gewinnen.“

          Aubrey Reese stark

          Die Frankfurter Stimmung war angespannt vor dieser zweiten Partie in der Runde der besten vier Teams. Tags zuvor hatten die Baskets aus Bamberg beim Spiel in Braunschweig mit einem 73:82-Sieg ihren zweiten Punkt im Play-off-Halbfinale gesetzt und können nun am Sonntag in eigener Halle mit einem Sieg ins Finale einziehen. Für die Frankfurter stellte sich die Situation anders dar. Die Gewissheit, dass nur eine deutliche Leistungssteigerung weiterhelfen würde, war schon vor der Partie da - und die Bedingungen für eine Steigerung waren gut.

          Dass sich Spielmacher Aubrey Reese nach seiner bislang schwächsten Leistung in dieser Saison für die Skyliners wieder fangen würde, hatte man fast erwarten können. Im zweiten Spiel gegen die Eisbären überzeugte der Amerikaner die 4200 Fans in der Ballsporthalle und war mit 18 Punkten nicht nur bester Werfer, „sondern auch der beste Spieler“, wie Sportdirektor Kamil Novak sagte. Auch Derrick Allen, der im Hinspiel mit der Foulbelastung, seinen eigenen Nerven und seinem massiven und dennoch wieselflinken Gegenüber Jeff Gibbs zu kämpfen hatte, war wieder in alter Form und übernahm als Scorer mit zwölf Punkten die Rolle, die man von ihm gewohnt ist.

          Skyliners kämpften

          Die Skyliners sendeten gleich zu Beginn der Partie eindeutige Signale: Die Zeichen standen auf Angriff. Schwungvoll ging es voran bis zum 5:0 durch den flinken, sprunggewaltigen Quantez Robertson. Erst allmählich kamen die noch etwas behäbig wirkenden Eisbären ins Spiel. Als Allen per Korbleger zum 14:7 traf, schienen die Hessen auf einem guten Weg zu sein. Doch Bremerhaven hielt dagegen. Zum Ende des ersten Viertels hatte das Team aus dem Norden beim 20:18 durch Bryan Lucas die Nase vorne. Doch die Skyliners kämpften. Als Reese dann unter dem Jubel der Fans per Distanzwurf zum 29:27 traf, verlagerten sich die Gewichte auf dem Feld - und der Kampf unter dem Korb wurde immer verbissener.

          Dort leisteten sich die Skyliners viele Ballverluste. „Wir müssen unbedingt an unserer Fehlerquote und den Rebounds arbeiten“, sagte Kapitän Roller mit Blick auf die insgesamt 14 Ballverluste seiner Mannschaft. Es ging hart zur Sache in der Zone. Als Gibbs mit voller Wucht in zwei Frankfurter Verteidiger hineinrannte, pfiffen und buhten die Fans wegen des ausgebliebenen Pfiffes der Schiedsrichter. Der Gefühlsausbruch auf den Rängen schien die Hessen zu beflügeln. Auf 44:38 erhöhten sie ihre Führung bis zur Pause.

          „Das Ergebnis ist sekundär“

          Der Vorsprung schmolz aber unter dem Druck der Eisbären im dritten Viertel wieder dahin. Doch die Skyliners ließen die Gegner nicht an sich vorbeiziehen. Das 52:52 durch Freiwürfe von Gibbs tat den Hessen zwar weh, aber danach konnten die Spieler von Trainer Herbert endlich mit Distanzwürfen glänzen. Zweimal punktete Roller, einmal Robertson mit Dreiern - und beim Stande von 58:54 für Frankfurt ging es ins Schlussviertel. Es blieb eng bis zum Ende. Sechs Sekunden vor dem Schluss der Partie stockte den Zuschauern der Atem, als der Bremerhavener Martin beim Stande von 82:80 den Ball bei einem Freiwurf statt in den Korb an den Ring und dann ans Brett warf, um einem seiner Mitspieler den Rebound zu ermöglichen. Die Schiedsrichter pfiffen die Aktion jedoch ab - Martin war zu früh von der Freiwurflinie gestartet. Das letzte Wort hatten zwar die Bremerhavener mit einem spektakulären Distanzwurf von Andrew Drevo in der letzten Sekunde. Mehr als eine hauchdünne Niederlage war für die Eisbären aber nicht drin in Frankfurt. „Das Ergebnis ist sekundär“, sagte Pascal Roller, „was zählt, ist der Sieg.“

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