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FFC Frankfurt : Der Macher will mehr

In der Grauzone: Ob Birgit Prinz beim FFC weitermacht oder nicht, will sie bis Freitag entscheiden. Bild: dapd

Die Entscheidung von Stürmerin Birgit Prinz lässt auf sich warten. Die Zukunft des FFC hängt aber von einem anderen Vertrag ab:Manager Siggi Dietrich verlängert wie erwartet sein Engagement.

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          Der FFC Frankfurt hat am Mittwoch den wohl wichtigsten Vertrag verlängert. Dabei handelt es sich nicht um die Vereinbarung mit Birgit Prinz, die ihre Entscheidung über eine Fortsetzung ihrer beispiellosen Karriere für ein letztes Jahr im Vereinsfußball noch immer nicht getroffen hat. Bis zum Freitag soll sich die Rekordnationalspielerin und Rekordtorschützin des FFC, die nach der besonders für sie persönlich enttäuschenden Weltmeisterschaft im Sommer ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt hatte, nach Angaben des Vereins endgültig äußern.

          Bei Siegfried Dietrich war die Entscheidung, die der Klub am Mittwoch bekanntgegeben hat, absehbar. Der Manager und Investor hat sein Engagement beim deutschen Pokalsieger bis zum 30. Juni 2015 verlängert. Die Vereinbarung regelt sowohl die vom Klub bezahlte Tätigkeit des 53 Jahre alten Dietrich als Manager des Klubs als auch die Pacht für sämtliche Vermarktungsrechte durch dessen Agentur Sidi-Sportmanagement. Für diese Rechte, mit denen Dietrich sein Geld verdient, garantiert die Agentur dem Klub eine jährliche Summe, die dem Vernehmen nach zwischen 700 000 und einer Million Euro liegen soll. Diese Einnahmen bilden die Grundlage für den mehr als 1,5 Millionen Euro umfassenden Etat des wirtschaftlich stärksten deutschen Frauenfußballklubs, der in der am 21. August mit dem Bundesliga-Heimspiel gegen Essen-Schönebeck beginnenden neuen Saison Titelgewinne in Meisterschaft, Pokal und Champions League anpeilt. „Siggi Dietrich ist als Manager und Investor des 1. FFC Frankfurt der Garant für eine positive Entwicklung des Gesamtvereins.“, sagte FFC-Präsident Bodo Adler.

          Prinz ist nicht mit ins Trainingslager gereist

          Die Kooperation zwischen Klub und Dietrich hatte 1993 begonnen, als sich der damals als Eiskunstlauf-Promoter tätige frühere Physiotherapeut erstmals beratend beim aufstrebenden Vorgängerverein SG Praunheim engagierte. In den Folgejahren trieb Dietrich als Vermarkter zusammen mit der damaligen Trainerin Monika Staab die Ausgliederung der Frauenfußballabteilung in einen eigenen Verein voran. Nach 1998 gewann der neugegründete FFC schließlich mit sieben Meisterschaften, acht Pokalsiegen und drei Europapokalerfolgen so viele Titel wie kein anderes Team. Dietrich hofft nun, dass sich dank des Schubs durch die Begeisterung für die Frauenfußball-WM im Sommer endlich auch an anderen Bundesliga-Standorten Vereine ähnlich aufstellen wie der FFC und sein Manager. „Ich wünsche mir, dass wir noch mehr Konkurrenz bekommen, weil dies das Geschäft belebt und den Sport noch interessanter macht“, sagt Dietrich. „Immerhin werden in der kommenden Saison schon vier Teams um die Champions-League-Plätze spielen.“

          Ob dem FFC dabei auch Birgit Prinz helfen wird, ist weiterhin fraglich. Die erfolgreichste deutsche Fußballspielerin ist nicht mit ins Trainingslager ihres Klubs in die polnische Stadt Posen gereist, nachdem sie in der vergangenen Woche noch am Training und an zwei Testspielen teilgenommen hatte. Manche werteten das als Beleg für Rückzugsgedanken der Vorzeigespielerin. „Das war allerdings nie vorgesehen, dass Birgit ins Trainingslager mitfährt“, sagte Dietrich. Birgit Prinz sei schließlich sehr intensiv mit der Vorbereitung ihrer beruflichen Zukunft beschäftigt. Die Psychologin, die im vergangenen Jahr ihr Studium an der Frankfurter Goethe-Universität abgeschlossen hat, will mit einigen Kollegen ein Institut für Performance-Psychologie aufbauen, das Manager, aber auch Sportler bei ihrer Karriereplanung beraten soll. Sollte Birgit Prinz aufgrund dieser Belastung auf weitere Fußballspiele verzichten, dann wäre ihre Karriere am Sonntag recht ruhig zu Ende gegangen. In Nidderau-Eichen war der Zweitligaklub ETSV Würzburg der Testspielgegner und wurde 4:1 bezwungen. Ein Tor hat Birgit Prinz dabei nicht erzielt.

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