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Zugänge bei der Eintracht : Licht und Schatten

  • -Aktualisiert am

„Spannende Erfahrung“: Auf zwei Pflichtspiele musste Adi Hütter während eines Trainingslagers zuvor noch nicht Rücksicht nehmen. Bild: Jan Huebner

Sechs Zugänge, drei Rückkehrer, jede Menge Reisestress: Die Eintracht erlebt eine bewegte Vorbereitung. Ein Blick auf die „Neuen“ erlaubt das Spekulieren über die Zukunft der Mannschaft.

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          Die Eintracht ist nach einem nicht ganz alltäglichen Trainingslager in Österreich nach Frankfurt zurückgekehrt. Für einen Teil der Spieler war der Aufenthalt in den Bergen unterbrochen von einem Kurztrip in die Heimat, bei dem sie vor vier Tagen mit dem Sieg über den FC Tallinn die erste Hürde auf dem Weg in den Europapokal übersprangen. Nun können Team und Trainer kurz durchschnaufen, ehe sie wieder die Taschen packen müssen.

          Mitte der Woche steht der nächste Trip an: Die Hessen sind am Donnerstag, den 8. August, in der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League beim FC Vaduz in Liechtenstein gefordert. Mit der Abreise aus Windischgarsten brachte das Team der Eintracht den größten Teil der Saisonvorbereitung hinter sich. Zeit für ein Zwischenfazit der Leistungen der Zugänge und Rückkehrer.

          Auffälllig

          Daichi Kamada ist aktuell der Aufsteiger bei der Eintracht. Vom Wechselkandidaten als Randfigur des Geschehens hat sich der 22 Jahre alte Japaner so weit hoch gearbeitet, dass Adi Hütter fortan fest mit dem offensiven Mittelfeldspieler plant. Der Frankfurter Cheftrainer schätzt den Asiaten als Spieler, „der eine gewisse Eleganz“ habe und der Überzahlsituationen schaffen könne. In der vorigen Runde war Kamada an den Verein VV St. Truiden in Belgien ausgeliehen, wo er es in 34 Einsätzen auf 15 Treffer brachte – was seinem Selbstvertrauen gut tat. Hütter nannte den 1,80 Meter großen Mittelfeldspieler die „positivste Überraschung“ der zurückliegenden Wochen, er habe einen „Riesenschritt“ nach vorne gemacht, „auch in seiner Persönlichkeit“.

          Daichi Kamada: Laut Adi Hütter die „positivste Überraschung“ der zurückliegenden Wochen für die Eintracht

          Im Sommer 2017 war der ehemalige japanische Juniorennationalspieler von seinem Heimatklub Sagan Tosun zur Eintracht gekommen, die ihn mit einem Vierjahresvertrag an sich band. Bei Hütter hatte Kamada anfangs einen schweren Stand. „Das war bedeutend zu wenig, was er da gezeigt hat“, sagte der Coach im Rückblick auf die Vorbereitung 2018, wobei er gegen Ende in die sogenannte „Trainingsgruppe 2“ versetzt wurde, womit ihm signalisiert wurde, dass er nicht mehr sonderlich hoch im Kurs steht. Das hat sich grundlegend geändert. Kamada überzeugt seit seinem Wiedereinstieg Anfang Juli mit Ballbehandlung, Dribbelstärke und Passsicherheit. Er ist, das zeigte auch seine Vorstellung am Donnerstag beim 2:1-Heimsieg gegen Tallinn, zumeist eine sinnvolle Anspielstation für seine Kollegen. Zulegen kann der Japaner aber noch bei Tempo und Torgefährlichkeit. Verstärkt sich die Eintracht noch wie geplant mit einem oder zwei Topspielern in der Offensive, dürfte Kamada zunächst ein spielstarker Kandidat für die Ersatzbank sein. „Wir sind gut beraten, ihn zu behalten“, sagte Hütter über den flinken Techniker.

          Zweimal neunzig Minuten Einsatzzeit in den beiden gewonnenen Europa-League-Qualifikationsspielen – für Felix Wiedwald ist das eine einmalige Geschichte. Denn dass der Torhüter für die Eintracht plötzlich sogar auf internationaler Bühne mitwirken durfte, stellt für alle Beteiligten eine große Überraschung dar. Eigentlich stand der 29-Jährige, der nach seiner Ausleihe zum Zweitliga-Absteiger Duisburg nach Frankfurt zurückkehrte, sportlich auf dem Abstellgleis. Doch dann profitierte er von der Schulterverletzung von Frederik Rönnow und vom Trainingsrückstand bei Jan Zimmermann, der wegen der Geburt seiner Tochter vorübergehend eine Auszeit nahm. In der Hierarchie machte Wiedwald in der Saisonvorbereitung einen Sprung nach vorne. Mit dem Ergebnis, dass er sich aktiv für einen neuen Klub empfehlen durfte. Die neue, alte Nummer eins soll schließlich Kevin Trapp werden.

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