https://www.faz.net/-gzn-9nizi

Marco Pezzaiuoli im Interview : „Wir wollen Spieler wie N’Dicka produzieren“

  • -Aktualisiert am

Mann mit Richtlinienkompetenzen: Marco Pezzaiuoli entwickelt beim Eintracht-Nachwuchs die Spielphilosophie. Bild: Jan Huebner

Im Dezember 2017 verpflichtete Eintracht Frankfurt Marco Pezzaiuoli als Technischen Direktor. Im Interview spricht er über die Verzahnung von Top-Talenten und Profis, eine einheitliche Spielphilosophie und den Spaß am Fußball.

          Der Profikader für die neue Saison nimmt langsam Formen an. Von den sechs Spielern aus dem Leistungszentrum der Eintracht, die einen Profivertrag hatten, sind Sahverdi Cetin und Nils Stendera übernommen worden. Eine Bestätigung Ihrer Arbeit?

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Das lässt sich nicht an der Quote ablesen. Eine Bestätigung unserer Arbeit ist vielmehr, dass fast alle Spieler unserer diesjährigen U19 bei hervorragenden Vereinen wie beispielsweise dem VfL Wolfsburg, dem FC Schalke 04 oder Hamburger SV untergekommen sind. Wir haben zwar nur mit Mühe den Verbleib in der A-Junioren-Bundesliga gesichert, aber die Leistungen bei internationalen Turnieren gegen Gladbach, Anderlecht, Zagreb und andere Mannschaften hat gezeigt, dass wir sehr gut mithalten können.

          Für Sie war es ein Fehler, dass die Eintracht vor Jahren die U-23-Mannschaft auflöste?

          Die Bundesligisten müssten verpflichtet werden, für die Altersstufen 19 bis 21 Jahren Rahmenbedingungen zu schaffen, damit der Schritt in den Senioren- beziehungsweise bezahlten Fußball erleichtert wird. Hierbei sehe ich den DFB in der Verantwortung. Dass Nachwuchstalente, die aus der U19 kommen, sich auf Anhieb bei den Profis durchsetzen, geschieht sehr selten. Von der Mannschaft, mit der wir U-17-Weltmeister wurden, gelang es beispielsweise nur Mario Götze, sich direkt bei den Profis zu etablieren. Andere wie Marvin Plattenhardt, Kevin Volland oder Shkodran Mustafi wurden jedoch über Einsätze in der U23 Nationalspieler. Auch bei der Eintracht gibt es vielversprechende Talente, die das Potential haben, Profi zu werden. In der Regel brauchen die jungen Spieler aber noch etwas Zeit und vor allem Spielpraxis.

          Die Nachwuchsarbeit der Eintracht genoss in den vergangenen Jahren nicht den besten Ruf, viele Talente gingen lieber nach Mainz oder Hoffenheim. Wie wollen Sie das ändern?

          Das kann ich so nicht bestätigen. Die Spieler, die wir zu Beginn der Saison 2018/19 für die verschiedenen Altersklassen verpflichten wollten, die sind auch zu uns gekommen.

          Aber ein Paradies für den Nachwuchs ist das Eintracht-Leistungszentrum nicht, oder?

          Natürlich könnte unsere Infrastruktur etwas besser sein, aber wir haben aus unseren finanziellen Möglichkeiten versucht, das Beste herauszuholen. In den letzten Jahren hat sich bei der Eintracht einiges weiterentwickelt, es wird mehr in den Nachwuchs investiert, und auch für die Zukunft wurden schon einige Weichen gestellt. Wir können die Dinge nicht von heute auf morgen verändern, das braucht Zeit. Modelle wie Ajax Amsterdam und FC Barcelona sind einmalig, sie sind aber auch über 30, 40 Jahre gewachsen. Ajax hat zudem einen Nachwuchsetat im zweistelligen Millionenbereich.

          Und die Eintracht?

          Wir liegen unter den Bundesligavereinen im unteren Drittel.

          Jetzt ist die Eintracht sportlich und wirtschaftlich erfolgreich wie lange nicht und Sportvorstand Fredi Bobic kennt den Wert guter Jugendarbeit. Brechen rosige Zeiten an?

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.