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Neuzugang Dominik Kohr : „Ich will wie ein Löwe Beute machen“

Vorne und hinten gefragt: Dominik Kohr muss häufig zwischen Angriff und Abwehr wechseln. Bild: Jan Huebner

Eintracht-Profi Dominik Kohr spricht im Interview über seinen Erfolgshunger, die Bedeutung von Entschlossenheit, Vorbilder auf dem Platz und welche Tipps ihm Michael Ballack gab.

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          Waren Sie schon im Frankfurter Zoo?

          Nein, noch nicht. Aber ich weiß, worauf Sie hinauswollen. Denn ich war damals in Augsburg im Zoo.

          Wo es Sie zum Löwen-Gehege gezogen hat. Passt der Löwe zu Ihnen als Mensch und Fußballprofi?

          Damals war es die Verbindung zu meinem Torjubel. Ich hatte mein erstes Bundesliga-Tor vor den eigenen Fans gemacht. Dieser Treffer war bei mir mit großen Emotionen verbunden. Ich habe alles aus mir herausgebrüllt, es war ein tolles Gefühl. Ich bin mal gespannt, wie es in Frankfurt sein wird. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Treffer vor der tollen Kulisse in Frankfurt bei mir mit noch mehr Emotionen verbunden sein wird.

          Passt der Löwe zu Ihrer Art, Fußball zu spielen?

          Wenn der Löwe sein Ziel vor Augen hat und die Beute ergreifen möchte, ist das so wie bei mir, weil ich den Ball schnellstmöglich erobern möchte. Und danach verliere ich ihn sehr ungern. Als Spieler bin ich sehr bissig und zielorientiert.

          Sind Sie von Grund auf ein sehr aktiver Mensch?

          Mein Vater war Stürmer, ich bin Mittelfeldspieler. Als ich in die Jugend von Bayer Leverkusen gewechselt bin, wurde ich als Zehner und Stürmer geholt. Aber es wurde schnell festgestellt, dass ich auf der Sechser- und Achter-Position noch besser bin. Ich bin in diese Rolle hineingewachsen. Und mit meinen Tugenden wie der Zweikampfstärke kann ich den Anforderungen sehr gut gerecht werden.

          Machen Sie Ihren Gegenspielern Angst? Ihr Spitzname ist ja Hard-Kohr.

          Ich möchte immer Zweikampfsieger sein. Ich gehe dahin, wo es auch mal weh tun kann. Der eine oder andere Gegenspieler wird sich schon denken, jetzt kommt der Kohr, da ziehe ich lieber ein bisschen zurück. Das ist für mich schon ein Vorteil und zahlt sich aus, um meiner Mannschaft zu helfen. Und wenn ich nur mit 80 oder 90 Prozent in einen Zweikampf gehen würde, aber der andere durchzieht, kann ich mir ohne die volle Körperspannung auch eine Verletzung zuziehen. Ich wiederum möchte natürlich niemanden verletzen. Und bisher hat sich auch keiner verletzt. Ich habe noch nie eine Rote Karte bekommen. Und im Gegensatz zu früher hole ich mir auch keine schnellen Gelben Karten mehr ab. Ich habe dazugelernt und mich den Profi-Anforderungen angepasst.

          Haben Sie einen Gegenspieler kennenlernen müssen, der noch entschlossener als Sie zu Werke geht?

          Als der Engländer Steven Gerrard noch aktiv war, war er mein Vorbild. Sein Behauptungswille und seine Leidenschaft in den Zweikämpfen haben mich beeindruckt. Aktuell sehe ich den Franzosen Kanté vom FC Chelsea am besten auf meiner Position.

          Lukas Hradecky hat Sie einmal als „Krieger“ bezeichnet. Passt das zu Ihnen und zu Ihrem Charakter?

          So wie ich spiele, ja.

          Gab es das schon einmal in Ihrer Karriere, dass ein Trainer Sie zu mehr Arbeit aufgefordert hat?

          Das habe ich früh gemerkt: Man kann noch so viel Talent haben, am Ende setzen sich diejenigen durch, die Arbeit reinstecken. Ich habe mich auch schon mit Danny da Costa darüber unterhalten, wen wir damals in der Jugend hatten und wir dachten: Die schaffen es auf jeden Fall in die Nationalmannschaft. Und dann sind sie doch auf der Strecke geblieben. Talent allein reicht eben oft nicht aus.

          Sind das dann diejenigen, die anders als Sie nicht den unbedingten Willen, die letzte Konsequenz haben?

          Ja, das kann sein.

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