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Torwart bei der Eintracht : Trapp ist wieder ein Frankfurter

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Wieder in Frankfurt: Kevin Trapp beim Auswärtsspiel gegen Apollon Limassol im November 2018 Bild: AFP

Die Eintracht einigt sich mit Paris Saint-Germain auf eine Rückkehr des Nationaltorwarts. Am Mittwoch wird die Verpflichtung offiziell gemacht. Kevin Trapp unterschreibt in Frankfurt einen Vertrag über fünf Jahre.

          Aller guten Dinge sind drei für die Frankfurter Eintracht. Nach Verteidiger Martin Hinteregger und Mittelfeldspieler Sebastian Rode wird, wie die Frankfurt Allgemeine zeitung schon am Dienstagabend berichtete, auch Torhüter Kevin Trapp an den Main zurückkehren. Die Hessen einigten sich mit Paris Saint-Germain über einen Wechsel des deutschen Nationaltorhüters, die Ablösesumme soll bei einem höheren einstelligen Millionenbetrag liegen. Am Mittwoch wurde der Wechsel offiziell gemacht.

          Trapp absoliverte in Frankfurt den Medizincheck und unterschrieb anschließend einen Fünfjahresvertrag. Am Donnerstag für das Europa-League-Qualifikationsspiel der dritten Runde beim FC Vaduz (20.30 Uhr auf RTL Nitro) steht er noch nicht zur Verfügung, aber für die DFB-Pokalpartie der ersten Runde am Sonntag bei Waldhof Mannheim steht er bereit. „Es ist ein gutes Zeichen für beide Seiten. Wir haben ein langfristiges Ziel“, sagte Trapp bei seiner Vorstellung am Mittwochnachmittag.

          Am vergangenen Samstag hatte Trapp den 15. Titel in seiner Profikarriere gewonnen – mit Paris den französischen Supercup gegen Stade Rennes. Der 29-Jährige saß im ersten Pflichtspiel der Saison jedoch nur auf der Bank. Den Vorzug erhielt der französische Nationaltorhüter Alphonse Areola. In Frankfurt hingegen bekommt Trapp, der als Pariser Leihspieler das Spiel der Eintracht schon in der Vorsaison bereichert hatte, den Status der unangefochtenen Nummer eins.

          „Ein Jahrhundertspiel“

          Hier agiert Trapp im Range eines von allen Seiten akzeptieren Führungsspielers. Für den Dänen Frederik Rönnow wird die Rückkehr von Trapp indes wohl bedeuten, dass er sich einen neuen Verein suchen wird. Der Nationaltorhüter will und muss Spielpraxis sammeln. Genauso wie der 20 Jahre alte brasilianische Innenverteidiger Tuta, den die Eintracht am Dienstag für ein Spieljahr an den belgischen Erstliga-Klub KV Kortrijk auslieh. Tuta bestritt bisher kein Pflichtspiel für die Eintracht.

          Den Frankfurtern steht das nächste nun in Liechtenstein bevor. Das Aufeinandertreffen mit der Eintracht in der dritten Runde der Europa-League-Qualifikation sei für den FC Vaduz gewiss „ein Jahrhundertspiel“, sagte Djibril Sow, der Zugang von Young Boys Bern. Der Gegner werde, der sportlichen Bedeutung angemessen, „alles reinwerfen“. Zwei Jahre spielte Sow zuletzt in der Schweiz, zweimal wurde er mit Bern Meister, aber das Rheinparkstadion in Vaduz kennt er nur von einem Einsatz mit der Schweizer U-21-Nationalmannschaft.

          Es sei „ein kleines Stadion, in dem es jedoch stimmungsvoll sein kann“, sagte Sow. Etwas mehr als 6000 Zuschauer werden an diesem Donnerstag von 20.30 Uhr an die sehr überschaubare Kulisse für die europäische Begegnung direkt am Rhein vor dem malerischen Bergpanorama bilden. Zu den Partien in der zweiten schweizerischen Liga, der sportlichen Heimat der Liechtensteiner, begrüßt Vaduz nur knapp 1500 Anhänger pro Spiel. Wäre Vaduz 2017 nicht aus der ersten Liga in der Schweiz abgestiegen, würde Sow die dortige Spielstätte besser kennen.

          Wie lange fällt Sow noch aus?

          Auch am Donnerstag wird Sow, der gebürtige Züricher, nicht spielen können. Der 22-Jährige laboriert an einem Sehneneinriss im Oberschenkel, den er sich Mitte Juli im Trainingslager in Thun zugezogen hatte. Was für ein Pech zu seinem Dienstantritt in Deutschland: Er habe damals sofort das Gefühl gehabt, dass er wohl länger als eine Woche ausfallen werde, berichtet Sow.

          Die Schwere der Verletzung war dann doch ein großer Schock für ihn. Heute macht er bei seiner Genesung die gewünschten Fortschritte. „Ich bin auf einem guten Weg, viele Sachen kann ich schon machen“, sagt Sow. Nur für Sprints und die „explosiven Sachen“ brauche er noch Geduld. Eine schwere Prüfung für ihn. „Denn ich bin bestimmt kein geduldiger Mensch.“ Immerhin nutzt Sow die Auszeit vom aktiven Spielbetrieb sinnvoll. Fleißig arbeitet er an der Beseitigung körperlicher Defizite, „was die Rumpfkraft und den Oberkörper angeht, kann ich ein bisschen was aufholen“, sagt Sow.

          Seine Zeit wusste er schon immer gut zu nutzen. Beim FC Zürich reifte er nicht nur zum Fußballprofi heran, Sow durchlief damals auch eine kaufmännische Ausbildung auf der Geschäftsstelle. Und in der Spielzeit 2017/18 in Bern, das war die Runde, in der er als Fußballprofi den Durchbruch schaffte, leistete er nebenbei seinen Wehrdienst. Viereinhalb Monate dauerte die Rekrutenschule von Oktober 2017 an. Es war eine anstrengende Zeit für den Jungprofi. Missen will er die gemachten Erfahrungen jedoch nicht. Sow weiß seitdem, was Disziplin bedeutet – und wie wichtig es ist, angesichts mehrerer Aufgaben gut organisiert zu sein.

          Wie lange er jetzt noch ausfällt? Eine Prognose über seine Rückkehr – die Ausfallzeit wurde auf acht bis zehn Wochen veranschlagt – vermag er aktuell nicht abzugeben. „Am liebsten würde ich morgen schon spielen.“

          Zum Hinspiel in Vaduz sagt Sow, den die Eintracht für rund zehn Millionen Euro verpflichtete: „Man würde meinen, dass das keine große Hürde sei. Aber die Chance ist für einen Außenseiter immer da. Wir sind bestimmt hoher Favorit. Nur diese Rolle müssen wir auch ausfüllen und zu 100 Prozent Leistung bringen und konzentriert sein.“ Zweifel, dass das gelingen wird, hat der Rekonvaleszent keine. Trotz seiner Verletzung pflegt Sow einen engen Kontakt zur Mannschaft. „Ich konnte sehr viel mitnehmen“, sagt er. „Es ist eine gute Dynamik im Team, und die Spieler sind hungrig.“

          Auf die Angriffswucht von Ante Rebic werden die Frankfurter gegen Vaduz aber wohl verzichten müssen. Der kroatische Nationalspieler, den Rückenprobleme plagen, konnte auch am Dienstag nur individuell trainieren. Im Sturm ist die Eintracht momentan unterbesetzt, es soll noch mindestens ein Topstürmer, der mehr als zehn Saisontore garantiert, verpflichtet werden. Auf der Achter-Position hingegen können die Hessen nach der Rückkehr von Sebastian Rode viel Manpower aufbieten – und im Tor nun einen alten Bekannten.

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