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Eintracht Frankfurt : Schwung für die linke Außenbahn

Torgefahr vom linken Flügel: Erik Durm soll die Offensive der Eintracht stärken. Bild: Imago

Erik Durm vom Premier-League-Absteiger Huddersfield ist auf dem Sprung nach Frankfurt. Seine Verletzungsgeschichte lässt so manchen zusammenzucken. Einig ist sich die Eintracht hingegen mit Rodrigo Zalazar.

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          Auch der dritte Transfer ist jetzt fix. Wie zuvor bei Dejan Joveljic und Djibril Sow, die ebenfalls schon länger als Zugänge bei der Eintracht im Gespräch waren, hat sich nun auch mit Rodrigo Zalazar ein sogenannter Perspektivspieler dem Frankfurter Bundesligaklub angeschlossen. Der 19 Jahre alte Uruguayer kommt ablösefrei vom FC Malaga und hat sich vertraglich bis einschließlich 30. Juni 2023 an die Eintracht gebunden. Der Südamerikaner, der auch die spanische Staatsbürgerschaft besitzt, ist den Frankfurter Spähern um Kaderplaner Ben Manga während der U-20-Südamerikameisterschaft zu Beginn des Jahres positiv aufgefallen. „Wir haben immer gesagt, dass wir junge und entwicklungsfähige Spieler suchen“, sagte Fredi Bobic. „Rodrigo passt hier sehr gut ins Konzept, denn er hat bereits bei seinen vorherigen Stationen sein Können unter Beweis gestellt. Für uns ist es ein sehr gutes und sinnvolles Konzept. Derzeit sprechen wir mit verschiedenen Klubs über eine Leihe, denn Rodrigo ist aufgrund seines Potentials bei vielen ins Visier geraten“, fügte der Eintracht-Sportvorstand an.

          Zalazar, Sohn des einstigen uruguayischen Nationalspielers José Luis, kam bisher 19 Mal für die U-20-Auswahl Uruguays zum Einsatz; er erzielte dabei ein Tor. Tore, die könnte auch Erik Durm erzielen – als vierter Zugang dieses Sommers. Kürzlich, als die Profis des Lizenzspielerkaders weitere leistungsdiagnostische Aufgaben absolvierten, soll sich der einstige Fußball-Weltmeister Durm schon dem obligatorischen Medizincheck unterzogen haben. Der mittlerweile 27 Jahre alte Außenverteidiger, beim WM-Coup 2014 in Rio de Janeiro zwar im Kader, aber nicht ein einziges Mal am Ball, hat seinen Aufenthalt auf der Insel beendet.

          Dort stand Durm beim englischen Premier-League-Absteiger Huddersfield Town unter Vertrag. Dieser ist jetzt zum Ende der abgeschlossenen Spielzeit ausgelaufen – und so kann Durm ablösefrei den Klub wechseln und sich der erstklassigen Eintracht anschließen. Einer größeren Öffentlichkeit bekannt geworden ist Durm im Dress des BVB. Für Borussia Dortmund absolvierte er 64 Bundesligaspiele, als Nationalspieler kann er insgesamt auf sieben Einsätze unter Bundestrainer Joachim Löw zurückblicken. Bei Huddersfield Town war Durm in der Abstiegssaison 28 Mal in der Premier League dabei.

          Tragödie zu erwarten?

          Viele Einsätze für Durm in England – das war nicht immer so. Denn der in Pirmasens geborene Pfälzer ist in seiner Karriere immer wieder durch schlimme Verletzungen zurückgeworfen worden. Knieoperation im Herbst 2015, abermalige Knieprobleme im darauffolgenden Jahr, die im August eine zweite Operation nötig machten, zusätzliche Rückenprobleme und eine Hüftverletzung 2017 waren ebenso triftige Gründe für seine lediglich 64 Bundesligaspiele für den BVB in sechs Dienstjahren. Zuletzt, von Januar bis Juli 2018, warf ihn ein Außenbandriss im Sprunggelenk abermals zurück. Durms Krankengeschichte mutet wie eine Tragödie an.

          Wenn er gesund ist und spielt, fühlt sich Durm auf der Seite des Feldes am wohlsten, auf der Eintracht-Trainer Adi Hütter in der kommenden Saison für Entlastung sorgen will. Die linke Außenbahn ist Durms bevorzugtes Arbeitsgebiet, zumeist defensiv orientiert, aber durchaus auch fähig, offensiv konstruktive Beiträge zu leisten. Auf der Seite also, auf der zuletzt Filip Kostic nach Belieben gewirkt und gewirbelt hat – ohne Pause, und ohne echte Alternative, die von der Bank hätte kommen können.

          Am Mittwoch, den 3. Juli, wenn sich der vormalige Bundesligasiebte zum ersten Mal in der neuen Saison von 15 Uhr an der Öffentlichkeit präsentiert, erwarten die Eintracht-Verantwortlichen rund 3000 Zuschauer. Eine durchaus imponierende Kulisse vor einem der neu hergerichteten Trainingsplätze an der Frankfurter Arena, wo sich nun neben dem Platz an der Wintersporthalle ein weiteres Übungsareal mit Rasenheizung befindet. Früher als alle anderen Bundesligarivalen muss die Eintracht schon in drei Wochen bei ihrem Pflichtspielauftakt in der Qualifikationsphase der Europa League ran. Eine nicht gerade üppig bemessene Vorbereitungsphase. Eintracht-Trainer Hütter sieht darin kein Nachteil, sondern freut sich im Gegenteil darüber, dass vor allem mit seinem einstigen Berner Musterschüler Sow einer von den Young Boys aus der Schweiz zum alten Coach nach Deutschland gewechselt ist.

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