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Eintracht-Trainer Kovac : „Wir brauchen Phantasie“

  • -Aktualisiert am

Chef mit Trainerstab: Niko Kovac hat klare Vorstellungen, in welche Richtung es gehen soll. Bild: Heiko Rhode

Muss Eintracht Frankfurt kommende Saison wieder bis zuletzt um den Klassenverbleib zittern? Trainer Niko Kovac will das verhindern. Im Interview spricht der Eintracht-Trainer über seine Pläne, den internationalen Kader – und Wissenschaft im Fußball.

          Sie haben Trainingseinheiten von bis zu drei Stunden Dauer eingeführt. Soll die Eintracht am Frankfurt-Marathon teilnehmen, oder wollen Sie Felix Magath als Quälix der Liga ablösen?

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Ich glaube nicht, dass ich im Vergleich zu meinen Trainerkollegen viel mehr mache. Es ist nur so, dass wir aufgrund der Umbauarbeiten in den Kabinen und Funktionsräumen Übungen nach draußen verlegen, die wir sonst im Kabinentrakt und somit im Verborgenen absolviert haben: Mobilisation, Stabilisation, Kraftübungen. Fußballtechnisch arbeiten wir 75 Minuten, der Rest gehört zu den Basics eines Fußballprofis. Die Umfänge sind nötig, um die ganzen konditionellen Dinge unterzukriegen. Ich bin mir sicher, dass ich nicht überziehe.

          Viele sprechen schon von signifikanten Unterschieden zum Trainingspensum und zur Intensität eines Armin Veh.

          Es gibt im Fußball - grob gesprochen: drei Bereiche: Technik, Taktik, Kondition. Bin ich dem Gegner technisch unterlegen, kann ich so schnell nichts daran ändern. Also muss ich eine Taktik wählen, dass die technischen Vorteile des Gegners nicht so sehr zum Tragen kommen. Und ich muss physisch stärker sein als der Gegner. Wenn ich die beiden Komponenten habe, dann kann ich ihn dennoch aushebeln. Wenn ich nicht die richtige Taktik finde, wird es sehr schwer. Wenn ich nicht mal die bessere Kondition habe, muss ich gar nicht anfangen zu spielen.

          Es gibt das Vorurteil, dass im Fußball im Vergleich zu anderen Sportarten wie Leichtathletik und Schwimmen zu wenig trainiert wird. Wie stehen Sie dazu?

          Ich glaube, Individualsportler müssen schon sehr viel mehr in sich investieren als Mannschaftssportler. Wer nicht an seine Grenzen geht, kann nicht nach oben kommen. Beim Fußball stehen elf Spieler auf dem Platz, da kann man auch mal mitschwimmen. Die Fußballer trainieren auf jeden Fall deutlich mehr als vor vielen Jahren, aber das geht auch gar nicht anders, weil alles viel schneller und dynamischer geworden ist. Die Hoffnung auf Erfolg generiert sich in der Arbeit. Ich bin kein Anhänger der Minimax-Theorie: so wenig wie möglich arbeiten und so viel wie möglich damit erreichen.

          Wie lange haben Sie die Spieler um sich am Tag?

          In der Vorbereitung kommen die Spieler bis zu zweieinhalb Stunden vor Trainingsbeginn. Dann geht es nicht nur um Pflege, Kraft- oder Beweglichkeitstraining oder das Beseitigen muskulärer Schwachstellen. Es geht auch um Teambuilding. Wir frühstücken gemeinsam. Da bleiben die Handys aus. Die Jungs sollen sich in Ruhe miteinander unterhalten, sollen sich austauschen und kennenlernen. Über Privates, aber auch über Fußball. Wie will ich angespielt werden, mag ich den Ball lieber an den kurzen oder langen Pfosten? Absprachen sind wichtig. Nach dem Training gibt es verschiedene Möglichkeiten der Nachbehandlung, mit Sauna, Kältebecken oder Massage. Manchmal wird noch ein Video gezeigt. Also mit drei Stunden für Anfahrt, Training und Abfahrt geht es sich nicht mehr aus.

          Haben Sie eine klare Vorstellung, wie viel Sie trainieren müssen, wann die Überbelastung einsetzt, und wie sieht Ihre Trainingssteuerung aus?

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