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Kommentar zu Funkels Abschied : Zwietracht Frankfurt

Versöhnliches nach Wochen der Anfeindung Bild: Wonge Bergmann

Friedhelm Funkel ist gescheitert. Was er sich vorwerfen lassen muss: Ihm ist es während seiner Amtszeit nur selten gelungen, auch nur den Ansatz von Begeisterung im Umfeld der Eintracht zu entfachen. Derweil herrscht zwischen Vorstand und Aufsehern Zwietracht.

          Friedhelm Funkel ist gescheitert. Nicht an den sportlichen Ergebnissen, denn in dieser Hinsicht hat er in jedem Jahr die Vorgaben seines Vorgesetzten Heribert Bruchhagen erfüllt. Was er sich trotzdem vorwerfen lassen muss: Ihm ist es während seiner fünfjährigen Amtszeit nur selten gelungen, auch nur den Ansatz von Begeisterung im Umfeld der Eintracht zu entfachen. Das hätte vielleicht auch nicht in das Naturell dieses Mannes gepasst, der zumindest äußerlich vieles mit stoischer Ruhe zu ertragen, nicht aber zu genießen schien.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Und so waren es andere, die ihn zur Verzweiflung brachten: die Fans und der Aufsichtsrat. Beide Gruppierungen hatten keine Lust mehr auf einen Trainer, der ihnen immer nur die Grenzen des Machbaren aufzeigte. Viele Zuschauer haben ihre Meinung darüber öffentlich gemacht - in den Foren des Internets haben sie geschrieben und auf den Rängen gebrüllt: "Funkel raus!" Das ist ihr gutes Recht, auch wenn viele Äußerungen die Grenzen von Anstand und Würde weit überschritten haben. Immerhin haben sie sich nicht versteckt.

          Maulwurf-Suche

          Ganz anders als einige der Männer im Aufsichtsrat, die oftmals zwar hinter vorgehaltener Hand mit den Medien sprachen, aber auf jeden Fall anonym bleiben wollten. So hat manch einer die Trennung von Trainer Funkel schon vor der Pressekonferenz am Mittwoch bekanntgegeben und sogar behauptet, dass am Samstag gegen den HSV nicht mehr Funkel, sondern Alexander Schur und Frank Leicht auf der Bank sitzen werden. Die Wahrheit konnte dann jeder sehen, aber in manchen Momenten ist sie gar nicht so einfach herauszufinden.

          Eine launische Diva war diese Eintracht mal, von einem Rückfall in schlimme Zeiten ist sie zwar noch weit entfernt. Aber dass zwischen Vorstand und Aufsichtsrat inzwischen vor allem Zwietracht herrscht, ist unübersehbar. Das sorgt für unnötige Arbeit. Aufsichtsrats-Chef Herbert Becker stand in dieser Woche für kein Interview zur Verfügung - er war damit beschäftigt, die Maulwürfe zu suchen. Viel Glück!

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