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Eintracht-Stürmer Joveljic : „Ich weiß, wie man Tore schießt“

Bei seinem ersten Presseauftritt als Eintracht-Stürmer am 5. Juli 2019 gibt sich Dejan Joveljic alles andere als bescheiden. Bild: Jan Huebner

Dejan Joveljic ist erst 19 Jahre alt, aber der Eintracht-Neuzugang gibt sich selbstbewusst und forsch. „Er wird noch lernen müssen“, sagt Sportvorstand Fredi Bobic.

          Den ersten Satz hatte er sich wohlüberlegt. „Ich bin glücklich, bei Eintracht Frankfurt zu sein.“ Gesagt hat ihn Dejan Joveljic auf Deutsch. Ein löblicher Anfang eines jungen Serben, der weiter fleißig Deutsch lernen will und seine Heimat verlassen hat, um in Frankfurt sein Glück zu suchen. Seine Landsleute Luka Jovic, Filip Kostic und Mijat Gacinovic haben es schon gefunden. Und während Jovic inzwischen weitergezogen ist, um bei Real Madrid am ganz großen Rad zu drehen, wird Joveljics Hauptaugenmerk darauf liegen, „mich so schnell wie möglich zu integrieren“, wie er sich übersetzen ließ.

          Selber Raum, selbe Zeit. Wie tags zuvor schon Djibril Sow und Dominik Kohr sitzt auch Dejan Joveljic lässig in unmittelbarer Arena-Nähe in einem Hotel hinter einem runden Tisch, um die Fragen der Reporter zu beantworten. Der 19-Jährige macht dies erstaunlich gelassen und routiniert. Vor allem: mit jeder Menge Selbstbewusstsein. Befragt, was den Angreifer denn besonders auszeichne, erwidert der von Roter Stern Belgrad zur Eintracht gewechselte Joveljic: „Ich bin ein hart arbeitender Stürmer, der weiß, wie man Tore schießt. Der Strafraum ist meine Zone. Ich kann aus allen Positionen schießen.“ Ganz schön kess, der Kicker vom Balkan, der ebenso wie Jovic die harte Schule bei Roter Stern durchlaufen hat. „Wir sind in Belgrad sehr viele Talente gewesen“, sagt Joveljic. „Der Druck war ständig da und sehr groß. Jedes Jahr ist es das Ziel von Roter Stern, Titel zu holen und nach Europa zu kommen. Es ist schwer, ins Team zu kommen.“

          Junge Spieler und familiäre Werte in Frankfurt

          Wie schwer es für den 1,82 Meter langen Angreifer wird, in Frankfurt Fuß zu fassen, wird man sehen. In seinem letzten Jahr bei Roter Stern jedenfalls hat Joveljic angedeutet, warum die Eintracht-Späher auf ihn aufmerksam geworden sind. In 17 Spielen hat er acht Tore erzielt und zudem zweimal erfolgreich vorgelegt. „Dejan ist ein sehr guter Mittelstürmer, der auch über die Flügel kommen kann. Aber er ist noch jung und wird lernen müssen“, sagt Fredi Bobic. Der Eintracht-Sportvorstand, überzeugt von Joveljics Potential, hat dem serbischen Angreifer einen bis einschließlich 30. Juni 2024 laufenden Fünfjahresvertrag gegeben. Der Uruguayer Rodrigo Zalazar, ebenso wie Joveljic 19 Jahre alt und in Frankfurt mit einem Vierjahresvertrag ausgestattet, ist unterdessen wie vereinbart am Freitag für ein Jahr an den polnischen Erstligaverein Korona Kielce ausgeliehen worden.

          Wie zuvor schon Erik Durm, Djibril Sow und Dominik Kohr hat auch Dejan Joveljic festgestellt, „dass es hier bei der Eintracht sehr familiär ist. Der Verein legt Wert auf junge Spieler“, glaubt der junge Serbe, der es „schön“ findet, in einem Team zu spielen, „das offensiv ausgerichtet ist“. Von seinem neuen Trainer Adi Hütter, den Joveljic so richtig erst während des am Sonntag beginnenden Trainingslagers in der Schweiz kennenlernen wird, ist ja seit längerem schon bekannt, dass er Wert auf attraktiven Offensivfußball, gewürzt mit reichlich Toren, legt. In der zurückliegenden Saison ist Hütters Wunsch mehr oder weniger aufgegangen. Seine Mannschaft, offensiv angeführt von Luka Jovic, Ante Rebic und Sébastien Haller, hat in 34 Bundesligaspielen insgesamt 60 Tore geschossen. Die meisten, 41, gingen auf ebendas Konto des Sturmtrios Jovic (17), Rebic (9) und Haller (15).

          Dass Fußball der Marke Eintracht in der furiosen Europa-League-Saison ein grenzüberschreitendes Vergnügen gewesen ist, hat man auch in Belgrad vernommen. „Ich habe alle Spiele der Eintracht im Fernsehen gesehen“, sagt Joveljic. Beginnend sogar mit der ersten Auswärtspartie in Marseille. Am 20. September ist das gewesen. Die Eintracht siegte 2:1 – und dass Joveljic schon zu einem so frühen Zeitpunkt eine scheinbar besondere Beziehung zur Eintracht entwickelt hat, lässt auf ein längeres Interesse schließen. Konkret danach befragt, sagt der 19 Jahre alte Serbe diplomatisch: „Das kann schon sein.“

          Selbstbewusst und optimistisch: Joveljic geht sein deutsches Abenteuer bei der Eintracht ausgesprochen positiv an. „Ich bin sicher, dass ich mich hier schnell anpassen werde“, sagt er. „Meine Lieblingsposition ist zentral in der Mitte. Aber ich kann auch auf die Flügel ausweichen.“ Der erfahrene Hütter wird den mutig vorpreschenden Joveljic einzusetzen und zu zähmen wissen.

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