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Eintracht Frankfurt : „Real profitiert, die Eintracht – und ich auch“

Kovac sagt, er habe noch keinen Spieler in Ihrem Alter gesehen, der so zielstrebig gearbeitet habe. Er prophezeit Ihnen eine Karriere auf Weltniveau. Was bedeutet diese Erwartungshaltung für Sie: Ansporn, Druck – oder beides?

Es ehrt mich sehr, solche Worte vom Trainer zu hören. Es ist eine Anerkennung, die mir viel bedeutet. Aber sie spornt meine Motivation auch an: Ich möchte noch mehr arbeiten, damit es weitergeht. Ich gehöre nicht zu der Sorte von Spielern, die sich auf Lob etwas einbilden und auf den Lorbeeren ausruhen.

Die Eintracht ist gerade Tabellensiebter. Wie schätzen Sie die sportliche Lage ein?

Wie heißt es auch in Spanien so schön: Wir sollten von Spiel zu Spiel denken (lacht). Das passt gut zu unseren Möglichkeiten. Schön wäre es, wenn wir uns eine Situation erarbeiten würden, in der wir frühzeitig den Klassenerhalt gesichert haben: Wir wollen nicht bangen müssen. Dafür werden wir weiter ambitioniert auftreten, aber nicht die Bodenhaftung verlieren.

Was zeichnet Ihre Mannschaft aus?

Wir sind eine echte Einheit. Wir stehen kompakt und agieren geschlossen. Außerdem sind wir konterstark. Und man sieht zum Beispiel am Torjubel, ganz egal, wer den Treffer geschossen hat: Wir rennen immer alle zu dem Schützen und freuen uns mit ihm gemeinsam.

Und wo kann sich das Team noch steigern?

In allen Bereichen. Es wäre auch falsch, jetzt zu behaupten, alles ist schon phantastisch. Es gibt immer Steigerungspotential, jeder muss sich ständig hinterfragen und versuchen, noch ein paar Prozent mehr aus sich herauszukitzeln. Dann sind wir künftig noch schwerer zu schlagen.

Was wollen Sie noch besser machen?

Ich möchte die deutsche Sprache besser beherrschen. Wenn es damit klappt, kann ich auf dem Platz viel sicherer kommunizieren und dafür sorgen, dass unsere defensive Abstimmung noch reibungsloser funktioniert. Ich möchte zum Beispiel den Mittelfeldspielern genauer sagen können, dass ich als Hintermann alles im Blick habe und sie in Ruhe den Ball weiter verteilen können. Solche Dinge. Aktuell gibt bei uns David Abraham die meisten Kommandos, und das ist völlig richtig so. Ich möchte ihm mehr helfen können.

Welche Ziele wollen Sie in dieser Saison erreichen?

So viele Spiele wie möglich für die Eintracht bestreiten. Und mit der Mannschaft so viele Punkte holen, wie es geht. Und gesund bleiben. Alles andere ergibt sich dann von allein. Denn der Wunsch ist das eine, die harte Arbeit das andere. Wer strebsam ist, erhöht nun mal die Wahrscheinlichkeit, dass er das erreicht, was er sich vorgenommen hat.

Sie sind zunächst bis einschließlich 30. Juni 2017 von Real ausgeliehen. Schon eine Idee, wie es mit Ihnen danach weitergeht?

Ich lebe im Hier und Jetzt und konzentriere mich auf die Gegenwart. Natürlich habe ich bei Real Madrid unterschrieben, um dort eines Tages auch zu spielen. Aber es wäre ein Fehler, es erzwingen zu wollen. Ich genieße die Zeit in Frankfurt und bei der Eintracht. Mal sehen, wie wir am Saisonende abgeschnitten haben, dann kommt vielleicht der Zeitpunkt der Entscheidung. Aber man sollte nichts überstürzen. Alles war schön bislang, und ich wüsste nicht, warum es in Zukunft nicht genauso schön weitergehen sollte. Ich glaube, ich habe mir eine gute Grundlage geschaffen, auf der sich alles Weitere in Ruhe aufbauen lässt.

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