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Heribert Bruchhagen : „Ich bin der glücklichste Mensch der Welt“

Führungskopf und Skeptiker: Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen blickt kritisch auf die Bundesliga Bild: Wonge Bergmann

Am Sonntag (15.30 Uhr) spielt Eintracht Frankfurt beim 1. FC Köln. Vorstandschef Heribert Bruchhagen spricht zuvor im F.A.Z.-Interview über seine Freude über den achten Platz, Fernsehgelder, die Dreiteilung der Bundesliga und die Wandlung des Fußballs.

          Die englische Fußball-Liga erhält durch den neuen Fernsehvertrag fast die vierfache Summe der Bundesliga: Welche Konsequenzen hat das für den deutschen Markt?

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Marc Heinrich
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Wir sind erstaunt und auch ein bisschen fassungslos, dass der Markt der englischen Liga solche TV-Gelder bereitstellt. Wie die Unternehmen das refinanzieren, wird sehr spannend sein. Ich bin jedoch nur ein Fußballfunktionär und kein Börsianer. Ich kenne aber die Folgewirkungen. Lassen Sie es mich exemplarisch darlegen: Ich habe die Entwicklung seit 1988 erlebt. Der Spieler A, der vor sechs Jahren seinen ersten Vertrag unterschrieb und 35 Euro im Monat verdient hat, bekam beim nächsten Vertrag dann entsprechend dem Drei-Jahres-Rhythmus der Fernsehgelder 52 Euro und bei der letzten Vertragsverlängerung 81 Euro. Sie sehen, bei gleichbleibender Leistung haben wir ständig steigende Spielergehälter, resultierend aus den exorbitanten Fernseheinnahmen.

          Halten Sie das moralisch für fragwürdig?

          Wenn ich das für moralisch fragwürdig halten würde, dann wäre ich Lehrer an meinem Gymnasium geblieben. Ich kann nicht über Dinge klagen, von denen ich selbst profitiere. Denn auch die Gehälter der Vorstandsvorsitzenden und Manager sind gestiegen.

          Dann ist ja alles wunderbar.

          Ist es nicht, weil wir erleben müssen, dass nicht alle gleich mehr verdienen. Ich habe es bei meiner ersten Stelle als Manager auf Schalke noch so vorgefunden: Gleiches Fernsehgeld für alle. Auch wenn es nur wenige Millionen Mark waren, aber die wurden durch die 18 Bundesligaklubs geteilt. Seitdem sehe ich eine immer größere Spreizung: 1992 hatte Eintracht Frankfurt eine tolle Mannschaft, mit Stein, Bein, Yeboah und anderen. Der Etatunterschied zwischen der Eintracht und dem FC Bayern belief sich auf 40 Prozent. Heute beträgt der Unterschied 600 Prozent. Damals konnte Bayern mir als Manager des HSV den Stürmer Karsten Bäron nicht wegnehmen. Sie wollten ihn haben, machten ihm ein Angebot, ich habe ihm ein Gegenangebot gemacht, dazu wurde das Gehalt des alten Vertrages addiert, durch drei geteilt, mit dem Faktor fünf multipliziert und so hätten die Bayern für ihn sechs Millionen Mark Ablöse zahlen müssen. Ich konnte mich also wehren. Heute kann Bayern sogar dem Zweiten, den Dortmundern, beliebig Spieler wegnehmen.

          Und das alles soll durch die Spreizung der Fernsehgelder erfolgt sein und nicht durch allgemein besseres Wirtschaften?

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