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Eintracht-Kommentar : Wieder in der eigenen Hand

Das Lachen ist zurück in Frankfurt. Auch dank Trainer Niko Kovac. Bild: dpa

Durch den 2:1-Sieg über Mainz 05 gibt es für Eintracht Frankfurt wieder Hoffnung im Kampf gegen den Abstieg. Das ist nicht zuletzt ein Verdienst von Trainer Niko Kovac.

          Gegen den FSV Mainz 05 konnte die Frankfurter Eintracht nichts gewinnen, aber alles verlieren. Das erste von vier sogenannten Endspielen, wie Trainer Niko Kovac das Restprogramm seiner Mannschaft bis zum Saisonschluss bezeichnete, hätte auch schon das letzte sein können. Der 2:1-Sieg hat den Verein zwar nicht vom Abstiegsplatz geführt, aber er hat verhindert, in die Hoffnungslosigkeit abzudriften.

          Nun hat es die Eintracht wieder selbst in der Hand, das Abrutschen in die Zweitklassigkeit zu vermeiden, auch dank der Konkurrenz, die an diesem Wochenende keine störenden Punktgewinne verbuchen konnte. Da am kommenden Spieltag der Sechzehnte, Werder Bremen, und der Fünfzehnte, VfB Stuttgart, im direkten Duell aufeinander treffen, wird die Eintracht Rang 17 verlassen oder im schlechtesten Fall mit dem VfB nach Punkten und in der Tordifferenz gleichziehen - einen Sieg in Darmstadt vorausgesetzt.

          Wer wollte aber den Ausgang des hessischen Derbys prognostizieren? Die Partie ist so offen wie die gegen Mainz. Am Ende werden wieder der Wille, der Glaube, die Leidenschaft und das Glück entscheiden. Mit diesen Tugenden und der nötigen Portion Fortune haben die Frankfurter Profis die spielerisch begabteren Mainzer trotz ihrer schwierigen Ausgangslage niedergerungen.

          Gegen die Darmstädter wird das nicht gelingen. Denn in dieser Hinsicht kann niemand der Mannschaft von Trainer Dirk Schuster etwas vormachen. Man könnte sagen: Die Darmstädter haben es erfunden, ohne große spielerische Mittel die Bundesligatauglichkeit zu beweisen. Entweder muss die Eintracht ein bisschen fußballerisches Format zurück gewinnen oder das Derby wird zum reinen Glücksspiel.

          Frankfurter Glückskind des Tages: Ben-Hatira gab sein letztes Hemd für die Eintracht Bilderstrecke

          Trainer Kovac hat die „Darmstadtisierung“ der Eintracht in sieben Wochen vollständig vollzogen. Nach dem 2:1 gegen Mainz sind die Fans und der ganze Verein glücklich darüber. Aber wie wäre die Bewertung seiner Arbeit ausgefallen, wenn Ben-Hatiras Flankenversuch nicht durch Bells Rücken zum Siegtreffer der Eintracht veredelt worden wäre? Bestimmt nicht so positiv wie jetzt, und es wäre ungerecht gewesen. Denn wie die Begegnung mit Mainz auch geendet hätte: Kovac hat der Mannschaft neues Leben eingehaucht, er hat durch akribische Arbeit, Sachverstand und vor allem durch seine positive Ausstrahlung und Überzeugungskraft die aufziehende Verzweiflung eingedämmt.

          Gegen die Beerdigungsstimmung nach dem 0:3-Niederschlag in Leverkusen am Samstag vor einer Woche kämpfte er so erfolgreich an, dass sich am Sonntag wenn auch kein hochklassiges, so aber doch ein widerstandsfähiges Team präsentierte. Eine Leistung, die durch einen neuen Vertrag belohnt werden sollte, ob es nun für den Verbleib in der Bundesliga reicht oder nicht. Der kann von Kleinigkeiten oder Zufällen abhängen wie abgefälschten Schüssen. Aber wie Kovac die Eintrachtspieler in den vergangenen schweren Wochen in die Spur gebracht und bei allen Rückschlägen in der Spur gehalten hat, das ist kein Zufall und auch keine Kleinigkeit.

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