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Frankfurt verpflichtet Amerikaner : Aus dem Urlaub zur Eintracht

Darf auch nach dem Probetraining für die Eintracht gegen den Ball treten: Ricardo Anthony Clark Bild: Wonge Bergmann

Der Amerikaner Clark überzeugt Trainer Skibbe und erhält einen Vertrag. Aber erst in ein paar Wochen kommt der Abräumer für sein Debüt in Frage: Noch ist Clark, der vier Berater beschäftigt, nicht fit. Und Schwegler hemmt ein "Pferdekuss".

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          Ein Stürmer sollte es sein, ein defensiver Mittelfeldspieler ist es geworden. Nachdem sich Ricardo Anthony Clark seit Sonntag schon in seiner neuen sportlichen Wahlheimat Frankfurt aufhält, aber nur einmal kurz als mitspielender Profi in Erscheinung getreten ist, darf er sich an diesem Donnerstag endlich öffentlich äußern. Seine Vorgesetzten von der Frankfurter Eintracht haben dem 26 Jahre alten Amerikaner aus Georgia nach absolviertem Medizincheck die Erlaubnis erteilt, etwas über seine Beweggründe für ein Engagement in der deutschen Fußball-Bundesliga zu erzählen. Clark, das Rauhbein aus der Major League Soccer, wird dies im Beisein von Michael Skibbe tun.

          Der Eintracht-Coach, noch immer auf der Suche nach einem verlässlichen, torgefährlichen Angreifer für die personell limitierte Offensivabteilung, hat im Fall Clark beherzt zugegriffen. Von Chefscout Bernd Hölzenbein nur zufälligerweise gesichtet, weil sich der Fußball-Weltmeister bei seinem Besuch des Länderspiels zwischen Dänemark und den Vereinigten Staaten am 18. November in Kopenhagen eigentlich nach einem Stürmer umsehen wollte, müssen die spontan gewonnenen Eindrücke von großer Nachhaltigkeit gewesen sein. „Ich hätte ihn auch ohne Probetraining verpflichtet“, sagte Skibbe am Mittwoch.

          Clark mit vier Beratern

          Tags zuvor hatte sich Clark unter die neuen Kameraden gemischt. Am Mittwoch hatten die Trainingsbeobachter abermals mit dem Amerikaner gerechnet. Doch er unterzog sich den vor Vertragsabschluss üblichen umfangreichen medizinischen Untersuchungen. Schon am Dienstag war sich Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen mit Clark und dessen diversen Beratern – der Amerikaner hat gleich vier um sich geschart – über einen unterschriftsreifen Vertrag einig geworden.

          Wer Clark für seinen neuen Klub in Aktion sehen will, muss sich gedulden. Bei den beiden kommenden Prüfungen in Nürnberg und gegen Köln wird der Abräumer definitiv fehlen. Und Trainer Skibbe hält es noch nicht einmal für ausgeschlossen, „dass wir erst in drei, vier Wochen mit ihm rechnen können. Er muss ein Aufbautraining absolvieren, denn er hat zuletzt wenig Fitness- und überhaupt kein Balltraining absolviert. Er kommt aus dem Urlaub zur Eintracht.“ Dass Clark, um es einmal so zu formulieren, als überaus robuster und kompromissloser Spieler in Erscheinung getreten ist, hat sich mittlerweile in Frankfurt herumgesprochen. Auch die 10.000 Dollar Strafe sowie die neun Spiele Sperre, die Clark für seinen rüden Tritt gegen Carlos Ruiz verhängt bekam, mögen seine harte Gangart unterstreichen. Skibbe aber ist sicher, dass das Vergangenheitssünden sind. „Ich sehe keine Gefahr“, sagte der Frankfurter Trainer. „Er muss sich unserem Stil, Fußball zu spielen, anpassen. Dann wird man sehen, wo er seine Einsatzmöglichkeiten findet.“

          „Pferdekuss“ hemmt Schwegler

          In erster Linie vor der Abwehr. Dort, wo ein gesunder Zlatan Bajramovic Dienst geleistet hat. Doch weil der Bosnier bekanntlich an der Achillesferse operiert wurde, könnte hier der 26-malige amerikanische Nationalspieler ein neues Betätigungsfeld finden. Mit Selim Teber und Pirmin Schwegler hat er auf dieser in Frage kommenden Position aktuell zwei Stammkräfte vor sich. Um den Schweizer Schwegler dürfen sich die Eintracht-Anhänger im übrigen ein bisschen sorgen. Während des Vormittagstrainings war der beste sommerliche Neuzugang mit Stürmer Marcos Alvarez aneinandergeraten. Die Folge: ein „Pferdekuss“ oberhalb des linken Knies. Mannschaftsarzt Dr. Matthias Feld diagnostizierte später ein „schmerzhaftes Hämatom im Oberschenkel“.

          Sollten die Beschwerden, die mit physiotherapeutischen Maßnahmen behandelt werden, nicht schnell abklingen, wäre nach Ansicht des neuen Eintracht-Mediziners Schweglers Einsatz am Samstag im Spiel bei den abstiegsbedrohten Nürnbergern gefährdet. Die Eintracht ohne Schwegler? Kaum vorstellbar. Die Eintracht mit Clark? Ein Modell, das von Februar an greifen soll.

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