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Eintracht Frankfurt : Ein Duo und ein Routinier

Bringt für die Eintracht internationale Erfahrung mit: Jonathan de Guzman Bild: Jan Huebner

Lediglich Kevin Trapp und Marco Russ waren schon beim letzten Mal dabei, als die Eintracht europäisch spielte. Ante Rebic fällt indes für das Spiel gegen Marseille aus.

          Für die Männer mit dem Golfschläger war zum Auftakt dieser bedeutsamen Sportwoche der Kanonenstart das Maß aller Dinge. Für die Männer mit den Fußballschuhen soll das Europapokalspiel in Marseille eine Bombensache werden. Bei der Eintracht sind sie am Montag fremdgegangen. Golf statt Fußball – zum 13. Mal schon im Rahmen der Eintracht Frankfurt Golf Open auf der Anlage des Golf Clubs Hanau-Wilhelmsbad. Natürlich mit den üblichen Verdächtigen, zu denen unter anderen der einstige Vorstandschef Heribert Bruchhagen und die Fußball-Weltmeister Jürgen Grabowski, Bernd Hölzenbein, Uwe Bein und Andreas Möller gehören.

          Am Donnerstag, wenn es wirklich ernst wird und von 18.55 Uhr an das erste Gruppenspiel in der Europa League bei Olympique Marseille auf dem Programm steht, ist die Zahl der üblichen Verdächtigen höchst überschaubar. Zwei Frankfurter Spieler nur, Torwart Kevin Trapp und Innenverteidiger Marco Russ, waren schon vor knapp fünf Jahren dabei, als die Eintracht letztmalig international im Einsatz gewesen ist. Mit Trapp wird zumindest einer dieses Duos in der Startelf stehen. Der Nationaltorhüter ist gesetzt – Russ, zuletzt angeschlagen, aber in Dortmund schon wieder im Kader gewesen, ist dies nicht.

          Vier Vereine - Vier Mal europäischer Wettbewerb

          Ausgeschlossen freilich ist es aber nicht, dass der 33 Jahre alte erfahrene Innenverteidiger vielleicht doch noch gegen den Vorjahresfinalisten Olympique zum Einsatz kommt. Für den Ernstfall Europa hat sich Trainer Adi Hütter viel Zeit genommen, um nach der besten Formation zu suchen. Natürlich im Verborgenen. Letztmalig hat man Eintracht-Profis am Tag nach dem 1:3 bei Borussia Dortmund gesehen. Am Sonntag hatte die Mannschaft frei. Seit Montag wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert, ehe es am Mittwoch an die Mittelmeerküste geht.

          Gut für das Europapokal-erfahrene Eintracht-Duo Trapp und Russ: Es werden weitere Spieler mit an Bord des Flugzeuges sein, die eine Ahnung davon haben, wie sich derartige internationale Fußballspiele von denen im Bundesliga-Alltag unterscheiden. Johnny de Guzman kennt sich sogar bestens aus. Der Niederländer ist der Routinier und hat bislang das Kunststück vollbracht, mit vier seiner ehemaligen Arbeitgeber europäisch am Ball gewesen zu sein: Neapel, Swansea, Villareal und Rotterdam.

          Spielte auch schon vor fünf Jahren für die Eintracht europäisch: Torhüter Kevin Trapp.

          Auch Makoto Hasebe (für Wolfsburg), Jetro Willems (PSV Eindhoven) und Taleb Tawatha (Maccabi Haifa) besitzen Erfahrung, die sich aus früheren Begegnungen sowohl in der Europa League als auch sogar in der Champions League speist. Zudem haben auch Ante Rebic, Carlos Salcedo (beide für den AC Florenz), Nicolai Müller (Mainz 05), Goncalo Paciencia (FC Porto) und Luka Jovic (Benfica Lissabon, Roter Stern Belgrad) in der Vergangenheit in das lukrative Europapokalgeschäft reingeschnuppert.

          Rebic fällt in Marseille aus

          Besonders die Personalie Rebic dürfte interessieren. Wie Eintracht-Trainer Hütter am Montagabend in der hr-Sendung „Heimspiel!“ bestätigte, fällt der kroatische Weltmeisterschaftszweite für das Europa League-Spiel am Donnerstag gegen Marseille aus. Rebic hatte noch am Samstag, wenige Stunden nach dem 1:3 beim BVB, am Training teilgenommen.

          Einer kommt ganz gewiss zurück: Jetro Willems. Der für das Kerngeschäft Bundesliga auch noch für die Begegnungen gegen RB Leipzig und bei Borussia Mönchengladbach gesperrte Linksverteidiger ist für die Europa League spielberechtigt. Vieles spricht dafür, dass Hütter in Marseille auf den Niederländer baut. Bei Offensivaktionen ist von Willems mehr Fortüne zu erwarten als zuletzt von der wackeren Aushilfskraft Simon Falette.

          Alternative zum Geisterspiel

          Die Eintracht bietet ihren Fans vom Geisterspiel in der Europa League bei Olympique Marseille ein Public Viewing im eigenen Stadion an. Wie die Frankfurter am Montag mitteilten, wird die Partie am Donnerstag (18.55 Uhr) auf einer 100 Quadratmeter großen LED-Wand in der WM-Arena übertragen.

          Das Europapokal-Comeback der Eintracht nach viereinhalb Jahren findet in Marseille vor leeren Rängen statt. Wegen schweren Fehlverhaltens ihrer Anhänger hatte die Europäische Fußball-Union die Franzosen mit einem Zuschauerausschluss für das erste Europa-League-Heimspiel bestraft. (F.A.Z.)

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