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Eintracht Frankfurt : Die nächsten Hürden im Visier

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Das Rückspiel des Europa League-Qualifikationspiels Eintracht Frankfurt gegen FC Flora Tallinn in der Commerzbank-Arena Bild: dpa

Erst Vaduz, dann Straßburg oder Plowdiw: Der Fahrplan der Eintracht in Europa steht. Sebastian Rode könnte früher bereit sein als erwartet. Auch gibt es finale Gespräche um Trapp.

          Seit Montag ist die Frankfurter Eintracht ein Stück weit schlauer, was ihren Schlussspurt in der Europa-League-Qualifikation angeht. Würde der Fußball-Bundesligaverein auch die dritte Qualifikationsrunde gegen den FC Vaduz erfolgreich bewältigen, womit nach normalem Verlauf zu rechnen ist, träfen die Hessen in den finalen Play-offs auf den Sieger der Begegnung zwischen Racing Straßburg und Lokomotive Plowdiw. Das ergab die Auslosung der Uefa in Nyon in der Schweiz. Das Hinspiel am 22. August würde die Eintracht im gegnerischen Stadion austragen. Eine Woche später wäre dann die WM-Arena in Frankfurt die Spielstätte für das zweite Kräftemessen. Im Erfolgsfall hätten die Frankfurter in der Europa League die Gruppenphase erreicht, in der die deutschen Vertreter Borussia Mönchengladbach und VfL Wolfsburg definitiv mitmischen werden. Die Europa-League-Gruppen werden am 30. August im Losverfahren erstellt.

          Frankreich oder Bulgarien – eines der beiden Länder könnte also das finale Reiseziel im Qualifikationsmarathon für die Mannschaft von Cheftrainer Adi Hütter werden. Die Franzosen aus Straßburg schlossen die zurückliegende Saison in der Ligue 1 als Tabellenelfter ab. Aufnahme in die Europa-League-Qualifikation fanden sie durch den Gewinn des Liga-Pokals gegen EA Guingamp. In der zweiten Qualifikationsrunde der Europa League setzte sich Straßburg in zwei Spielen gegen den israelischen Vertreter Maccabi Haifa durch. Der zweite mögliche Eintracht-Gegner, Plowdiw, beendete die Vorsaison auf Rang vier in der höchsten bulgarischen Liga. Aktuell belegt der Klub Platz fünf nach vier absolvierten Begegnungen in der neuen Spielzeit. Zugang zu dem internationalen Wettbewerb verschafften sich die Bulgaren durch den erstmaligen Pokalsieg in ihrem Heimatland. Damit nahm Plowdiw zum ersten Mal seit 2012 wieder die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb auf. In der zweiten Runde schaltete der Verein die Slowaken von Spartak Trnava aus.

          Frankreich oder Bulgarien – wer wird das finale Reiseziel im Qualifikationsmarathon?

          Bevor es für die Eintracht zum Qualifikationsfinale kommt, muss sie noch den FC Vaduz im zweiten Schritt nach dem Erfolg über Flora Tallinn aus dem Rennen werfen. Das kommt für den Halbfinalteilnehmer der Europa League im zurückliegenden Spieljahr, der zunächst an diesem Donnerstag (20.30 Uhr) beim FC Vaduz im Rheinpark mit einem Fassungsvermögen von knapp 6000 Zuschauern antritt, einer Pflichtaufgabe gleich. Der Verein aus Liechtenstein ist zwar fester Bestandteil der Europa-League-Qualifikation, in die Gruppenphase des Wettbewerbs ist er jedoch noch nie eingezogen. Spätestens in der dritten Runde war immer Schluss. Die sportliche Heimat des FC Vaduz ist die zweithöchste Liga in der Schweiz, die sogenannte Challenge League. Dort muss sich der Klub momentan mit Rang fünf nach drei Spielen begnügen; durch ein 3:3 bei Stade Lausanne-Ouchy verpasste Vaduz den Sprung auf Rang drei. Interesse weckte diese Partie bei nur 450 Zuschauern. Der Rekord-Pokalsieger Liechtensteins mit 47 Titeln spielte zuletzt in der Saison 2016/2017 in der schweizerischen Super League. Im März 2017 übernahm der ehemalige Drittliga-Trainer des FSV Frankfurt, Roland Vrabec, den Trainerposten beim FC Vaduz. Den Abstieg konnte aber auch er nicht mehr verhindern. Heute wird die Mannschaft von Mario Frick angeleitet, der dank seiner 125 Länderspiele eine Legende in Liechtenstein ist. „Ich kenne den Trainer und das Umfeld aus meiner Zeit in der Schweiz sehr gut“, sagt Hütter. In der vorvergangenen Saison gewann er mit Young Boys Bern die Meisterschaft. Vaduz, dessen erfahrener Spielmacher Milan Gajic einst unter Hütter in Bern trainierte, liegt nur eine knappe halbe Stunde von Hütters Heimat Hohenems im Vorarlberg entfernt, wo der Fußballlehrer geboren wurde und aufgewachsen ist. Seine persönliche Serie gegen Vaduz ist noch ausbaufähig. „Ich glaube, wir haben mit Bern viermal dort gespielt und kein einziges Mal gewonnen“, sagt Hütter. Im Mai 2017 verlor Bern sogar 0:1 beim FC Vaduz. Sein Trainerkollege beim Gegner war der gebürtige Frankfurter Vrabec.

          „Ich hätte erwartet, dass Sebastian mehr Zeit benötigt“

          Für das Aufeinandertreffen mit Vaduz nominierten die Frankfurter ihre beiden Rückkehrer Sebastian Rode und Martin Hinteregger nach. Im Gegenzug strichen sie aus dem 25 Spieler umfassenden Kader Tuta und Jetro Willems, der für seinen neuen Klub Newcastle United im Testspiel gegen St. Etienne (2:1) sein Debüt gab. Vor seinem baldigen Comeback bei der Eintracht könnte Rode stehen, der sich im Mai noch einer Knieoperation hatte unterziehen müssen. In dem am Sonntag zu Ende gegangenen Trainingslager in Windischgarsten machte Rode aber das volle Programm mit. „Ich bin sehr überrascht, ich hätte erwartet, dass Sebastian mehr Zeit benötigt“ sagte Hütter. „Aber wenn man ihn kennt, weiß man, wie ehrgeizig er ist und wie hart er an sich arbeitet, um so schnell wie möglich zurückzukommen.“

          Apropos Rückkehr: Bis zu diesem Mittwoch um 24 Uhr hat die Eintracht Zeit, zwei weitere Profis für das Duell mit Vaduz nachzumelden. Am liebsten würden der Klub noch Torhüter Kevin Trapp auf die Liste setzen. Die Rückholaktion des deutschen Nationaltorhüters von Paris Saint-Germain soll nun mit der festen Verpflichtung des 29-Jährigen so schnell wie möglich über die Bühne gehen. Trapp soll bei der Eintracht einen sehr langfristigen Vertrag erhalten und würde neben Ante Rebic zum Top-Verdiener aufsteigen.

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