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Vor Duell gegen Arsenal : Der Puls steigt

Für Danny da Costa ist die Eintracht „nicht der krasse Underdog“ im Duell gegen den FC Arsenal. Bild: dpa

Für Eintracht-Verteidiger Danny da Costa ist das Kräftemessen mit dem FC Arsenal ein erstes Highlight der Saison – auch weil es zum Duell mit Kumpel Bernd Leno kommt.

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          An Beobachtern hat es ihnen nicht gemangelt. Die Idee von Adi Hütter, das Team der Eintracht mit Ruhe und unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf die erste Herausforderung in der Gruppenphase der Europa League hinzuführen, wurde von den Absichten der Stadion-Gesellschaft konterkariert: In der Fußballarena veranstaltete am Dienstag ein Computerunternehmen aus Baden-Württemberg eine Marketing-Show, zu der Hunderte Teilnehmer eingeladen wurden – und die Besucher genossen aus den oberen Rängen eine prima Rundumsicht und beim Gang übers Gelände zudem aus nächster Nähe einen exklusiven Einblick auf das Geschehen auf dem Rasen: So viele Zaungäste mit gezücktem Smartphone gab es lange nicht bei einer Übungseinheit der Frankfurter wie zwei Tage vor dem Spiel gegen den FC Arsenal, und Ordner mühten sich, dass trotz des großen Boheis ein reibungsloser Trainingsbetrieb stattfinden konnte.

          Danny da Costa nahm die ungewöhnlichen Begleitumstände mit einem Lächeln zur Kenntnis und berichtete, dass alleine die Vorahnung auf das, was bevorsteht, für erhöhten Pulsschlag bei ihm sorge. „Wenn so etwas für uns schon Normalität wäre, würde etwas verkehrt laufen. Es kribbelt bei mir im ganzen Körper“, sagte der 26-Jährige. In der vergangenen Saison gehörte er bei allen fünfzig Frankfurter Pflichtspieleinsätze zu den Konstanten im Team, das es bis ins Europapokal-Halbfinale schaffte, ehe nach der Niederlage gegen den FC Chelsea eine Mischung aus Spannungsabfall und Energieverlust den Höhenflug bremste, was in der Bundesliga zum Abrutschen auf den siebten Tabellenplatz führte; daraus resultierte eine verkürzte Sommerpause, weil erst in sechs Qualifikationsspielen nachträglich das Ticket fürs internationale Geschäft gelöst werden musste.

          Hohe Hürden in der Vorrunde

          Diese Zusatzaufgabe erfüllte Hütters Auswahl und nun geht es für sie auf der großen Bühne von Neuem los: „Vorfreude ist definitiv da“, sagte da Costa. „Wir haben uns ein gewisses Standing erarbeitet, das sorgt für Selbstvertrauen.“ Hierzulande sei es bereits der Fall, dass die Gegner „nicht gerne nach Frankfurt kommen“, wie er betonte, weil alle wüssten, dass die Eintracht mit der Unterstützung des Heim-Publikums als zwölftem Mann im Rücken zu außergewöhnlichen Leistungen im Stande sei. Auch Olympique Marseille, Lazio Rom, Schachtar Donezk, Inter Mailand und Benfica Lissabon machten diese für sie unangenehme Erfahrung. Ziel sei es nun, sagte da Costa, wie in der vorigen Kampagne, „die Gruppenphase zu überstehen: Wenn wir das nicht hätten, müssten wir gar nicht antreten“. Die übrigen Konkurrenten heißen Standard Lüttich und Vitoria Guimares.

          Da der Weg in der Vorrunde mit hohen Hürden gespickt und lang sei, nannte er es sinnvoll, „Schritt für Schritt“ vorzugehen. Mit anderen Worten: Nicht vorab zu viel ankündigen, sondern sich seiner Stärken besinnen und sie dann punktgenau abrufen. In Augsburg, am Wochenende beim 1:2, klappte das nicht. Bei der Niederlage wurde die Abwehrreihe der Frankfurter bei Kontern oft auseinandergenommen, mehrmals standen sie in Unterzahl im eigenen Strafraum – alles andere als Auftritt, der als Mutmacher geeignet gewesen wäre. Da Costa sagte dazu, dass das Resultat ärgerlich sei, jedoch „keinen Weltuntergang“ darstelle: „Wir wissen selbst, dass wir nicht mit letzter Konsequenz verteidigt haben.“ Er sei zuversichtlich, dass sich die Reaktion gegen Arsenal sehen lassen könne.

          Warnung vor Aubameyang

          Für ihn wird die Begegnung mit den Londonern auch zum persönlichen Duell mit seinem Kumpel Bernd Leno, der bei den Gunners zwischen den Pfosten steht. Die beiden sind, seit sie als Teenager zu Bayer Leverkusen kamen, dicke Freunde, die auch heute den Werdegang des anderen im Auge haben und ihre Auftritte gegenseitig bei regelmäßigen Telefongesprächen kommentieren.

          So auch in diesen Tagen. Da Costa stellte dabei einiges fest, wie er erzählte, was ihn beim 2:2 von Arsenal gegen Watford optimistisch für die Eintracht stimmte. Wichtig sei, Pierre-Emerick Aubameyang in den Griff zu bekommen, der in der Premier League bereits fünf Treffer in fünf Partien erzielte. „Ihn kann man nur im Kollektiv stoppen“, sagte da Costa, „wir müssen nach Möglichkeit schon die Zuspiele auf ihn unterbinden.“ Er selbst wolle „so oft wie möglich“ auf der rechten Außenbahn nach vorne zur Attacke starten, um die Kollegen im Sturmzentrum mit Hereingaben „zu füttern“. Bas Dost nannte er einen „Funkturm“, der in der Luft herausragende Fähigkeiten mitbringe, Goncalo Paciencias Stärken lägen in der Box und André Silva könne am Ball „Dinge, die nicht viele können“.

          Der FC Arsenal werde aufgrund seines Kaders, der vor aktuellen oder ehemaligen Nationalspielern strotze, im direkten Vergleich nijht zu Unrecht als Favorit gehandelt. „Sie sind spielstark und versuchen, immer das meiste mit Kombinationen zu lösen. Aber wir sind bestimmt nicht der krasse Underdog“, sagte da Costa: „Wir haben aber unsere Mittel und können ihnen irgendwie wehtun.“

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