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Knapp daneben : Warum Eintracht-Spieler andere Leibchen tragen sollten

Wäschestücke mit Sensor: Haller und Abraham in Ulm Bild: SvenSimon

Welche modische Botschaft steckt in den kurzen Leibchen, die Frankfurts Fußballer bis knapp unter die Brust reichten. Frauen kennen solche Teile, damit beim Laufen nichts wackelt. Aber Männer? Wir klären auf.

          Wenn Verlierer vom Sportplatz schleichen, ist das in der Regel kein erfreulicher Anblick. Selbst dann nicht, wenn es sich um Spieler der Frankfurter Eintracht handelt. Die tragen in dieser Saison als Heimtrikot den „Frankfurt Style“, der ganz in Schwarz und Anthrazit gehalten ist, und man wollte schon nach dem Debakel im Supercup wissen, wer für diese Textil-Tristesse verantwortlich ist. Dank des Trauerlooks wirkte die Niederlage geradezu programmiert.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Am Samstag, ebenfalls in Schwarz beim Viertligisten in Ulm spielend, waren die Frankfurter auch nicht erfolgreicher. Und als wären die Zeiten nicht schon düster genug, trollten sich die Eintracht-Spieler Sébastien Haller und David Abraham auch noch mit halbnacktem Oberkörper in die Kabine. Immerhin waren sie ihre Shirts losgeworden, vermutlich nicht beim enttäuschten Anhang, sondern bei Spielern des Gegners, die sich das Shirt als Andenken an ihren großen Tag gerne überstreiften.

          Den Fan treibt seither eine andere Frage um: Welche modische Botschaft steckt in den kurzen Leibchen, die Haller und Abraham bis knapp unter die Brust reichten. Frauen kennen solche Teile als Bustier oder Sport-BH, damit beim Laufen nichts wackelt. Fußballspielende Männer sollten dieses Problem im Normalfall nicht haben – und sie sollten die Teile, ehrlich gesagt, auch nicht öffentlich tragen. Denn sie stehen ihnen einfach nicht.

          Ein Anruf bei der Eintracht sorgt für Klarheit: Es handelt sich nicht um einen neuen Sportmode-Trend, sondern um eine technische Textilie, die schon seit drei, vier Jahren zur Ausstattung der Spieler zählt – im Training wie bei Wettkämpfen. Das Wäschestück ist mit einem leichten Sensor ausgestattet, der Informationen liefert, etwa wie viele Kilometer ein Spieler in welchem Tempo gelaufen ist und wie hoch oder niedrig die Pulsfrequenz dabei war. Das alles lässt sich in Tabellen auswerten, weshalb gern auch vom „gläsernen Spieler“ die Rede ist, den der Trainer allezeit unter Kontrolle hat. Ausruhen war gestern. Bleibt nur die Frage, warum man die Teile nicht ein wenig länger geschneidert hat.

          Da die Textilwahl der Eintracht in dieser Saison bisher kein Glück gebracht hat, haben wir einen Vorschlag. Statt mit Schwarz (das wird nichts!) sollte es die Eintracht einmal mit Grün (hoffentlich trifft er!) probieren, selbst wenn es Eintracht-Traditionalisten bei der Vorstellung graust. Auch dieser Hinweis sei erlaubt: Ein paar Stromimpulse haben schon manchen Muskel flottgemacht. Die Textiltechnik dafür ist vorhanden. Man muss sie nur nutzen.

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