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Eintracht-Trainer Adi Hütter : „Wir werden nicht nervös“

  • -Aktualisiert am

Alles gut? Trainer Adi Hütter wirkt beim Blick in die nahe Zukunft zuversichtlich. Bild: Imago

Die Eintracht verliert Offensivpower, aber Trainer Adi Hütter erweckt den Eindruck, dass er und der Klub auf die Situation gut vorbereitet sind. Immerhin ist nun der Gegner in der Europa-League-Qualifikation bekannt.

          Ante Rebic weicht dem Frankfurter Cheftrainer Adi Hütter nicht von der Seite. Zum wiederholten Mal in dieser Trainingswoche marschierten der Offensivspieler und sein Vorgesetzter am Donnerstag gemeinsam auf den Übungsplatz. Nur Zufall oder doch ein Zeichen? Auf jeden Fall scheinen die beiden Gefallen am gegenseitigen Austausch zu haben, denn nach einer der zurückliegenden Einheiten standen sie noch länger zusammen. „Ich rede oft mit Ante“, sagte Hütter am Donnerstag und wollte damit zum Ausdruck bringen, dass das keine Besonderheit sei.

          Das zumindest ist eine Erwähnung wert: Während vom Frankfurter Sturm-Triumvirat Luka Jovic (wechselte zu Real Madrid) und Sebastien Haller (West Ham United) auch deutlich besserer Bezüge wegen das Weite gesucht haben, hält Rebic der Eintracht die Treue. Nur wie lange noch? „Solange Ante hier ist, ist er hier“, sagte Hütter lapidar. „Ante ist ein Spieler, von dem sich jeder Trainer wünscht, dass er bleibt.“ Vielleicht habe Rebic „die Möglichkeit“, den Verein zu wechseln.

          „Vielleicht will er aber auch hierbleiben. Es ist das Leid und das Los des Trainers, dass das Transferfenster relativ lange geöffnet ist.“ Offenbar ist die Angelegenheit bei Rebic offen. Oder gibt es doch eine Tendenz in Richtung einer beruflichen Veränderung? Der italienische TV-Sender „Sky Italia“ meinte am Donnerstag, in Erfahrung gebracht zu haben, dass sich Inter Mailand sehr um die Verpflichtung des kroatischen Nationalspielers bemühe. Der Mailänder Sportdirektor Piero Ausilio und die Rebic-Seite sollen sich schon zu einem Gespräch getroffen haben.

          Hütter fordert Geduld bei Neuzugängen

          Zwei Abgänge von Format – Jovic und Haller erzielten in der Vorsaison 47 der 91 Frankfurter Pflichtspieltore – und Spekulationen um Rebic: Hütter aber wirkte eine Woche vor dem ersten Pflichtspiel in der Europa-League-Qualifikation gegen Flora Tallinn – die Esten spielten 2:2 bei Radnicki Nis (Hinspiel 2:0) – nicht besorgt oder genervt. Mag auch im Umfeld die Skepsis durch den Verlust geballter Offensivpower größer geworden sein, für ihn liegt in der Ruhe die Kraft: „Wir werden nicht nervös“, sagte der Cheftrainer und betonte, dass es jetzt wichtig sei, „Geduld zu haben. Wir müssen nicht von heute auf morgen jemand präsentieren.“

          Viel entscheidender sei, „dass wir den Richtigen finden, der zu uns passt“. Alles nur eine Frage der Zeit also, denn die Hessen seien diesbezüglich auf der richtigen Fährte. „Wir sind auf diese Situation vorbereitet“ – das war die Botschaft von Hütter an die Außenwelt. Erstaunt sei in Reihen der Eintracht keiner über die Entwicklung. „Wir sind nicht vor den Kopf gestoßen worden, sondern haben damit rechnen können, dass der eine oder andere geht. Das ist der Fußball“, sagte er.

          Von Frankfurt nach Mailand? Inter soll an Ante Rebic interessiert sein.

          Zum Fußball gehört auch, dass um die Ablösesumme von Spielern auf höchster Führungsebene der Vereine intensiv gefeilscht wird – wie im Fall des Verteidigers Martin Hinteregger, der als ehemaliger Augsburger Leihspieler nun ein fester Bestandteil der Eintracht-Familie werden möchte. Noch aber haben der Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic und sein Augsburger Pendant Stefan Reuter ihr zähes Ringen um den für sie jeweils bestmöglichen Preis zu keinem Ende gebracht.

          Ehemaliger VfB-Torhüter als Ersatz für Trapp?

          Immerhin soll jedoch wieder Bewegung in die Sache gekommen sein; ein Betrag in Höhe von rund 13 Millionen Euro könnte schließlich beide Seiten zufriedenstellen. Klarheit muss außerdem noch in der Causa Trapp geschaffen werden. „Kevin will gerne zu uns“, sagte Hütter auch am Donnerstag. Darüber hinaus beteilige er sich nicht an Spekulationen. Über den FC Porto heißt es nämlich, dass der Meisterschaftszweite aus Portugal den 28 Jahre alten deutschen Nationaltorhüter von Paris St. Germain loseisen möchte.

          Für die Eintracht wäre das eine überraschende Wendung, wenn Trapp, der beim Privatspiel der Franzosen gegen Dynamo Dresden (6:1) eine Halbzeit lang das Tor hütete und Kapitän war, seine Zukunft plötzlich woanders sähe. Nur kalt erwischt würden die Frankfurter wohl auch in diesem Fall nicht. So sollen sie Odysseas Vlachodimos, den 25 Jahre alten Torhüter von Benfica Lissabon, im Auge haben. Der in Stuttgart geborene griechische Nationaltorhüter bestritt einst drei Bundesliga-Spiele für den VfB, bevor er bei Panathinaikos Athen den Durchbruch schaffte.

          Dieser könnte Frederik Rönnow in Frankfurt versagt bleiben. Dem Dänen bleibt womöglich nur der Vereinswechsel, will er in der neuen Saison als gesetzter Stammtorhüter sein Geld verdienen. Käme Trapp zurück an den Main, wäre Rönnow abermals nur die Nummer zwei zwischen den Pfosten.

          „Es gibt klare Absprachen und Verhältnisse“, sagte Hütter. Die Situation für Rönnow sei „sicherlich nicht angenehm und nicht einfach“. Er sprach dem Dänen am Donnerstag das Vertrauen aus, Rönnow gefalle ihm als Torhüter „sehr gut“, sagte Hütter. Auf die Frage, ob Rönnow die Nummer eins sei, wenn Trapp nicht zurückkäme, antwortete Hütter, ohne sich festlegen zu wollen: „Jedem, der da ist, traue ich zu, dass er bei Eintracht Frankfurt spielt.“

          Nitro überträgt Eintracht-Spiele in Europa-League-Quali gegen Tallinn

          Der TV-Sender Nitro überträgt die Qualifikationsspiele von Eintracht Frankfurt in der Europa League gegen den FC Flora Tallinn. Dies teilte der Fußball-Bundesligaverein am Freitag mit. In der zweiten Runde trifft die Mannschaft von Trainer Adi Hütter zunächst auswärts am 25. Juli (19.00 MESZ) auf das Team aus Estland, das sich in der ersten Runde gegen den serbischen Vertreter FK Radnicki Nis durchgesetzt hatte. Das Rückspiel findet am 1. August (20.30 Uhr) in der heimischen Commerzbank-Arena statt. Die Paarungen der dritten Runde werden am kommenden Montag in Nyon ausgelost. (dpa)

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