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Eintracht Frankfurt : Im Doppelpack weiter bis 2023

Seit 2016 herrscht Einstimmigkeit im Vorstand der Eintracht: Wolfgang Steubing, Axel Hellmann und Fredi Bobic (v.l.n.r). Bild: dpa

Vor dem Supercup gegen die Bayern nutzt die Eintracht die Gunst der Stunde und verlängert die Verträge der beiden Vorstände Fredi Bobic und Axel Hellmann.

          Die Meldung kam um Punkt 16 Uhr – und sie war keine Überraschung. Überraschend ist höchstens die Länge der Laufzeit der beiden Arbeitsverträge, die Fredi Bobic und Axel Hellmann am Donnerstag unterzeichnet haben. Fünf Jahre lang, bis einschließlich 30. Juni 2023, haben sich die beiden Vorstandsmitglieder der Eintracht Frankfurt Fußball AG an den Pokalsieger gebunden. Beide Verträge treten sofort in Kraft und lösen die bisherigen Vereinbarungen ab, die ursprünglich bis Mitte 2019 gültig waren. Der Aufsichtsrat der Eintracht AG, angeführt von Wolfgang Steubing, hat damit zwischen dem Pokalsieg im Mai und dem bevorstehenden Supercup im August ein nachhaltiges Zeichen für Kontinuität gesetzt.

          Der für die sportlichen Belange zuständige Bobic, der den wichtigsten Kernbereich der Arbeit vom damaligen Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen übernommen hatte, ist seit Sommer 2016 Sportvorstand der Eintracht. Von der Zeitschrift „11 Freunde“, die alljährlich eine Fachjury aus Funktionären, Verantwortlichen und Sportlern um ihre Meinung bittet, ist Bobic wegen seiner Erfolge in der zurückliegenden Saison zum Manager des Jahres gewählt worden. „Ich bin nicht der Mensch, der groß auf Ehrungen steht“, sagte Bobic dazu. „Es erfüllt mich aber mit Stolz, wenn ich die Zusammensetzung der Jury beachte. Von Jogi Löw, Oliver Kahn, Volker Finke und Stefan Reinartz über verschiedene Medienvertreter. Da haben Menschen ihr Votum abgegeben, die etwas vom Thema verstehen.“

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          Axel Hellmann versteht auch etwas von seinem Thema, von seinen Themen, um präziser zu sein, denn der 46 Jahre alte Jurist verantwortet im Vorstand der Eintracht AG gleich mehrere Geschäftsbereiche. Der schon seit 2012 als Vorstandsmitglied tätige Hellmann kümmert sich um die Geschäftsbereiche Sales und Marketing, Medien und Kommunikation, Zuschauerservice, Merchandising, Recht und Fanangelegenheiten sowie Internationale Projekte.

          Die beiden gleichaltrigen Bobic und Hellmann eint nicht nur die Arbeit im dreiköpfigen Vorstand. Die beiden haben, jeder für sich, ihren Anteil daran, dass es der Eintracht geglückt ist, binnen eines Jahres zweimal in das Berliner DFB-Pokalfinale eingezogen zu sein. Bobic hat es im Verbund mit Sportdirektor Bruno Hübner, dem inzwischen nach München gewechselten Trainer Niko Kovac und den vielen Helfern im Team hinter dem Team geschafft, eine international ausgerichtete Mannschaft zusammenzustellen, die im ersten Finaleinzug knapp Borussia Dortmund unterlag, beim zweiten Mal aber, bei der von Hellmann maßgeblich forcierten „Rückkehr der Adler“, die Bayern besiegte.

          Seit jenem Pfingstsamstag 2018 hat sich rund um die Eintracht eine neue Welle der Begeisterung in der Stadt und in der Region breitgemacht. Und spätestens da wurden die Fragen nach zügigen und vorzeitigen Vertragsverlängerungen der beiden Macher immer lauter. Aufsichtsratschef Steubing hat auf den rechten Zeitpunkt für die erwartete Doppelpacklösung gewartet und sie wenige Tage vor dem Wiedersehen mit den Bayern gefunden. Die Eintracht und der Supercup – das ist eher eine Fernbeziehung, denn einmal erst, 1988, durften damalige Frankfurter Fußballprofis um diesen besonderen Pokal spielen. Gegen Werder Bremen hieß es 0:2.

          Dreißig Jahre später nun also bietet sich die zweite Chance, den Supercup nach Frankfurt zu holen. Um die passende Bühne dafür zu bereiten, wird schon seit Tagen in der Arena im Stadtwald an den Werbebanden, im Business-Bereich und in der Tiefgarage gewerkelt. Bobic und Hellmann, die von ihren Büros aus das Treiben verfolgen können, haben die Blicke über den Sonntag hinausgerichtet. Denn die Internationalisierung der Eintracht, sportlich wie strategisch, geht unvermindert weiter. Bis Ende August noch kann und muss Bobic die Mannschaft besser machen.

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