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Eintracht Frankfurt : Kulturschock für den Büffel

  • -Aktualisiert am

Voll bei der Sache: Max Besuschkow verdient sich nach dem Test gegen Changchun Yatai das Lob des Trainers. Bild: Jan Huebner

Zwei Neue hat die Eintracht: Ordonez kommt aus der heißesten Stadt von Ecuador, für Besuschkow erfüllt sich ein Traum – beide sollen sich zunächst einmal an ihre neue Umgebung gewöhnen.

          In der vergangenen Winterpause verpflichtete die Frankfurter Eintracht fünf neue Profis in der Hoffnung, den Abstieg zu vermeiden. Platz vier nach 16 Spieltagen lässt zum Jahresbeginn gar keine Wünsche nach Verbesserung mehr offen. Dennoch hat die Eintracht zwei neue Spieler an sich gebunden. Was die Veränderung in der Transferpolitik dokumentiert, die mit der Bestellung des neuen Sportvorstands Fredi Bobic und der Verpflichtung von Kaderplaner und Chefscout Ben Manga Einzug gehalten hat. Zu den Aspekten gut und günstig und von der Hand in den Mund ist nun eine perspektivische Dimension hinzugekommen. Von Max Besuschkow und Andersson Ordonez wird nicht erwartet, dass sie zum Jahresstart der Bundesliga am 21. Januar gegen RB Leipzig in der Startformation stehen. Sie sollen die Eintracht auf Sicht stärken oder zumindest einen Gewinn beim Weiterverkauf generieren.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Die Investitionen waren entsprechend der finanziellen Situation der Eintracht überschaubar. Für den 19 Jahre alten Mittelfeldspieler Besuschkow musste die Eintracht rund 100.000 Euro an den VfB Stuttgart überweisen, sollte sich das Talent in Frankfurt durchsetzen, würden jedoch noch Zuschläge fällig. Eine Vertragskonstruktion, die die Eintracht gerne einsetzt, weil ihr Investitionsvolumen so begrenzt ist. Ordonez kostete eine Million Euro. Der Innenverteidiger aus Ecuador wird Ende des Monats 23 Jahre alt und spielte für den aktuellen Landesmeister Barcelona SF aus Guayaquil.

          „Er ist ein Büffel“

          Für Ordonez begann die Arbeit für die Hessen mit zwei Unannehmlichkeiten. Im allerersten Training in Frankfurt lernte er den Begriff „Frost“ kennen, Guayaquil ist die heißeste Stadt Ecuadors mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 25 Grad, die Nachtwerte sind dabei berücksichtigt. Im Trainingslager in Abu Dhabi passte das Klima, dafür zog er sich im zweiten Training eine Dehnung des Außenbandes zu. Aber das muss die Eintracht nicht nervös machen. Mit Abraham, Vallejo, Hector und dem für die Dreierkette entdeckten Hasebe haben die Frankfurter genug Abwehrspieler.

          Ordonez kam, weil die Gelegenheit günstig war, Chefscout Manga von ihm überzeugt ist, der ihn schon als Angestellter des VfB Stuttgart vor drei Jahren kennenlernte, und weil Leihspieler Vallejo im Sommer vielleicht zu Real Madrid zurück muss. „Er kann sich in aller Ruhe akklimatisieren“, sagt Sportvorstand Bobic, der damit nicht nur meteorologische Werte meint. Ordonez hat seine Heimat bisher noch nie verlassen und verfügt kaum über internationale Erfahrung, lediglich als Junioren-Nationalspieler. „Aber er hat gute Anlagen. Er ist ein Büffel, schnell und hat ein gutes Kopfballspiel“, urteilt der Eintracht-Sportvorstand.

          Besuschkow war beim VfB Stuttgart ohne Perspektive

          Ordonez glaubt auch, dass er einige Zeit der Eingewöhnung benötigt: „Das ist eine völlig andere Kultur hier.“ Er meint Fußballkultur. „Es wird ganz anders gearbeitet, ich bin sehr beeindruckt.“ Intensiver, schneller, härter, variantenreicher. Der Südamerikaner wirkte schüchtern bei seinem ersten Medienauftritt, sprach von einem Abenteuer und der Ehre, es erleben zu dürfen. Sein Vorteil: In Frankfurt gibt es viele Spanisch sprechende Kollegen, die ihm den Einstieg erleichtern und über das Heimweh hinweghelfen werden. Ordonez hat eine vier Monate alte Tochter, er will seine Familie nach Frankfurt holen, wenn er sich eingelebt hat.

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