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Eintracht Frankfurt : „Geschichte schreiben oder alles verlieren“

Kein Durchkommen: Die Berliner Fabian Lustenberger (links) und Ondrej Duda engen die Kreise von Ante Rebic ein. Bild: AFP

Die Eintracht verpatzt die Generalprobe für das Halbfinale gegen Chelsea. Spieler wirken müde, behaupten aber das Gegenteil – und auch die Verfolger schwächeln.

          Schmerz lass nach! Martin Hinteregger sprach offen aus, dass er sich als Fußballprofi schon mal besser gefühlt hat. Die schwarze Manschette, die er am linken Arm trägt, gewährte der gebrochenen Hand Schutz. Verhindern ließ es sich dennoch nicht, dass es während der umkämpften neunzig Minuten in der Begegnung mit Hertha BSC zu einigen unangenehmen Situationen für den Innenverteidiger kam. „Man kriegt halt schon Schläge drauf“, berichtete der Österreicher, der zuletzt wegen Muskelproblemen im Oberschenkel die Partien gegen Lissabon und in Wolfsburg verpasste. Seinen Wiedereinstieg hatte er sich anders, ein wenig freudvoller vorgestellt. So aber trug das 0:0 gegen die Berliner nicht zu seinem Wohlbefinden bei. „Das Problem war, dass wir oft hinterhergelaufen sind, die Bälle einfach verloren und wenig Ruhe ins Spiel gebracht haben. Wir sind sehr viel gelaufen, eigentlich viel umsonst“, sagte Hinteregger nach seinem 100. Bundesligaeinsatz.

          Insgesamt rannten die Frankfurter Profis 112 Kilometer und damit drei mehr als die Berliner. Der Hertha gelang es aber, die Eintracht im Mittelfeld immer wieder in Zweikämpfe zu verwickeln und so schnelle Tempowechsel und Vorstöße zu unterbinden. Sie geriet kaum einmal ernsthaft in Gefahr; selbst gegen Ende nicht, als sie nach dem Platzverweis von Lukas Klünter in Unterzahl über die Runden kommen musste. Die beste Chance für die Elf von Adi Hütter besaß Ante Rebic, doch er erwischte im Strafraumgewühl die Kugel nicht richtig (31. Minute). „Man kann nicht sagen, dass die Jungs nicht wollten. Aber sie haben die falschen Mittel gewählt“, urteilte Sportvorstand Fredi Bobic.

          Hinteregger meinte, an der Fitness habe es nicht gelegen, dass es im zweiten Heimspiel hintereinander nicht zu einem Sieg genügte. „Der Körper ist es nicht. Die Müdigkeit war gar kein Faktor. Ich war körperlich total gut drauf, wir sind top in Form.“ Er sei „riesig enttäuscht“, sagte der 26 Jahre alte Spieler, „denn wenn wir demnächst Champions League spielen wollen, müssen wir solche Spiele zu Hause gewinnen“. Durch die später folgende 0:1-Niederlage der Gladbacher in Stuttgart und das 1:4 der Hoffenheimer gegen Wolfsburg rückten immerhin zwei gewichtige Verfolger im Kampf um die internationalen Plätze der Eintracht dann doch nicht dichter auf die Pelle. Mit 54 Punkten und einer Tordifferenz von plus 23 geht es nun in die Endphase der Liga. „Das einzig Positive war, dass wir zu null gespielt haben. Das Spiel mit dem Ball geht sicher besser“, sagte Hinteregger. Er sprach von einem ungewohnten Gefühl der fehlenden Leichtigkeit: „Wir haben uns alle schwergetan. Nach dreißig Minuten habe ich mich gefragt: ,Was ist denn heute los? Wer bist du? Spiele wieder mal einen ordentlichen Ball.‘“

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