https://www.faz.net/-gzn-7nea2

Eintracht Frankfurt : Unverständnis um Bruchhagen

Passt schon: Alexander Madlung hat bei der Frankfurter Eintracht schnell Anschluss gefunden, auch dank seiner Kopfballstärke. Bild: dpa

Nach der Offenbarung von Trainer Armin Vehs Abschied brodelt es weiter im Verein. Stört das die Stimmung in der Mannschaft, die sich sportlich gerade stabilisiert hatte?

          Der Trend ist erfreulich. In der Rückrunde hat die Eintracht Boden gutgemacht. Von zehn Pflichtspielen seit der Winterpause gingen nur zwei verloren, gegen den FC Bayern und Dortmund. Auch die Ergebnisse der unmittelbaren Konkurrenten in der Bundesliga fielen am Samstag so aus, dass die Sorgen der Frankfurter nicht größer wurden. Gelingt es der Mannschaft von Trainer Armin Veh an diesem Sonntag, zum Abschluss des 25. Spieltags zu Hause gegen den SC Freiburg zu punkten, kann sie mit einiger Zuversicht die letzte Etappe der Saison in Angriff nehmen. Doch ungeachtet der sportlichen Stabilisierung ist die Stimmung beim Tabellendreizehnten nicht sonderlich gut.

          Auf der Klub-Geschäftsstelle sind sich die handelnden Herrschaften in den vergangenen Tagen, so gut es möglich war, aus dem Weg gegangen. Die Begleitumstände, wie vor zwei Wochen der bevorstehende Rückzug von Veh durch den Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen publik gemacht wurde, sorgen weiterhin für Gesprächsstoff, der Konfliktpotential birgt. Der 53 Jahre alte Fußballlehrer, mit ihm Sportvorstand Bruno Hübner sowie Teile des Aufsichtsrats lassen nach wie vor Verwunderung anklingen, dass Bruchhagen vorab intern niemanden über seinen Schritt am Abend nach dem glücklichen Sieg über den VfB Stuttgart informierte.

          Gute Miene zu schwer verständlichem Spiel

          So erfuhr Veh am Montag früh um kurz nach sechs aus den Reihen der Eintracht-Pressestelle, dass sein freiwilliger Abtritt in diesem Sommer nun öffentlich ist und Bruchhagen mit ihm am späten Vormittag den Medien Rede und Antwort stehen wolle. Begeistert war Veh über den Alleingang seines Chefs nicht. Er macht seitdem aber, sofern Kameras und Mikrofone auf ihn gerichtet sind, stets gute Miene zu dem für ihn schwer verständlichen Spiel und behauptet, er lasse sich von keinem Störgeräusch in seiner Konzentration im Kampf um den Klassenverbleib irritieren: „Wir sind noch nicht durch“, sagte er in der Einstimmung auf das Duell mit den Breisgauern, „alles andere ist nicht entscheidend.“

          Die bislang gesammelten 26 Punkte seien kein ausreichend dickes Polster, das viele Fehltritte in den nächsten zwei Monaten gestatte, meinte Veh: „Wir dürfen nicht einschlafen.“ Er wird auch gegen den Vorletzten improvisieren müssen. Diesmal fehlt vom Stammpersonal neben dem Langzeitpatienten Sebastian Rode (Knorpelschaden) auch Abwehr-Rambo Carlos Zambrano, der wegen seiner zehnten Gelben Karte gesperrt ist. Dafür wird Marco Russ in die Innenverteidigung rücken und neben Alexander Madlung Position beziehen, um die Kreise der Freiburger Angreifer einzuengen.

          Comeback bei der Eintracht

          Madlung ist ein defensiver Ordnungshüter, der der in der Hinserie oft wankelmütigen Eintracht zu ein wenig mehr Halt verholfen hat. Aussortiert im Sommer 2013 beim VfL Wolfsburg, hielt sich der Profi bei den Freien Turnern Braunschweig, einem Verein aus der fünften Liga, fit und entschied sich kurz nach Silvester für das Angebot der Hessen – und gegen eine Offerte des 1. FC Nürnberg. Er habe sich zu einem Comeback bei der Eintracht entschlossen, „weil Veh dort Trainer ist“, sagte er bei seiner Vorstellung und berichtete von gemeinsamen Tagen bei den „Wölfen“, die gedeihlich verliefen. Seine Integration klappte reibungslos.

          Nun trennen sich die Wege der beiden bald aufs Neue. „Es lag in der Luft, dass irgendwann ein Statement kommt“, sagte Madlung. Dass es aber ausgerechnet in die Hochstimmung nach dem wichtigen Erfolg gegen den VfB fiel, bezeichnete auch er als eigenartig. Veh schätzt Madlungs Robustheit, Kopfballstärke und Passspiel. In Hamburg, beim 1:1 vor einer Woche, erzielte er per sehenswerten Volleyschuss seinen ersten Treffer für die Eintracht.

          Anders als Veh sieht Madlung seine nahe Zukunft in Frankfurt: „Die Mannschaft hat mich gut aufgenommen. Ich habe noch ein Jahr Vertrag. Also gehe ich davon aus, dass ich hierbleiben werde.“ Aber selbstverständlich, fügte er an, hänge seine Rolle auch mit dem künftigen Coach zusammen. Madlung mutmaßte, womöglich würden wieder „manche überrascht“ sein, wenn der Klub in der Trainerfrage die nächste Neuigkeit mitzuteilen habe. Spätestens bis Ostern möchte die Eintracht einen Veh-Nachfolger gefunden haben – und dann einvernehmlich vorstellen. „Am besten wäre es, wenn derjenige, der es dann wird, Erfolge nachweisen kann“, sagte der 31-Jährige. Für ihn und die neuen Kollegen kann der Anspruch bis dahin nur der gleiche sein.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bereits ab 14.00 Uhr könnte die gefühlte Temperatur über 32 Grad liegen, dann herrscht Warnstufe 2. (Archivbild aufgenommen in Berlin)

          Deutscher Wetterdienst : Hitzewarnung für Deutschland

          Der Deutsche Wetterdienst rechnet ab Montag mit ersten Hitzewarnungen. Ab Mittwoch soll dann ganz Deutschland von einer Hitzewelle erfasst werden. Besonders Kinder, alte und kranke Menschen sind durch die hohen Temperaturen gefährdet.
          Laurel Hubbard sahnt ab – das freut aber nicht jeden bei den Pazifik-Spielen.

          Gold bei Pazifik-Spielen : Aufregung um eine zu starke Neuseeländerin

          Bei den Pazifik-Spielen auf Samoa gibt es nicht nur den Premierminister in Aktion zu bestaunen. Für großen Trubel sorgt Laurel Hubbard, die zwei Goldmedaillen holt – sehr zum Unmut des Publikums. Was war passiert?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.