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Eintracht Frankfurt : Schildenfeld sucht die neue Herausforderung

  • -Aktualisiert am

Torschützen im Test gegen Waldhof: Sebstian Rode und Teamkollege Alexander Meier. Bild: dpa

Eintrachts siebter Neuzugang gibt beim 4:0-Sieg gegen Waldhof Mannheim Kostproben seiner Kopfballstärke. Thomas Kessler wird die Zweitligasaison als Torhüter Nummer eins beginnen.

          Warum wechselt ein Spieler freiwillig in die deutsche Zweitklassigkeit, wenn er in mit seinem aktuellen Klub in der europäischen Champions-League spielen kann? Gordon Schildenfeld, neuer Innenverteidiger der Frankfurter Eintracht, für eine Million Euro Ablöse vom österreichischen Meister Sturm Graz zum Bundesliga-Absteiger gewechselt, hat auf diese Frage eine verblüffend einfache Antwort gegeben. „Bei Sturm Graz habe ich mit Pokalsieg und Meisterschaft in den letzten beiden Jahren das Maximum erreicht“, sagte er nach dem ersten Training mit den neuen Kollegen, „außerdem liebe ich Herausforderungen und den sportlichen Wechsel.“ In Frankfurt hat der 26 Jahre alte kroatische Nationalspieler einen Dreijahresvertrag unterschrieben. In der Zweiten Liga will er sich mit der Eintracht sowieso nicht lange aufhalten. Schildenfeld, dessen Vorfahren vor drei Generationen in Österreich und später in Deutschland gelebt haben, geht davon aus, dass er in der nächsten Spielzeit mit der Eintracht wieder in der Bundesliga spielen wird.

          Seine persönlichen Erwartungen nach der Vertragsunterschrift seien schon am ersten Tag bestätigt worden. „Hier ist einfach alles größer als in Graz“, sagt er. Dies betreffe die Stadt, den Klub, das Stadion und das Trainingsgelände.

          Stärken im Kopfballspiel

          Eintrachts siebter Neuzugang ist ein sehr kommunikativer Mensch, spricht gut englisch und kann sich auch in der deutschen Sprache verständigen. Nur wenn die Rede auf seine Zeit beim MSV Duisburg in der Saison 2008/2009 kommt, wird er schweigsam. Dieses Engagement sei ein „Missverständnis“ gewesen, sagt er zögernd. Nur vier Spiele hatte er für die „Zebras“ unter Trainer Rudi Bommer in der Zweiten Liga absolviert. Und trotzdem so viel Eindruck hinterlassen, dass sich der damalige Duisburger und heutige Frankfurter Sportchef Bruno Hübner an ihn erinnert hat. Bei allen anderen Stationen seiner internationalen Karriere, so Schildenfeld, „habe ich mit der Mannschaft erfolgreich gespielt“. Mit Dinamo Zagreb ist er in Kroatien Meister geworden, mit Besiktas Istanbul in der Türkei ebenfalls und mit Sturm Graz in Österreich auch.

          In Frankfurt geht es nun erst einmal um die Meisterschaft in der Zweiten Liga und vor allem um den Aufstieg. Der neue Innenverteidiger weiß, was ihn erwartet. Die Eintracht wird versuchen, offensiv zu spielen, das hat Trainer Armin Veh angekündigt, dementsprechend wird sich die Abwehr auf Konterattacken der Gegner einzurichten haben. „Ich liebe es, wenn ich in einer Mannschaft spiele, die attackiert“, sagt Schildenfeld. Ganz so sei es auch in Graz gewesen. Zu den Stärken des 1,91 Meter großen Abwehrspielers soll das Kopfballspiel gehören, wurde dem Frankfurter Trainer berichtet. „Da ist wohl ein bisschen was dran“, sagt der Spieler und verweist auf die Statistik der vergangenen Saison, Da hat er beim österreichischen Meister außergewöhnliche 94 Prozent aller Kopfballduelle gewonnen. Und auch die Mehrzahl seiner insgesamt fünf Tore hat er nach Freistößen und Eckbällen per Kopf erzielt.

          Tore durch Meier, Rode, Hoffer und Gekas

          Diese spezielle Qualität unterstrich der Neue auch gestern Abend bei seinem Einstand im Frankfurter Trikot. Schildenfeld dominierte bei Kopfballduellen, genauso wie seine Mannschaft das Spiel gegen den Regionalliga-Aufsteiger SV Waldhof Mannheim. Vor rund 4000 Zuschauern hatte die Eintracht gegen einen harmlosen Gegner keine Probleme, die Partie mit 4:0 (3:0)-Toren für sich zu entscheiden. Nicht alles klappte bei den Frankfurtern, aber vieles. So patzte Torwart Thomas Kessler gleich zu Beginn, als er den Ball dem Gegner in den Fuß spielte, aber Glück hatte, dass der Waldhöfer Yannick Kakoko so überrascht war, dass er das Geschenk nicht annahm. Kessler wird trotzdem die „Nummer eins“, wie der Trainer nach dem „Generalpröbchen“ für den Saisonstart erklärte. „Ich habe ihn nicht geholt, um ihn auf die Bank zu setzen“, sagte Veh, „aber Nikolov sitzt ihm im Nacken.“

          Die eine oder andere klare Chance wurden gegen Waldhof leichtfertig vergeben, einmal war es Alex Meier, dann Caio, die aus kurzer Distanz nicht trafen. Doch die positiven Eindrücke überwogen bei den Frankfurtern. Es wurde schnell nach vorne gespielt, es wurde teilweise wunderbar kombiniert und einige der neuen Spieler, allen voran Angreifer Erwin Hoffer, konnten deutlich machen, dass sie echte Verstärkungen sind. Die Tore für die Eintracht erzielten Meier (21.), Rode (22.), Hoffer (40.) und Gekas (86.).

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