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Eintracht-Profi Gacinovic : „Auch ich will ein Leader sein“

Traf im DFB-Pokalfinale gegen die Bayern: Eintracht Profi Mijat Gacinovic. Bild: dpa

An diesem Sonntag trifft Eintracht Frankfurt im Supercup auf den FC Bayern München. Im Interview spricht Mijat Gacinovic über seinen Mentor Niko Kovac, die verpasste WM in Russland und seine zukünftige Rolle.

          Wird die Eintracht Niko Kovac am Sonntag im Supercup mit irgendetwas überraschen können, was er noch nicht kennt?

          Ich hoffe es. Aber Niko ist schwer zu überraschen. Er bereitet sich und seine Mannschaft immer akribisch vor.

          Wird die Eintracht wieder so spielen müssen wie im Pokalfinale beim 3:1?

          Gegen Bayern musst du aggressiv sein und nach vorne verteidigen. Man darf ihnen keinen Platz geben, denn sie haben unheimlich viel Qualität. Es wird ein harter Kampf, der uns alles abverlangt.

          Ihr Lauf im Mai zum 3:1, das war eine Sternstunde – Ihre Sternstunde. Der beste 70-Meter-Lauf Ihres Lebens.

          Ja, ganz sicher! Es wird wohl eine einmalige Angelegenheit bleiben.

          Wissen Sie noch, wie viele Schritte es damals gewesen sind und wie lange es gedauert hat? Was haben Sie gedacht, als Sie allein im prallgefüllten Olympiastadion auf das leere Bayern-Tor zugelaufen sind?

          Es waren rund 70 Meter und acht Sekunden, oder? Mir kam das aber alles viel schneller vor. Ich war nur am Laufen. Hummels und Alaba waren hinter mir. Ich wollte ihnen einfach nur so schnell wie möglich davonlaufen und aus kurzer Distanz das Tor schießen.

          Wie schwer war es im April dieses Jahres für die Mannschaft, als Niko Kovac seinen Wechsel zu den Bayern bekanntgegeben hatte?

          Ich war nicht überrascht, denn ich hatte das von Anfang an erwartet. Niko Kovac war die beste Option für Bayern München. Die Gründe: Er ist in Deutschland geboren, hat in München gespielt und bei uns schließlich super Arbeit geleistet.

          Haben Sie als Spieler den entstandenen Rummel um diesen Wechsel ausgeblendet?

          Das Wichtigste ist, sich auf die eigene Aufgabe zu konzentrieren. Natürlich fällt das bisweilen schwer, weil einem auch andere Gedanken durch den Kopf gehen können. Aber man muss sich dann zwingen, den Fokus nicht zu verlieren. Man muss auf die Dinge, die man selbst beeinflussen kann, achten und konsequent sein.

          Wovon haben Sie unter Niko Kovac am meisten profitiert?

          Vor der Zeit mit Niko Kovac hatte ich nur Linksaußen und Zehner gespielt. Unter seiner Leitung habe ich dann fast alles gespielt: Sechser, Achter, Zehner, Links- und Rechtsaußen. Niko Kovac hat mich zu einem vielseitigeren Spieler gemacht. Ich kann jetzt viel mehr laufen. Ich bin aggressiver und defensiv viel besser geworden. Unter Adi Hütter werden wir viele verschiedene Systeme spielen. Darauf bin ich nun bestens vorbereitet.

          Wie sehr stachelt Sie das an, dass Sie bei der WM in Russland ein bisschen überraschend nicht im serbischen Aufgebot gestanden haben?

          Ich weiß, dass mein Platz in der Nationalmannschaft ist. Aber bestimmte Dinge liegen nicht in meinem Einflussbereich. Das akzeptiere ich.

          Empfanden Sie Ihre Ausbootung als ungerecht?

          Ich habe das nicht erwartet, weil ich auch in den Qualifikationsspielen ein wichtiger Spieler war. Aber weiter möchte ich mich dazu nicht äußern. Wenn mich wieder der Ruf in die Nationalmannschaft ereilt, werde ich ihn wahrnehmen.

          Es gelingt Ihnen aber nicht immer, eine bessere Saison als die vorherige zu spielen. Manchmal scheinen Sie sich selbst im Weg zu stehen. Früher, haben Sie beklagt, hätten Sie zum Teil unter Selbstzweifeln gelitten. Haben Sie dafür Hilfe, zum Beispiel durch einen Mentaltrainer, in Anspruch genommen?

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