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Eintracht Frankfurt : Zwischen Treue und Trend

Wem macht das Wiedersehen mehr Freude? Thomas Schaaf und Marco Russ verstanden sich bis zum Schluss gut. Bild: Wonge Bergmann

Nach Vorstandschef Bruchhagen und Torwart Trapp äußert sich auch Verteidiger Marco Russ über Eintracht-Trainer Thomas Schaaf. Er sagt: „Wir sind zufrieden mit ihm.“

          Kein Tag ohne Treuebekenntnis. Auch gegenüber dem Fernsehsender „Sky Sport News HD“ hat Heribert Bruchhagen seine Einschätzung bekräftigt: „Thomas Schaaf bleibt Trainer in der kommenden Saison. Auf jeden Fall“, so der Vorstandschef der Frankfurter Eintracht. Auch Kevin Trapp, der Torwart und Kapitän der Eintracht, hatte sich zuvor gegenüber der „Bild“-Zeitung und der „Frankfurter Rundschau“ sehr positiv über den 54 Jahre alten Coach geäußert.

          „Er ist ein sehr guter Trainer, der uns viel abverlangt, der uns fordern will“, sagte er. „Der Trainer war 14 Jahre in Bremen, hat extrem viele Erfolge gehabt. Wir trainieren akribisch. Er macht sich viele Gedanken. Dann liegt es an uns, die Dinge umzusetzen.“

          Der vorerst Letzte, der sich bemüßigt sah, Stellung pro Schaaf zu beziehen,war am Mittwoch Marco Russ. Der Innenverteidiger, der beim letzten Auswärtsspiel in Berlin gegen Hertha BSC gesperrt fehlte, beim Saisonfinale an diesem Samstag gegen Bayer 04 Leverkusen aber wieder aktiv mithelfen kann, entgegnete den Reportern nach dem Vormittagstraining: „Wir sind zufrieden mit dem Trainer.“ Der 29 Jahre alte Innenverteidiger, einer der erfahrensten Frankfurter Fußballprofis, sprach auch und vor allem „für die wichtigen Spieler, mit denen wir auch in die nächste Saison gehen“.

          Eintracht Frankfurt ist elfter der Tabelle

          Auf dem Weg dorthin wollen sich die Eintracht-Spieler gebührend von ihrer zahlenden Kundschaft verabschieden. „Unsere Fans haben es verdient, dass wir uns bei ihnen bedanken“, sagte Russ. Geschehen soll dies in Form einer Trendbestätigung. Seit zehn Spielen schon ist die Eintracht vor heimischem Publikum ungeschlagen. Das ist eine stolze Serie, die mit ausschlagend für das saisonale Abschneiden der Mannschaft ist. Mit aktuell 40 Punkten ist Schaafs Truppe Tabellenelfter. Günstige Ergebnisse der Konkurrenten am Samstag vorausgesetzt, könnte die Eintracht mit einem Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen im Idealfall sogar noch den Sprung auf Platz acht schaffen.

          Eine Verbesserung ist also möglich, und es würde nicht nur Fernsehgeld in die Kasse der Eintracht Frankfurt Fußball AG spülen, sondern auch den Spielern in Form einer Siegprämie zugutekommen. Russ sagte am Mittwoch: „Es geht für uns auch noch um ein bisschen Geld für den Urlaub.“ Den werden die Frankfurter Profis gegen Ende der kommenden Woche antreten. Wie schon im Vorjahr wird es auch diesmal eine Zusatz-Tour mit drei Testspielen am Montag (in Heppenheim), Dienstag (in Freiensteinau) und Donnerstag (in Seulberg) geben.

          Saison sei „aufregend“ gewesen

          Dem letzten Bundesligaspiel der Saison 2014/15 blickt Russ positiv entgegen. „Endlich ein Heimspiel“, sagte er. Im vergangenen Jahr musste die Eintracht in der Fremde spielen und sich dem FC Augsburg beim ganz persönlichen Abschiedsspiel des gebürtigen Augsburgers Armin Veh 1:2 geschlagen geben. In diesem Jahr nun geht für Russ eine Saison zu Ende, die „aufregend und Neuland gewesen ist“, wie er betonte. „Mit viel Auf und Ab. Unser Ziel für die Zukunft muss es sein, Konstanz reinzubringen.“

          Eine Konstante hat die aktuelle Spielzeit gehabt: die Treffsicherheit von Alexander Meier. Der in Basel nach seiner Patellasehnenoperation fleißig an seinem Comeback arbeitende Stürmer wird an diesem Samstag in der ausverkauften Frankfurter Arena sein. Und sehr wahrscheinlich werden ihm die 51.500 Zuschauer nach dem Schlusspfiff ganz besonders zujubeln.

          Dann nämlich, wenn ihn die Verfolger aus München (Robert Lewandowski, 16 Tore), Wolfsburg (Bas Dost, 16) und Dortmund (Pierre-Emerick Aubameyang, 15) nicht mehr eingeholt haben sollten. Wenn also perfekt ist: Alexander Meier, Torschützenkönig 2015. Erster mit 19 Toren, erzielt in nur 26 Einsätzen. Das Magazin „Kicker“, das die Ehrung vornimmt, wird am Samstag gleich mit vier Kanonen in vier unterschiedlichen Stadien unterwegs sein. Falls nicht eh schon geplant: Das Original sollte in Frankfurt sein.

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