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Eintracht gegen Leverkusen : „Frankfurt spielt Vollgas-Fußball – wie Klopp“

  • -Aktualisiert am

Zwei, die zur starken Offensive der Eintracht gehören: Rebic (links) und Haller. Bild: Picture-Alliance

Nach dem „phantastischen“ Abschneiden in der Europa League steht für die Eintracht der Endspurt vor Weihnachten in der Bundesliga an. Vor dem Duell mit Leverkusen gibt es vor allem personelle Fragen.

          Frankfurt. Ein Schritt nach dem anderen, bitte schön. Adi Hütter, der Eintracht-Cheftrainer und maßgebliche Taktgeber, ließ sich vor dem Heimspiel an diesem Sonntag (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) gegen Leverkusen nicht zu voreiligen Schlüssen verleiten. Mit der Begründung, dass die Frankfurter „vor einer sehr wichtigen Woche“ stünden, lehnte der 48-Jährige ein erstes Fazit für den Spielbetrieb in der Bundesliga ab. Leverkusen, dann das Spiel am kommenden Mittwoch (20.30 Uhr) in Mainz und schließlich das Highlight zum Jahresabschluss am Samstag (18.30 Uhr) gegen Bayern München – diese drei Begegnungen hätten „eine große Bedeutung für die Bewertung der ersten Saisonhälfte“, sagte Hütter und untermauerte noch einmal seinen Standpunkt mit der Bemerkung, dass die Eintracht „noch eine entscheidende Woche mit den Bayern als Knaller“ vor sich habe. Erst die Arbeit, dann die Einordnung des Erreichten.

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          Eine Ausnahme machte der Österreicher aber. Nach Abschluss der Gruppenphase in der Europa League mit sechs Siegen aus sechs Spielen zog er ein Resümee und sprach von einem „phantastischen“ Abschneiden der Hessen. Die führen jetzt mit dieser makellosen Bilanz in dem Wettbewerb die Bestenliste in Deutschland an. „Dass wir dazu einen österreichischen Trainer gebraucht haben, um deutsche Geschichte zu schreiben, nehme ich gerne hin, so lange er Eintracht-Trainer ist“, scherzte Sportdirektor Bruno Hübner. An diesem Montag wird in Nyon das Sechzehntelfinale ausgelost. Als Gruppensieger werden die Frankfurter in der K.-o.-Runde zunächst auswärts antreten. Was die Heimspiele in Europa angeht, meldete die Eintracht am Samstag, dass „alle Blind-Date-Pässe“ bereits verkauft worden seien.

          Damit sind „sämtliche denkbaren weiteren Heimspiele einschließlich eines möglichen Halbfinales bis auf noch zurückzuhaltende Ticketkontingente schon jetzt ausverkauft“, hieß es. Der Lostopf beinhaltet für die Frankfurter Gegner wie den FC Brügge aus der Champions League, Sporting Lissabon oder Fenerbahce und Galatasaray Istanbul. Einen Wunschgegner für die K.-o.-Runde benannte Hütter nicht öffentlich. Sein Innenverteidiger Marco Russ würde im neuen Jahr gerne dort vorspielen, wo es besonders „stimmungsvoll“ zugeht. So wie vor mehr als zehn Jahren im Duell mit Fenerbahce (2:2) in Istanbul. Auch Celtic Glasgow wäre für den 33 Jahre alten Russ ein attraktives Los.

          Im Aufeinandertreffen mit Leverkusen hat Russ womöglich nicht die Wahl. Lässt die im Spiel bei Lazio Rom (2:1) erlittene Oberschenkelverletzung von Makoto Hasebe dessen Einsatz nicht zu, was am wahrscheinlichsten ist, könnte Hütter Russ zum neuen Abwehrchef in der Dreierkette ernennen. Ein Kandidat für den wichtigen Posten ist auch der Mexikaner Carlos Salcedo, der in Rom pausieren musste, weil er für die Gruppenphase von der Eintracht aus Verletzungsgründen nicht nominiert worden war. Hütter ärgerte sich am Freitag auf der wöchentlichen Pressekonferenz „wahnsinnig“, dass Hasebe für den Hinrunden-Endspurt auszufallen droht. Hätte er den Japaner im vom Ergebnis her bedeutungslosen Spiel in Rom geschont, hätte das Problem vermieden werden können.

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          Doch Hütter verwies zum wiederholten Mal darauf, dass Hasebe „immer spielen und im Rhythmus bleiben“ wolle. Außerdem hätte er in diesem Fall Russ in der Mitte der Dreierkette aufbieten müssen. „Und mit Simon Falette und Evan Ndicka hätte ich noch zwei Linksfüßler an dessen Seite gehabt“, sagte Hütter, der aber fest davon ausgeht, einen Ausfall von Hasebe „gut kompensieren“ zu können. Aus Sicht seines Leverkusener Kollegen Heiko Herrlich würde das Fehlen von Hasebe die Sache vermutlich leichter machen. Voll des Lobes über den umsichtigen Abwehrstrategen ordnete Herrlich Hasebe als „zentralen Aufbauspieler“ der Eintracht ein, „ihn müssten wir ebenfalls aus dem Spiel nehmen“, sagte der Leverkusener Coach.

          So oder so: An Herausforderungen wird es seiner Mannschaft mit Sicherheit nicht fehlen. „Es ist schon beeindruckend“, was die Eintracht-Stürmer Luka Jovic, Sebastien Haller und Ante Rebic in dieser Saison veranstalten würden. „Die Frankfurter spielen unheimlich intensiv, sie spielen Vollgas-Fußball – ähnlich wie Jürgen Klopp Fußball spielen lässt“, sagte Herrlich. Und worauf stellt sich die Eintracht ein? Hütter warnte vor der Wundertüte Bayer. „Man weiß nicht genau, was man bekommt“, sagte er. „Ich erwarte ein hochinteressantes Spiel. Vorne hat Leverkusen Spieler, die immer in der Lage sind, Tore zu schießen.“

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