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Eintracht Frankfurt : „Jetzt geht es ans Eingemachte“

Alle mal herhören! Rückkehrer Kevin Trapp übernimmt bei der Eintracht auf Anhieb wieder das Kommando. Bild: Imago

Für die Eintracht steht nach dem geglückten Liga-Start in Straßburg viel auf dem Spiel. Noch gibt es keine Einigung mit Lissabon über Stürmer Dost.

          Am Tag danach wurde fleißig geradelt. Für die Eintracht-Spieler eine besonders willkommene Form des sportlichen Zeitvertreibs, denn dank des Siegs gegen die TSG Hoffenheim ist die erste Hürde eines anspruchsvollen Startprogramms genommen. Gegen die Kraichgauer hielt die Eintracht damit Kurs, ist sie doch in den vergangenen vier Begegnungen zuvor stets ungeschlagen geblieben. Bei vergangenem Spiel kam ein Erfolgserlebnis hinzu, denn als Fan-Liebling Martin Hinteregger nach 36 Sekunden Maß nahm und mit einer linken Direktabnahme den einzigen Treffer erzielte, gab es ebendieses wichtige 1:0. „Es war schwer gegen Hoffenheim“, sagte der Torschütze.

          Glaubt man dem 26-jährigen Heimkehrer, der nach seinem Leihgeschäft nun vollends und vertraglich bis Mitte 2024 abgesichert unter dem Dach seiner neuen Liebe Eintracht eine sportliche Heimat gefunden hat, dann war es nicht so einfach für ihn, TSG-Keeper Oliver Baumann zu überwinden. „Ich bin ja nicht der Gelenkigste“, sagte er. „Aber der Ball war im Tor.“ Am Tag darauf, knapp achtzehn Stunden nach dem geglückten Liga-Debüt, gehörte Hinteregger gemeinsam mit den anderen Frankfurter Stammkräften zu der Gruppe, die sich auf zwei Rädern im Stadtwald von den Anstrengungen des Vortags erholte.

          Der Rest durfte auf dem Trainingsplatz mit und ohne Ball üben und sprinten – unter der Aufsicht der Assistenztrainer Christian Peintinger und Armin Reutershahn. Chefcoach Adi Hütter blieb wie zumeist sonst auch dem sogenannten „Auslaufen“ fern und kümmerte sich stattdessen um Analyse und Vorbereitung. In wenigen Tagen schon gilt es, die nächste Hürde zu meistern und sich mit einem guten Ergebnis im Play-off-Hinspiel bei RC Straßburg eine vernünftige Ausgangslage für das Erreichen der Gruppenphase in der Europa League zu verschaffen. Aller Voraussicht nach dann auch wieder mit Sebastian Rode in der Startelf – und erstmals auch mit Bas Dost.

          Mit Dost wäre eine Lücke geschlossen

          Der lange Niederländer soll bis dahin spielberechtigt sein, muss aber erst noch alle Vertragsmodalitäten erledigen. Die Hoffnung, dass bereits jetzt eine Einigung mit Dosts abgebendem Klub Sporting Lissabon erzielt werden könnte, zerschlug sich. Sicher ist nur: Dost soll kommen. Über die Eckdaten des Transfers trafen die Eintracht und der Spieler ein Übereinkommen. Danach soll der portugiesische Torschützenkönig der Saison 2016/2017, der in der darauffolgenden Spielzeit Zweiter im Ranking der besten Angreifer wurde, einen Vierjahresvertrag erhalten. Im Gespräch ist für Dost eine Ablösesumme von neun Millionen Euro.

          Wie sein Vorgänger Sebastian Haller soll auch Dost über das Potential verfügen, Bälle „festzumachen“, wie es in der Sprache des Fußballs heißt. Also: Als gesuchte Anspielstation soll Dost als Ballverteiler Wirkung entfalten – neben seiner originären Aufgabe, wie schon in Lissabon auch in Frankfurt fleißig Tore zu schießen. „Wenn Dost kommt, haben wir eine Lücke geschlossen“, sagte Hütter. „Es ist wichtig, einen Spieler in der Box zu haben, der die Flanken verwertet.“ Im Elsass steht für die Eintracht viel auf dem Spiel. „Jetzt geht es ans Eingemachte“, sagte Vorstandsmitglied Axel Hellmann nach den sportlich wenig herausfordernden Auftaktaufgaben gegen Flora Tallinn und FC Vaduz.

          Die Eintracht will mit Macht zurück in die Gruppenphase der Europa League, in der sechs garantierte Spiele auch eine wirtschaftliche Bedeutung haben. Sollte sich die Hütter-Elf in den beiden Play-off-Spielen gegen den Racing Club Straßburg durchsetzen, der sich als Ligapokal-Sieger qualifizierte, gibt es zur Belohnung von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) 2,92 Millionen Euro. Insgesamt lässt sich die Uefa die Europa League 560 Millionen Euro kosten. Sollte die Eintracht wie im Vorjahr den Einzug bis ins Halbfinale schaffen, würde sie dafür mindestens neun Millionen Euro erhalten. Dazu kämen noch leistungsbezogene Prämien, die für Siege in der Gruppenphase (570.000 Euro) gezahlt werden. Unentschieden werden mit 190.000 Euro belohnt. Allein dafür lohnt es sich, kräftig in die Pedale zu treten.

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