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Eintracht Frankfurt : Ganz der Favorit – Frankfurt siegt 4:0

  • -Aktualisiert am

Griechisch gewinnen: Der Torschütze Amanatidis feiert den Torschützen Tzavellas Bild: dpa

Die Eintracht erreicht in Wilhelmshaven die zweite Runde im Pokal. Amanatidis, Tzavellas, Ochs, Altintop treffen im ersten Pflichtspiel der neuen Saison.

          Die erste Standortbestimmung am Anfang der neuen Saison hat für die Eintracht ein zufriedenstellendes Resultat erbracht. Im Pokalwettbewerb des Deutschen Fußball-Bundes spielten die Frankfurter ihre Favoritenrolle deutlich aus, gewannen 4:0 beim SV Wilhelmshaven und zogen ungefährdet in die zweite Runde ein, die Ende Oktober ansteht. Mit wem es die Mannschaft von Trainer Michael Skibbe dann zu tun bekommt, wird am kommenden Samstag, im Anschluss an ihren Bundesligaauftakt bei Hannover 96, ausgelost. Die Hoffnungen, nach dem Finaleinzug 2006 (0:1 gegen den FC Bayern) und dem Sieg beim Endspiel in 1988 (1:0 gegen den VfL Bochum) abermals die Reise nach Berlin antreten zu können, hält also noch mindestens zwei Monate an.

          Aussagekraft, mit welchen Erfolgsaussichten die Eintracht die kommenden, wesentlich schwierigeren Alltagsaufgaben angehen kann, besaß die einseitige Partie gegen die Niedersachsen nur in Ansätzen. Zweifellos: Im Angriff, das wurde nach der schon guten Vorbereitung einmal mehr deutlich, besitzen die Frankfurter eine neue Qualität. In Wilhelmshaven taten sich die Hessen nur zu Beginn schwer, die Erwartungen zu erfüllen. Es bedurfte zweier Schrecksekunden in der 3. und 5. Minute, ehe die Männer um Kapitän Patrick Ochs das Geschehen unter Kontrolle bekamen.

          Nach einer Viertelstunde wendete sich das Blatt

          Zunächst prüfte Patrick Bärje mit einem Schuss von der Strafraumgrenze das Reaktionsvermögen des neuen und alten Eintracht-Stammtorwarts Oka Nikolov; der Außenstürmer der Wilhelmshavener profitierte dabei von einem Stellungsfehler des Frankfurter Neuzugangs Georgios Tzavellas. Der Grieche, der zu Beginn seine Abwehraufgaben vernachlässigte und ständig mit nach vorne lief, konnte außerdem von Glück sagen, das Max Wegner 120 Sekunden später aus seiner Unaufmerksamkeit ebenfalls kein Kapital schlagen konnte. Doch spätestens nach einer Viertelstunde, als Ochs mit einem beherzten Vorstoß das Signal zum Angriff gegeben hatte, wendete sich das Blatt. Von diesem Moment an besaßen nicht nur die 1500 Frankfurter Fans unter den 6500 Besuchern die Stimmungshoheit auf den Tribünen, sondern auch die Eintracht-Profis auf dem Rasen.

          Das war's: Ochs macht mit seinem Treffer alles klar

          Skibbe hatte sich an diesem Abend, wie erwartet, für ein 4-4-2-System entschieden, bei dem Halil Altintop und Ioannis Amanatidis im Angriff gemeinsame Sache machten; Martin Fenin musste kurzfristig wegen Rückenbeschwerden passen, Theofanis Gekas, der in der Vorbereitung noch nicht zu hundert Prozent überzeugen konnte, saß anfangs auf der Bank und kam in der 75. Minute für Amanatidis.

          Eintracht verwaltete die Führung

          Der Coach konnte sich nach 21. Minuten in seinem weißen Plastikstuhl an der Seitenaußenlinie erstmals zufrieden die Hände reiben, nachdem eine sehenswerte Kombination seiner Doppelspitze die Führung brachte: Altintop nahm ein Zuspiel von Benjamin Köhler in hohem Tempo auf, zog die Aufmerksamkeit der Abwehr auf sich und schob den Ball passgenau dem aufgerückten Amanatidis in den Fuß – der Grieche schloss den Vorstoß aus zehn Metern aus zehn Metern zum 1:0 ab. Die beiden Stürmer, die in den vergangenen Wochen gleichermaßen um einen Platz in der Startformation gekämpft und dabei übereinander nicht nur lobende Worte verloren hatten, fielen sich anschließen erleichtert in die Arme.

          Mit dem Vorsprung im Rücken verflüchtigte sich die Angst vor der Blamage bei der Eintracht, fortan lief die Kugel kontrollierter durch die eigenen Reihen und die Amateure wussten sich bisweilen nur durch Fouls zu helfen. So wie in der 38. Minute, als Andreas Gaebler dem schnellen Ochs grob in die Parade fuhr. Beim fälligen Freistoß demonstrierte Tzavellas, dass sein Team mit ihm einen selbstbewussten Spieler hinzugewonnen hat, zu dessen Spezialität Standardsituationen gehören: Die ruhende Kugel hob er aus 25 Metern gefühlvoll über die Mauer zum 2:0 ins Netz. Danach reduzierte sich die Gegenwehr des Regionalligagegners spürbar, die Eintracht verwaltete ihre Führung routiniert und spulte ihr Programm ohne einen Anflug von Aufregung herunter. Entschieden war die Partie, als Ochs seine gute Leistung nach Zuspiel von Benjamin Köhler mit dem dritten Treffer des Tages krönte (59.).

          Es war ein guter Auftakt. Mehr aber auch nicht. Schließlich dürfte klar sein: So einfach wie an diesem sonnigen Spätsommertag wird der Eintracht das Siegen nicht mehr oft gemacht. Da konnte es sich Skibbe auch leisten, dem jungen Sonny Kittel kurz vor Schluss ein erstes Spiel bei den Profis zu gönnen – zumal Altintop in der 89. Minute noch das 4:0 erzielte.

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