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Eintracht Frankfurt : Fenin überrascht in Übersee

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Stark gegen die Vereinigten Staaten: Martin Fenin (links) von Eintracht Frankfurt Bild: REUTERS

Bernd Hölzenbein hat in Amerika nach Kandidaten für die linke Abwehrseite der Frankfurter Eintracht gesucht und sich das Länderspiel der Tschechen angesehen. Angetan war er von der Leistung von Martin Fenin. Leihspieler Krük bleibt in Osnabrück.

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          Bernd Hölzenbein ist viel unterwegs in diesen Tagen und Wochen. Bevor sich der Chefscout der Frankfurter Eintracht nächste Woche auf den Weg zur Weltmeisterschaft nach Südafrika machen wird, war er am vergangenen Wochenende in den Vereinigten Staaten. Dort hat der deutsche Weltmeister von 1974 nicht nur nach Kandidaten für die linke Abwehrseite der Eintracht Ausschau gehalten, sondern auch die aktuellen Frankfurter Nationalspieler gesehen. In East Hartford hat sich Hölzenbein das Länderspiel der Amerikaner gegen Tschechien angeschaut. Die Tschechen siegten 4:2 – und Hölzenbein war positiv überrascht über die gute Leistung von Martin Fenin. „Er war der beste Spieler auf dem Platz“, sagt der Eintracht-Scout. „Martin hat so gespielt wie vor zwei Jahren, als wir ihn geholt hatten.“ Fenin hat ein Tor geschossen bei seinem Comeback in der Nationalmannschaft und zwei weitere vorbereitet. „Er war als vordere Spitze aggressiv und dynamisch“, sagt Hölzenbein.

          Die Eintracht-Profis, die Hölzenbein im zweiten Länderspiel gesehen hat, waren bei weitem nicht so gut wie Fenin. Beim 2:1 der Vereinigten Staaten gegen die Türkei seien WM-Teilnehmer Ricardo Clark auf Seiten der Amerikaner und Halil Altintop im Team der Türken „eher unauffällig“ gewesen, berichtet Hölzenbein. In den Mittelpunkt waren sie nur einmal gerückt, als Clark ausgerechnet den Frankfurter Mannschaftskollegen so hart angegangen war, dass er vom Schiedsrichter die Gelbe Karte gezeigt bekam. Die von Hölzenbein gesammelten aktuellen Eindrücke passen ziemlich genau in das Bild des Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen, der bei den ins Stocken geratenen Verhandlungen mit Altintop selbst nicht mehr aufs Tempo drückt. Altintop, der ein Angebot der Eintracht bisher nicht angenommen hat, steht in der Prioritätenliste längst nicht mehr an der Spitze. „Wir sind in der Offensive auch ohne Altintop gut besetzt“, sagt Bruchhagen. Da ist die aufsteigende Form von Fenin nur eine Bestätigung dieser Meinung.

          Gute Chancen für Tzavelas

          Wichtiger erscheint dem Eintracht-Chef die Verstärkung der Suche nach einem neuen Linksverteidiger. Der 22 Jahre alte Grieche Georgios Tzavelas hat gute Chancen Nachfolger von Christoph Spycher zu werden, wenn die Eintracht zu einer finanziellen Einigung mit dessen aktuellem Klub Panionios Athen kommt. Die Griechen haben zunächst angeblich 1,3 Millionen Euro Ablöse gefordert. „Zu viel für die Eintracht“, wie nicht nur der Berater des Spielers, der Frankfurter Paul Koutsoliakos, zugibt. Bruchhagen hat in einem Gespräch mit dem Präsidenten von Panionios ein offizielles Angebot abgegeben und will nun die weitere Entwicklung abwarten. Neben der Zahlung einer Ablösesumme unter einer Million Euro hat die Eintracht den Griechen im Gegenzug Nikola Petkovic angeboten. Der 24 Jahre alte Serbe wurde vor eineinhalb Jahren als Ersatz für Spycher geholt, konnte sich aber nie durchsetzen.

          An den Forderungen des Spielers wird der Transfer nicht scheitern, vermutet Bruchhagen, „obwohl ich mit Tzavelas persönlich noch kein Wort gesprochen habe“. In den Gesprächen mit dem Berater aber wurden die Gehaltsvorstellungen besprochen und offenbar weitgehend Einigkeit erzielt. Nun wird es also darauf ankommen, wie hoch die Ablöseforderung von Panionios Athen tatsächlich sein wird und ob sich der griechische Erstligaverein auch auf das Gegengeschäft mit Petkovic einlässt. Eine schnelle Erledigung dieses Transfers erwartet Bruchhagen allerdings nicht.

          Krük von Lohnliste gestrichen

          Vor allem deshalb fährt die Eintracht bei ihrer Suche nach einem linken Verteidiger mehrgleisig. Angeblich gehören zum Kandidatenkreis auch die beiden Bosnier Emir Spahic vom französischen Erstligaklub Montpellier und Sanel Jahic von AEK Athen. Von der Frankfurter Lohnliste gestrichen werden kann Alexander Krük. Der vor einem Jahr an den VfL Osnabrück ausgeliehene Verteidiger wird gegen eine „geringe Ablösesumme“, so Bruchhagen, endgültig zum Zweitliga-Aufsteiger wechseln.

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